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November 1st, 2009

Aras Ören, zum siebzigsten Geburtstag

Glückwünsche für Aras Ören zum 70sten!
Glückwünsche für Aras Ören zum…
Ist ein in Istanbul geborener Schriftsteller mit deutschem Pass, der meist über deutsche Themen schreibt, das in seiner türkischen Muttersprache, diese in deutsch und türkisch hier wie dort veröffentlicht, nun ein deutscher oder ein türkischer Dichter? Aras lebt seit 40 Jahren in Berlin.

Von beidem etwas, wenn man auf Google-Suche geht. Immer wieder lese ich das Attribut „deutsch-türkischer“ Schriftsteller, nie das Wort „türkisch-deutscher“ Schriftsteller.

Anfangs packten die Literatur-Kritiker ihn in eine Schublade: der Gastarbeiter-Dichter. Damals hießen die Arbeitskräfte aus dem Mittelmeerraum in Deutschland „Gastarbeiter“. Einer, der die Begegnung zwischen den Kollegen am Arbeitsplatz und als Nachbarn zum ersten Mal poetisch beschrieb, wurde mit diesen Geschichten berühmt. Inzwischen hat er mehr als 50 Veröffentlichungen auf dem Büchermarkt, 35 davon in deutscher Übersetzung. Aber selbst noch heute wird diese Schublade der ersten Stunde gezogen, wenn über Aras Örens gesprochen wird, obwohl er immer schon als Chronist deutsche Geschichte und Gegenwart literarisch verarbeitet hat.

Aras Ören hat heute Geburtstag. Und weil er unbedingt noch seinen neuen Roman in diesem Jahr fertig abliefern will, hat er sich zurückgezogen. Er entzieht sich damit auch den Fragen der Journalisten und Gut-meinenden, die die alte Schublade gern wieder öffnen möchten.
Der 70-jährige Literat aber braucht kein Attribut.

Noch einmal: Herzlichen Glückwunsch!

www.arasoeren.de

die taz macht die Schublade auf:

Die Naunynstraße und das Stück

Tuncay Kulaoglu, 43, hat Film- und Theaterprojekte entwickelt und umgesetzt. Seit 2008 arbeitet er am Ballhaus Naunynstraße.

Der auf dem Buch des türkischstämmigen Berliner Schriftstellers Aras Ören basierende Theaterparcours umfasst sechs Stationen in der und um die Naunynstraße.

Premiere ist am heutigen Mittwoch im Ballhaus Naunynstraße in Kreuzberg. Ab 16 Uhr startet dort alle 15 Minuten ein Rundgang zu den Stationen des Theaterprojektes. Weitere Vorstellungen vom 12. bis 15. November. Mehr Informationen: www.ballhausnaunynstraße.de



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