14. Reil - Religionen - ja oder nein



Wie immer wachen Nina und Nino am 'nächsten Morgen'
im Haus von Leon und Leoni auf.



Wieder werden sie geweckt
von einem kleinen aber entzückenden Vogelgezwitscher.
Sofort ist ihnen bewußt, wo sie sich befinden.
In den letzten Tagen hatten sie ja auch schon einiges erfahren.
Das Leben auf diesem Planeten war doch
um einiges anders als auf ihrem Planeten Erde.
Was würde es wohl noch an Überraschungen geben.
« Weißt du - Nina - was mich doch ein wenig wundert -
ich habe hier noch keine Kirche gesehen.
Ich möchte mal gerne wissen
Gibt es hier Religionen - wie bei uns -
und - glauben diese Menschen an
einen Gott oder vielleicht an Götter und Göttinnen. »
« Na - dann fragen wir doch einfach mal
Leon und Leoni » antwortet Nina
« die müssen es doch wissen.
Aber ich kann mir schon fast denken -
da gibt es bestimmt wieder einige Überraschungen. »


Nach einem Blick in den blühenden Garten
und auf die Skulptur der 'Liebenden'gehen sie hinunter
und werden unten von Leon und Leoni freundlich empfangen.
« Guten 'Morgen' - Na - gut geruht »
« Aber sicher doch »
« Dann laßt uns frühstücken »
Wie üblich speisen sie in Ruhe.

« Die Mutter von Manuel und Manuela ist wieder zu Hause »
so beginnt Leon « Ihr Mann hatte uns ja eingeladen.
Ich schlage vor sie zu besuchen »
« Aber - bitte - laßt uns zu Fuß gehen, es ist so schön bei euch »
meint Nina.
« Einverstanden » sagt Leoni
« Zeit haben wir ja genug »

Und so gehen sie durch das kleine Städtchen
Wie sie - sind auch andere Bewohner unterwegs.
Sie grüßen freundlich und auch sie werden freundlich gegrüßt.




Nach einer Weile erblicken sie das Haus von Manuel und Manuela.
Als ob man ihre Ankunft schon erwartet hätte,
vor dem Haus in der Sonne sitzt die Familie.
Sie begrüßen sich - wie üblich -
mit einem Kuss auf beiden Wangen.
« Darf ich euch meine Frau vorstellen
sie heißt Alina »
« Und mein Mann heißt Alino » sagt Alina
wobei sie ihren Mann lächelnd und liebevoll anschaut.
Und Alina fährt fort
« So - jetzt lerne ich euch auch kennen.
Mein Mann meine Tochter Manuela und mein Sohn Manuel
haben schon von euch erzählt.
Ich freue mich - euch hier empfangen zu können. »

Mittlerweile kennen Nina und Nino dieses Gefühl
ein schönes Gefühl
von Vertrautheit und Willkommensein.

« Ich hoffe - ihr habt euch schon etwas hier bei uns eingelebt »
so beginnt Alina.
'Sie hat eine schöne und sanfte aber doch auch klare Stimme'
denkt Nino - und laut sagt er:
« Ja - schön ist es hier bei euch -
wenn auch manches für uns sehr sehr ungewöhnlich ist »

« Ihr seid nicht die Ersten - die das sagen.
Aber ich spüre - ihr habt eine besondere Frage heute. »

« Allerdings » meint Nina
« und wir sind sehr neugierig auf eure Antwort »

« Na - dann laßt mal hören.
Ihr wißt ja - bei uns kann man alles fragen -
wenn es auch vielleicht etwas schwierig werden könnte
für euer Verständnis »

« Dessen sind wir uns schon bewußt » meint Nino bedächtig
« Nun - Nino - was wolltest du wissen
sag es doch einfach »
ermuntert Nina ihren Bruder.

« Also - uns ist aufgefallen -
So etwas wie eine Kirche gibt es bei euch nicht.
Wir haben bis jetzt keine gesehen.
Gibt es bei euch Religionen
glaubt ihr an einen Gott oder
vielleicht an Götter und Göttinnen »


Alina lächelt und sagt:
« Dazu kann euch sicher mein Mann etwas sagen.
Er hat sich lange mit der Geschichte
unseres und auch eures Planeten beschäftigt. »


Es ist still
Vor ihnen steht ein Baum
seine Blüten duften.
Einige sind schon geöffnet
andere Blüten stehen noch in Knospen.

