Oder ....wie aus dem Kanarienhahn Joshi, eine Henne wurde.

Im Januar 2011 verstarb mein lieber Vogel Rudi.





Seine Partnerin Amelie war nun plötzlich alleine :-(




Folglich musste ich los,um ihr einen neuen Partner zu kaufen.
Ich entschied mich für einen rostfarbenen jungen Hahn.




Der musste sich ersteinmal einleben und daher erwartete ich noch keine Töne.
Glücklicherweise war er nicht sehr ängstlich und die Annäherung fiel recht leicht.
Es dauerte nicht lange und er hatte mein Herz erobert:-)
Langsam wunderte ich mich jedoch, warum er keinen Gesang anstimmte.
Stattdessen fing er an mit dem wenigen Material das sich in der Wohnung befand
ein wunderschönes Nest zu bauen. Ich besorgte ihm dann noch etwas
Nistmaterial um ihm die Freude nicht zu verderben.
Im März war mir dann endgültig klar warum...

Der "Hahn" ist eine Henne,sie hatte Eier gelegt :-(




Toll, das Zoofachgeschäft hatte mir ein Weibchen verkauft:-(
WAS NUN ???

Sie saß nun fast 3 Wochen auf dem Nest um ihre Jungen auszubrüten,
was natürlich nicht funktionierte :-(

Meine Amelie saß beim Brüten oft stundenlang, ganz rührend zur
Unterstützung an ihrer Seite.

Nach drei Wochen habe ich ihr dann die Eier
schweren Herzens wegnehmen müssen.
Es vergingen ca. 3 Wochen, dann fing sie erneut mit dem Nestbau in der Falte
meines Raffrollos an...und mir wurde klar...sie möchte unbedingt Mutter werden
und das konnte und wollte ich ihr nicht ermöglichen.
Ohne einen baldigen Bruterfolg würde sie jedoch an Schwäche eingehen,
da die Eierproduktion sehr kräftezehrend ist für so einen kleinen Vogel.
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Welch ein Drama :-(((

Ich , die NIE ein Tier abgeben wollte,
musste sich nun nach einer Alternative für
sie umschauen.
Zurück in den kleinen Käfig des Zoogeschäftes ging auf keinen Fall !

Da hatte ich die Idee sie in meiner alten Heimatstadt ( 15 km entfernt) im
Wildvogelpark unterzubringen, denn die hatten eine Voliere mit Kanarien.

Also habe ich dort angerufen und einen Mann an der Strippe,
den ich aus Kindertagen kannte.
Er war der dort der Leiter des Parks :-)
So klein ist oft die Welt :-)...Er erlaubte mir den Vogel dort unterzubringen
und somit bin ich dann mit schwerem Herzen und einem Käfig losgezogen
und habe sie dem Tierpark anvertraut.
wildpark-schwentinental.de
Das obige Foto von ihr, ist das Abschiedsfoto.
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Bei meinem ersten Besuch , konnte ich sie dann auch erblicken.


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Sie wirkte recht scheu...und bei späteren Besuchen war sie stets unsichtbar.
Sie benötigte wohl viel Zeit sich einzugewöhnen.
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Dann kam das Gretchen und in dieser Zeit
bin ich nicht mehr dorthin gefahren.
Ich war einfach zu sehr beschäftigt und irgendwann
musste ich den Vogel ja auch mal loslassen.
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Diesen Dienstag war es dann soweit..einem inneren Bedürfnis folgend bin
ich dann endlich mal wieder dorthin gefahren.
Dann bekam ich große Augen....die Voliere war leer :-((
Ich habe dann in den anderen Käfigen gesucht und stellte erfreut fest,
dass sie eine richtig große neue Voliere aus Spendengeldern gebaut haben.
Oh wie schön, so viel Platz mit einer Höhe von bestimmt 4 Metern.
Ich erblickte kleine Täubchen, Pfaue und ganz viele Zebrafinken,
doch leider keine Kanarien :-(((

Ich bin dann zum Wirtschaftshof des Parks und die Mitarbeiter
erzählten mir die traurige Geschichte:
www.kn-online.de/Lokales/Ploen/Volieren-aufgebrochen-Voegel-geklaut
Alle Kanarienvögel gestohlen , bis aus einen ...und das war meiner :-)
Ihr dunkle Farbe und ihre Schüchternheit hat ihr das Leben gerettet.

Ich war schockiert und dankbar zugleich!

Ich möchte nicht wissen, was mit all den armen Tieren passiert ist.
Wie kann man mit den Tieren Geld machen ?...der Markt ist doch gesättigt!
Vielleicht waren es auch perverse Monster, die etwas ganz anderes mit ihnen
angestellt haben...leider wurden die Täter bis heute nicht gefasst :-(

Ich erinnere mich noch, als vor ca. 10 Jahren eine Horde Jugendliche
dort eingefallen sind und ein Massaker anrichteten.
Sie haben vielen Tieren die Hälse umgedreht,
einige lebendig an die Türen genagelt oder sie lebendig verbrannt :-(((

Das Tatmotiv war Langeweile !!!..
Boah, man kann sich wirklich vor seinen
Mitmenschen fürchten.
Diese Grausamkeit verschlägt mir immer wieder den Atem !
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Umsomehr freue ich mich über dieses kleine Wunder,
dass ausgerechnet mein "Mädchen" noch lebt :-)

Leider hat das traumatisierte kleine Seelchen keine Artgenossen mehr.
Es muss der blanke Horror für all die Tiere gewesen sein,
der ihnen da in den 3 Nächten passiert ist.
Daher ist sie nach wir vor recht scheu und lässt sich kaum blicken.
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Da der Tierpark keinen Eintritt nimmt und die Gemeindeskassen
bekanntlich alle Ebbe haben, war es ihnen in dem ganzen Jahr nicht möglich
einige neue Kanarien zu kaufen.
Bis vor einen halben Jahr hatte sie angeblich noch einen alten Partner,
der dann gestorben ist.
Toll das war dann wieder ein Verlust :-(

----und nun kommt das kleine HappyEnd:-)

Ich bin heute zu einem Zoofachhändler und habe meiner einsamen,
brutlustigen Henne eine neuen jungen Mann gekauft.
Er muss sich jetzt erstmal langsam in einem Käfig an die kalten "Sommertemperaturen" gewöhnen,dann darf er zur ihr in die Voliere ziehen
und sobald er er geschleschtreif ist können sie für Nachwuchs sorgen !
Vorausgesetzt sie mögen sich, wovon ich sehr stark ausgehe.
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Ich hoffe nur, dass nicht irgendwann wieder ein Drama passiert,
aber die neue Voliere ist so hoch, dass sich die kleinen Vögel
gut verstecken können und ich habe mich bewusst für eine Naturfarbe
entschieden, damit auch er sich bei Gefahr "unsichtbar" machen kann !
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UPDATE :

Habe gerade mit dem Wildtierpark gesprochen.
Das neue "Kanarien-Hähnchen" hat sich eingelebt,
sie haben sich angenähert und verbringen ab jetzt ihr Leben gemeinsam :-)

Nun bin ich froh !