Дон Андре Published on June 16, 2009
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Abstand

Tuesday June 16, 2009 at 09:42PM

Mit einem Tele ist man oft zu nahe dran, das kennt man ja, das Gesicht schön freigestellt vom Hintergrund. Ein gutes Portrait sagt man und die Unschärfe hat sogar einen Namen! Die Katze beim Spielen oder überhaupt ein Makro, man klebt nicht an der Einstellung fest, nur am Gegenstand und versucht und dreht und wendet sich. Von links, von oben, oder doch mehr von unten? Das Subjekt ist fix, man selbst ist überall.

Mit einem Weitwinkel ist man oft zu weit weg. Das kennt man ja, schön das Bild komponieren im Drittelmix, ein Drittel Himmel, zwei Drittel Erde oder umgekehrt. Das ist schön und ästhetisch. Eine gute Aufnahme! Man lebt in der Szene, sie ist überall und alles was man sieht in einem einzigen Bild, das ist möglich, das geht, man braucht sich gar nicht mal bewegen. Man selbst ist fix, der Gegenstand ist überall.

Und irgendwo dazwischen gibt's den dünnen Bereich wo es komisch wird und seltsam. Da ist fast ein wenig unbehagen da, ein wenig die seltsame Ästhetik. Die Frage was will er nun? drängt sich auf und das Bild lebt trotz des Moments genau da weiter.

Was ist der Abstand? Oft such ich ihn.

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2 Comments / add your comment?

Agnus says:
Ich find das Essay sehr gelungen und mich darin wieder.
Beim Fotografieren und beim betrachten von Fotos anderer fällt mir oft auch, dass gerade die Bildkomposition mit einem Normalobjektiv (bei mir 30 mm) und großer Schärfentiefe besonders hohe Ansprüche an den Fotografen stellt. Fotos mit extremen Brennweiten und/oder geringer Schärfentiefe beziehen meist schon aus der vom menschlichen Auge abweichenden Perspektive bzw. Abbildung ihre Besonderheit. Ein Bild wie das des Schwans, was offenbar mit einem Normalobjektiv aufgenommen wurde, muss schon andere interessante Aspekte bieten (was es auch tut). Darin liegt für mich eine Herausforderung, der ich mich zukünfrig mehr stellen möchte.
Posted 6 months ago. ( permalink / translate )
Дон Андре replies:
Danke für deinen Kommentar!
Ich bin mir nicht sicher ob es gänzlich an der Brennweite liegt. Sicher liegt da eine Wahrheit, aber es müsste möglich sein, auch mit Weitwinkel oder Tele ähnliche Effekte zu erzeugen. Die Brennweite, verleitet leider oft zu einem gewissen Fotografierverhalten und einer gewissen Motivwahl und -darstellung. Zum Bild mit dem Schwan: Mit einem Weitwinkel kann ich den Abstand verringern, dadurch den Schwan im Vergleich zur Landschaft vergrößern und ihm mehr Gewicht verleihen. Mit einem Tele würde ich den Abstand vergrößern müssen, damit den Hintergrund stark vergrößern und den Schwan kleiner erscheinen lassen. Durch geeigneten Abstand und Brennweite kann man die Relation der Motive zueinander verändern. Hier ist vielleicht noch ein Beispiel, wie das mit einem Tele Objektiv aussehen könnte (200mm):
Beach photography
Posted 6 months ago. ( permalink / translate )

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