Nina und Nino ahnen
jetzt werden sie etwas erfahren über ein Problem
dass ihnen von der Erde her sehr bekannt ist.

Nach einer langen - langen Pause
und in eine große und tiefe Stille hinein beginnt Alino:

« Ich kenne eure planetarische Geschichte
und natürlich auch die Geschichten,
die sich um die Erschaffung der Erde ranken.
Alle Völker glauben an eine Erschaffung
durch Gottheiten.
Und diese Geschichten sind sehr mannigfaltig.
Eine große christliche Kirche lehrt sogar
dass Adam und Eva im Anfang
eine von Gott auferlegte Prüfung machen mußten
und natürlich sofort versagt haben.
Darunter müssen selbst heute noch alle Menschen leiden »

« Man nennt diese Sünde bei uns die Erbsünde
und als Schuld die Erbschuld »
« Ja - Nino - so ist es »
« Ich habe das nie verstanden » meint Nina
« Was kann ich dafür - dass da vor Millionen von Jahren
ein Ehepaar etwas falsch gemacht haben soll -
und wer will das wirklich genau wissen »

« Liebe Nina - das ist ein gutgemeinter Versuch
mit Hilfe einer Geschichte -
die sich natürlich so nicht zugetragen hat -
das Böse zu erklären.
Diese an und für sich so gut ausgedachte Geschichte
hat einen entscheidenden Fehler ....
« Oh welchen - das versteh ich nicht...
.... aber ich ahne es ....»
« Na - und - was ahnst du »
« Ich vermute - der Teufel - der da ins Spiel kommt
ist mächtiger als dieser Gott.
Das ist ja wie eine Zwickmühle.
Eigentlich sollte doch diese Gottheit
die oberste Macht im Universum sein »

« Ja - und um das Ganze abzukürzen » so fährt Alino fort
« genau da setzen die Religionen ein und sagen euch:
Aus diesem Dilemma können wir euch heraushelfen
Denn wir haben einen direkten Kontakt zu diesem Gott
oder auch zu seinem Sohn.
Und wir - wir allein - können euch sagen -
was ihr jetzt machen müßt,
um aus diesem Konflikt heraus zukommen. »

« Das tun dann die Priester. »
meint Nino.

« Ja - aber leider hat sich bei vielen Völkern daraus eine Kaste
mit einer Hierarchie gebildet.
Und häufig waren die Priester auch noch Herrscher »
man nannte sie 'Priesterkönige'
oder 'Fürstbischöfe von Gottes Gnaden'
Der Leiter einer großen Religion
nennt sich heute noch 'Vertreter eines Gottessohnes'
Aber im Gegensatz zu dem Gründer
und im Gegensatz zu seinen Anhängern
lebt er in einem prächtigen Palast
und schmückt sich mit schönen aber altmodischen Kleidern. »


« Das stimmt - genauso sehe ich das auch - Alino »

« Und sogar heute noch gibt es Kämpfe mit Toten und Zerstörungen
für die Errichtung eines Reiches im Sinne eines heiligen Buches. »

« Ja - Alino - leider gibt es das immer noch. »

___________________


« ? Aber - sagt uns doch - wie ist das nun bei euch,
vielleicht etwas weniger kompliziert? »

« Lieber Nino - liebe Nina -
- um es kurz zu sagen -
Bei uns gibt es keine Religionen
und auch keinen Glauben
an einen Gott oder an Götter und Göttinnen.
Das mag euch im Moment sehr ungewohnt
ja fremd und unglaublich vorkommen.
Es ist aber so.


Doch warum ist das so.

Schaut mal:
Unser Leben hier auf unserem Planeten
wäre schon für euch das,
was ihr einen Himmel nennt.
Es gibt
keine Kriege - keine Hungersnöte -
keine Krankheiten - keine Armut.

