| March 2009 | ||||||||
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Erinnerungen an die Kindheit werden wach. Ich war etwa 14 Jahre alt, Sohn eines Waffen-besitzenden Vaters. Als stolzer Jäger, der nun zur sogenannten besseren Gesellschaft dazu gehörte, hatte er auch zwei Gewehre und eine kleine Pistole im Schrank. Ordentlich verschlossen, denn als guter Preuße beachtet man die Regeln. Strenge Waffengesetze gab es damals noch nicht; ein Jagdschein reichte, um mit diesem Waffen und Munition zu erwerben.
Vater wusste, dass Kinder im Haushalt natürlich neugierig sind. So hatte er die Waffen im Schrank eingeschlossen. Den Schlüssel zum Schrank versteckt. Die Munition getrennt im Schreibtisch, verschlossen.
Eines Tages fuhren Vater und Mutter in den Urlaub, damals waren es verlängerte Wochenenden. Für mich genügend Zeit, mir eine der Gewehre zu holen, um endlich einmal ungestört zu probieren, ob ich auch schießen kann. Anvisierte Ziele waren die Nummernschilder auf den Garagentoren im Hof. Und ich habe diese auch getroffen. Das war's.
Als die Eltern zurück kamen, bekam ich von dem "Alten" ein mächtige Tracht Prügel. Natürlich hatten die Nachbarn meine Schießübungen beobachtet.
Damit war die Angelegenheit aber nicht erledigt. Mein Vater hatte erkannt, dass es kein sicheres Versteck für seine Waffen gab. Kinder sehen alles, merken alles, wollen alles, können alles. Ich wusste wo der Schlüssel zum Schrank versteckt war, ich wusste wo die Munition lag, wusste wo der Schlüssel zur Schreibtischschublade versteckt war, ich wusste wie alles zusammenpasste - und konnte schießen.
Gottseidank war meine jüngere Schwester mit den Eltern unterwegs. Sie konnte mich an meinem Tun nicht hindern.
Der Schreck war dem "Alten" anzumerken. Um die Familie und die Nachbarn vor seinem neugierigen Sohn in Zukunft zu schützen, verkaufte er seine Waffen. Das, so erkannte er, war der beste Schutz. Als ehemaliger Soldat wusste er wovon er redet: "Wer eine Waffe besitzt, der benutzt sie auch!"
Ich habe im späteren Erwachsenenleben allen "Verlockungen" oder vermeintlich guten Gründen widerstanden, mir eine Waffe anzuschaffen. Kinder sind clever. Vor ihnen gibt es kein sicheres Versteck.
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