Alle reden vom Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914. Ich auch. Doch nach genau einhundert Jahren wissen wir, dass ein Krieg nicht einfach ausbricht, sondern einer politischen Logik folgt.
Warum mache ich mir darüber einen Kopf? Weil mich meine Nachbarin heute bat, ich möge ihr beim Verkauf ihres gebundenen Jahrgangs des WELT-SPIEGELs von 1914 helfen. Natürlich habe ich darin geblättert und auch ein paar Fotos gemacht.
Beim Betrachten der Anzeige blieb mir das Lachen im Halse stecken.
„Im Feldpost-Brief versäume niemand, für seine Angehörigen im Felde
1 Tube Kalodont + 1 Stück Toilette-Seife zur Verhütung von Infektionskrankheiten aller Art, zu senden.
Und über der Anzeige ist der Krieg bereits angekommen. „In den Ruinen von Konstantynów“. Dort stirbt der Soldat schlicht an Kugeln und Granaten.
Ich bin gespannt, wie unsere Zeitungen heute (2014) in hundert Jahren gelesen werden.
Meine Nachbarin will den gesammelten Jahrgang verkaufen. Sie befürchtet, dass ihre Erben beim Ausräumen der Wohnung alles in den Müll schmeißen werden. Es gibt sicherlich noch Menschen, die sich für die Geschichte interessieren, von Zeitzeugen geschrieben.
Der Welt-Spiegel "Illustrierte Halb-Wochenschrift des Berliner Tageblatts“, Druck und Verlag von Rudolf Mosse Berlin, 1914, Januar bis Dezember kompletter Jahrgang. Leinenbuch mit Golddruck gebunden in sehr gutem Zustand. Der komplette Jahrgang 1914 des Journals WELT-SPIEGEL. Fachmännisch saniert. Zerfällt nicht beim Blättern.
Gegenwärtig eine Fundgrube. Nachlesen! Bild-Dokument der Zeit.