Eine "schöne" chronologische Auflistung der Bankzusammenbrüche der turbulenten letzten Monate findet sich aktuell im Online-Standard: derstandard.at/?url=/?id=1220459186427

Wenn man sich so durchliest was da passiert und welche Milliardenbeträge hier so "locker" verteilt werden um dem fallenden Brocken Stockwerk für Stockwerk Geschwindigkeit zu nehmen wird mir ganz schlecht. Ich glaube nicht, dass das etwas hilft. Der Stein der da ins Rollen geraten ist, lässt sich nicht aufhalten und im nächsten oder übernächsten Jahr wird die Krise wahrscheinlich hart auf den Arbeitsmarkt durchschlagen. Das bedeutet eine Menge arbeitsloser und bankrott gehender Firmen die in einem geschwächten und von mißtrauen geplagten Bankensystem nicht aufgefangen werden können. Wie singt R.E.M. so schön: This is the end of the world as we know it! Nur gut fühle ich mich dabei nicht.

Das ist miteingrund warum ich die aktuelle österreichische Nationalratswahl und auch die amerikanische Präsidentenwahl als einen absoluten Meilenstein sehe an dem sich der Weg zweigt. Dort gibt's mit McCain die Fortführung in den sicheren Untergang oder mit Obama die Chance of Besserung, ohne Garantie. Bei uns geht's mit einer zerstrittenen großen Koalition oder einer Chaos-Koalition rechter Ideologien in den Abgrund. Wie stand da in einem meiner alten Geschichtsbücher der Mittelschule zu den 20-30iger Jahren: "Während die Parteien sich streiten, geht Österreich unter". Genau das erleben wir jetzt wieder in einer Regierung und mit einem Parlament das in den letzten 2 Wochen größere Hüpfer vollbringt als in den letzten 2 Jahren. Die Grünen sind wirklich mein einziger Hoffnungsträger und das ist bei weitem kein stabiles Pflaster, denn streiterisch geben auch sie sich, aber immer noch konstruktiv und mit guten Ideen.

Vielleicht bin ich zu pessimistisch, vielleicht gibt es noch Hoffnung das alles abgefedert werden kann, aber zu oft habe ich mir in letzter Zeit in Erinnerung gerufen wie scheinbar stabile Institutionen auf den Schultern einiger weniger getragen werden und wie ein scheinbar unzerstörbares Land mit einer unbremsbaren Willenskraft zuerst ein kleines Hochhaus und dann eine Millionenstadt verliert und im größten Kreditsumpf des 21. Jahrhunderts stehend langsam untergeht.