ROBERT KLÜMPEN

Ich bring Frische

6. November 2009 bis 16. Januar 2010



Eröffnung: Freitag, den 6. November 2009 von 18 bis 21 Uhr
Einführung: Dr. Stephan Mann, Museum Goch

Wir freuen uns, Ihnen die erste Soloausstellung von Robert Klümpen in der Galerie Wolfgang Gmyrek, Düsseldorf kündigen zu können.
Robert Klümpen (geb. 1973), der 2005 Villa Romana Preisträger war, gehört zu den interessantesten und profiliertesten Malern, die aus der Klasse von Dieter Krieg (Kunstakademie Düsseldorf) hervorgegangen sind. Während die Liebe zum großen Format, zur Figuration (mit ausgeprägtem Interesse an nicht malerischen Motiven) und zur ironischen Sicht bis heute seine Arbeit prägen, könnte seine Maltechnik in kaum größerem Kontrast zu Krieg stehen: Starke Hell-Dunkelkontraste und gezielte Komplementärsetzungen von Grün und Rot oder Blau und Orange in dünnflüssiger Acrylfarbe auf Nessel erzeugen zunächst eine Farb- und Lichtregie, die gänzlich unabhängig von den Lichtquellen ist, die das Bildmotiv zeigt. Keine Neonröhre oder Lampe könnte jedoch einen Ort so zum Leuchten bringen, wie es bei Robert Klümpen die Farbe tut. Selbst das Dunkel erstrahlt in matten Umbratönen. Diese fast barocke Wirkung der Nachtbilder korrespondiert mit der Inszenierung des Alltags in der Malerei.

Seit seiner Studienzeit gibt es in Klümpens Bildern Orte, die sich an der Peripherie der Stadt finden, Karussells auf (temporären) Rummelplätzen, Kioske, oder wie man im Rheinland sagt „Büdchen“, Supermärkte der eher unspektakulären Art oder Vorstadtkneipen und Sexshops, in den neuesten Arbeiten Tunnel, Straßenecken und abgestellte LKW-Anhänger. Er verwandelt diese vertrauten, doch meist nur en passant gesehenen Ansichten der Städte zu Orten, die trotz der stets innewohnenden ironischen Brechung ein Versprechen enthalten. David Wagner hat zuerst darauf hingewiesen, dass der Nachtwanderer in Robert Klümpens Bildern ein „entfernter, städtischer Verwandter eines romantischen Wanderers“ (2003) sei und der Kunsthistoriker Bernd Finkeldey ergänzt, dass die wesentliche Erfahrung der Romantik bis hin zur Moderne, das Gefühl des Erhabenen, in der ironisch gebrochenen Bildwelt Robert Klümpens trotz allem präsent sei (2005).

So scheint es nur allzu konsequent, dass Robert Klümpen sich in den letzten Bildreihen immer wieder dem romantischen Lieblingsmotiv zuwendet: der Landschaft. Auf den ersten Blick fantastisch, malerisch und romantisch sind die Bilder wie seine Stadtansichten durch einen ironisch gebrochenen Blick nicht nur auf das Motiv, sondern auf die ganze Motivgeschichte gekennzeichnet. Die neuesten Bilder gewinnen in den scheinbar vertrauten Spazierwegen durch den Wald eine malerische Freiheit und Abstraktion, die weit über das bisher erreichte Verhältnis zum Gegenstand hinausgeht.

Öffnungszeiten der Galerie Wolfgang Gmyrek: Di-Fr. 11-18 Uhr, Sa 11-16 Uhr u.n.V.
Die Galerie bleibt vom 24.12.2009 bis zum 2.1.2010 geschlossen.