Um es positiv zu sagen:

Wir leben gerne - wir lieben gerne - wir feiern gerne
wir reisen gerne - wir 'arbeiten' gerne.
Wir pflegen was wir haben und erschaffen Neues.
Wir haben die Gabe der Materialisation und der Dematerialisation.
Ihr habt das bei uns schon erlebt.
Das allein sind für euch schon Eigenschaften,
die ihr einem wie auch immer gearteten Gott zuschreiben würdet.
Ja - in euren Augen und in eurer Vorstellungswelt
wären wir Götter und Göttinnen.

So sehen wir uns aber nicht.

- Seht mal -
Wir haben Kontakte mit anderen Planeten
können sogar dorthin reisen.
Und wir bekommen Besuche von anderen Planeten.
Manche Planeten sind noch weiter entwickelt als wir.
Das übersteigt eure Vorstellungskraft gänzlich.
Wir sehen uns als Wesen, die sehr weit entwickelt sind
im Verhältnis zu eurer Entwicklung.

Alles ist in Entwicklung - ihr - wir -
das gesamte Universum.

Deswegen seid ihr nicht schlechter als wir.
Ein Beispiel mag euch ein wenig weiterhelfen.
Ihr kommt als Baby zur Welt und
entwickelt euch bis hin zum Erwachsenen.
Niemandem würde es einfallen - zu sagen -
ein Baby oder ein Kind ist schlechter als ein Erwachsener.
Das ist auch für euch einleuchtend.

Diese Einstellung oder diese Sichtweise
braucht ihr nur auf eure Religionen
- eure Weltanschauungen -
und letztlich auf euch persönlich anzuwenden.
Dann würde euer kämpfen
um die beste Religion oder die beste Staatsform
ein Ende haben.
Das Wort 'Alleinseligmachend'
würde es in eurem Vokabular nicht mehr geben.
Das würde euch endlich den langersehnten Frieden schenken. »

....Es ist still....

Unwillkürlich sehen Nino und Nina das Bild dieses Planeten vor sich
wie damals - als sie auf dem Gipfel angekommen waren.


Wie lange ist es eigentlich schon her
....war es gestern - war es vorgestern - war es letzte Woche....
Sie haben kein Gefühl mehr für 'Zeit'
Ihr Heimatplanet ist weit - weit weg.
Langsam erwachen Nina und Nino
wie aus einem langen und tiefen Traum.

Schließlich sagt Alina leise
« Könnt ihr euch jetzt noch vorstellen
dass in diesem riesigen Universum
nur ein einziger männlicher Gott -
eine einzige Gottheit
oder
nur ein Gott in drei Personen
existieren sollen.
Für uns ist das einfach unvorstellbar. »


Nach einer langen - langen Pause
sagen Nino und Nina - fast wie aus einem Munde
« Bei euch ist das alles so einfach
und es hört sich so selbstverständlich an. »

« Liebe Nina - lieber Nino
« Alles braucht seine Zeit - oder genauer gesagt
alles hat eine gewisse Dauer.
Auch die Menscheit auf eurem Planeten
wird einmal zu diesen Einsichten kommen.
Und - viele sind schon offen dafür.... »

« Wir wünschten uns - du hättest recht - Alina »

« Wir lieben euch - und viele von euch
entdecken wieder die Liebe zu uns.



Wesen von anderen Planeten werden euch besuchen.
Und auch ich werde mich bald in dem Körper einer Frau
auf eurem Planeten inkarnieren.
Und - im Gegensatz zu manchen negativen Vorstellungen
von irgendwelchen bösen Aliens -
kommen wir als liebende und wissende Wesen.
Wir werden euch helfen.
Aber darüber können wir uns ein anderes Mal unterhalten. »

Nach einer Pause und noch etwas benommen
sagt Nino
« Liebe Alina - lieber Alino
wir möchten uns herzlich bedanken
für diese uns völlig neuen Erkenntnisse.
Wenn das so ist wie ihr sagt
dann können wir Hoffnung haben für unseren Planeten Erde. »
« Ja - das könnt ihr haben.
Euer Planet steht vor einem neuen Frühling.
...Ganz sicher...»





Text und Fotos von Albert Jäger



15. Teil - Alino spricht über das universale und planetarische Bewußtsein