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Vor 50 Jahren - am 25. Juli 1958 wurde ich zum Priester geweiht durch unseren Kardinal Dr Lorenz Jaeger - Erzbischof von Paderborn - im Hohen Dom zu Paderborn - mit mir noch weitere 40 junge Männer -
Es war eine großartige Feier - darauf versteht sich die "Hl. Mutter Kirche" - und wir waren alle - wie man heute so schön sagt - HOCHMOTIVIERT -
7 Jahre blieb ich Priester - als Vikar - in 2 Gemeinden - dann beschloß ich diesen Beruf aufzugeben
WARUM
Man macht so seine Erfahrungen - und die kommen meist nicht von heute auf morgen - sie wachsen - hier sind einige weniger gute
- die ARROGANZ der Kirche - die behauptet - auch heute noch - die Alleinseligmachende zu sein
- die Anmaßung EINES Menschen - eines Papstes - in Glaubens- und Sittenlehren - Unfehlbar zu sein - was schon in einzelnen Fällen erwiesenermaßen nicht der Fall war -
- die Behauptung - alle Menschen seien durch das erste Elternpaar - der imaginären ADAM und EVA - schon bei der Geburt mit der Erbsünde belastet und
- nur durch Jesus - den Sohn Gottes - kann diese Schuld durch eine Taufe getilgt werden
- und zwar durch den Tod eines Gottes - Sohnes am Kreuz
- Gott gibt es nur als Vater und Sohn - Mutter und Tochter gibt es nicht als Gott
- der Heilige Geist ist eine recht verschwommene und irgendwie nicht recht passende göttliche Person-
- es gab und gibt - leider - immer wieder die Bespitzelung durch 'tiefgläubige' Menschen
- Ich schrieb einmal in einem öffentlichen Leserbrief
- ' Der Bischof soll nur einmal verheiratet sein' - das steht klar und unmißverständlich im Neuen Testament -
- Wegen vieler Briefe an den Kardinal wurde ich zitiert - er konnte es nicht verstehen - wie er mir unumwunden zugab
- immerhin hatte es ja auch 1200 Jahre gedauert bis ein kleiner Buchstabe dazukam -
- aus dem - EINMAL - wurde ein - KEINMAL -
- aber das ist jetzt auch schon wieder 800 Jahre her
- die Kirche ist eine Wahlmonarchie - ein kleines Gremium meist alter Männer wählt meistens einen alten Mann als Papst - ein Alter - in dem andere schon im Ruhestand sind - eine freiwillige Abdankung ist nicht vorgesehen - normalen Pfarrern wird diese Möglichkeit ab dem 70. Lebensjahr nahegelegt -
- Im Alter kann man leicht der Gefahr einer übergroßen Ängstlichkeit erliegen - aber Ängstlichkeit ist ein schlechter Ratgeber
- die Amtskirche fordert bei jeder sich bietenden Gelegenheit von anderen FREIHEIT - in ihren eigenen Reihen gibt es sie nicht - wer aus der Reihe tanzt - wird gnadenlos entlassen - ich habe es am eigenen Leibe erfahren - ab dem 1.2 1966 gab es keinen Pfennig mehr - kein Übergangsgeld - nichts -
soziale Abfederung - in dieser christlichen Kirche - ein Fremdwort - seitdem erhält sie auch von mir keine Kirchensteuer mehr
- Bei der Eröffnung des Konzils im Jahre 1960 sagte ein 20Jähriger aus meiner Gemeinde ' Die Berge kreißen - und geboren wird eine Maus' - auf gut deutsch 'außer Spesen nichts gewesen '
Ich hielt das damals nicht für möglich - er sollte Recht behalten - leider -
Eine wirklich GUTE ERFAHRUNG war die - man hat uns das Meditieren gelehrt
Jeden Morgen vor dem Gottesdienst gab es 30 Minuten Zeit zum Meditieren
bis heute pflege ich diese Übung
Und last not least - ich lernte meine Gedanken und Gefühle - so gut es nun mal eben geht - in Worten auszudrücken - jeden Sonntag mußte gepredigt werden - das gehörte nun mal dazu
Der Entschluß - diesen Beruf nicht mehr auszuüben fiel mir nicht leicht - auch für meine Eltern und Geschwister war es eine schwere Zeit -
Ich studierte dann nochmal Pädagogik mit den Fächern Sport - Physik - Chemie - Deutsch
Hier lernte ich meine Frau kennen - wir heirateten und ließen uns am 2. Weihnachtstag 1969 von einem evangelischen Theologieprofessor in einer evangelischen Kirche trauen -
Wir hatten 3 Kinder - 2 Mädchen 1 Jungen
Meine Frau starb leider am 13. August 1999 an Krebs im Alter von 56 Jahren
Die älteste Tochter ist seit 2002 evangelische Pfarrerin - ihr Mann ist ebenfalls Pfarrer - sie teilen sich die Arbeit - sie wohnen in der Nähe -
Die Erfahrungen in der Kirche haben mich HELLHÖRIG werden lassen bei allen VERSPRECHUNGEN großer nationaler oder übernationaler Gruppen - von der Krankenkasse über die Regierungen bis zu den heute übermächtigen international operierenden Gruppen
und ALLE versprechen uns nur das Beste -
Bei den Wahlen geben wir einen Teil unserer Macht ab
und nicht wenige sind dann ihren gewählten Vertretern hilflos ausgeliefert
Aber die ganz Großen - die da oben - wir kennen sie nicht einmal - können wir nicht wählen -
sie wollen sich auch nicht wählen lassen - und abwählen lassen schon mal gar nicht - viel Macht haben - und viel Macht ausüben - und dabei noch un-anständig viel Geld verdienen - das ist wie eine Droge - und wer verzichtet schon freiwillig darauf
Ich lebe heute in dem mir verbliebenen Rahmen und Möglichkeiten
in FREIHEIT und in LIEBE zu allem
Ich erweitere mein Wissen und vertiefe meine Gefühle
zu mir SELBST
zu den Menschen die mir nahe stehen
zu der Welt die mich umgibt -
zum UNIVERSUM - zu dem WIR ALLE - gehören -
Ich gehe achtsam mit meinem Leben um - es ist ein großartiges Geschenk
Ich selbst würde mich einschätzen als ein
optimistischer Realist oder
ein realistischer Optimist -
Das sind so meine Gedanken am 50. Jahrestag meiner Weihe zum Priester -
Ich wünsche allen - die dies lesen - Gesundheit an Körper Geist und Seele
und ein entspanntes und glückliches WACHSEN
Liebe Grüße
Albert
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