March 2009
  Sun Mon Tue Wed Thu Fri Sat  
  1 2 3 4 5 6 7  
  8 9 10 11 12 13 14  
  15 16 17 18 19 20 21  
  22 23 24 25 26 27 28  
  29 30 31          

Archives

November 2009 (1)
October 2009 (1)
September 2009 (2)
August 2009 (2)
June 2009 (1)
April 2009 (4)
March 2009 (7)
February 2009 (1)
January 2009 (2)
December 2008 (3)
November 2008 (3)
September 2008 (3)
August 2008 (1)
July 2008 (2)
June 2008 (1)
May 2008 (2)
April 2008 (1)
December 2007 (1)
November 2007 (2)
October 2007 (1)
September 2007 (2)
August 2007 (2)
July 2007 (1)

March 14, 2009

Medien im Wandel? Die andere Krise.

Nach der Finanzkrise, der Wirtschaftskrise, nun eine Medienkrise? Die Sinnkrise unseres Systems reduziert sich auf den Faktor Geld. Auch im Geschäft mit den Nachrichten.

Wieder einmal stürzt sich die Industrie der Massenmedien auf den Mörder und die Opfer aus Winnenden, um möglichst hohen Profit aus dieser Tragödie zu schlagen.

Und wieder fragen sich Menschen mit gesundem Verstand, auch Journalisten dieser Kategorie soll es geben, ob diese Verwurstung der Trauer und Gier nach Sensationen geduldet werden kann. Viele Berichte finde sogar ich ekelhaft .

Damals in Köln, als die Geiselnehmer von Gladbeck auf dem Appellhofplatz vor dem WDR auftauchten, habe ich dem Drang widerstanden, als erster meine Geschichte der Redaktion zu liefern. Ich bin gegangen als das Auto mit den Verbrechern und den Geiseln anrollte. Ich wollte nicht dabei sein. Wahrscheinlich hatte ich auch Angst vor der unberechenbaren Gewalt dieser Bankräuber. Danach habe ich in Redaktionskonferenzen mit anderen vehement gegen die Berichterstattung der sogenannten Kollegen gesprochen. Meine Vorstellung vom Ethos im Journalistenberuf konnte ich deutlich machen.

Die Kritiker von damals sind verschwunden, "in Rente". Eine neue Generation muss offenbar die gleichen Fehler machen. Nur technisch mit neuen Möglichkeiten aufgerüstet wirken die Berichte in "Echtzeit" noch schrecklicher, weil der zeitliche Abstand zur Sendung, die Zeit zur Reflektion, nicht mehr gegeben sind.

Daran erinnere ich mich heute, wenn die Medienmacher der Welt ausschwärmen, um ihre Geschichten wie Grabräuber anzubieten. Und wieder beginnt die Debatte über die Medien und ihre Profiteure.

Die Eigentümer und Verantwortlichen in den Medien treibt die gleiche Gier wie die Spekulanten und Banker an den Börsen und Kapitaleigner großer Konzerne. Die Ware NEWS ist zu kleiner und großer Münze verkommen. Ein weiteres Indiz für das Ende eines Wertesystems, welches offenbar nichts mehr mit Moral und Ethik zu tun hat.

Published at 05:17 / 12 comments / 232 visits
This post is public

( 1 post )

 

Català | Čeština nové | 中文 | Deutsch | English | Español | Esperanto | Ελληνικά | Français | Galego | Italiano | Nederlands | Português | More...