Ein Wandertip für alle Dresdner, aber auch für Dresden-Besucher ein echter Geheimtip, wenn man mehr als die Frauenkirche und die Semperoper sehen will.

Gestartet wird in Pillnitz/Hosterwitz an der Van-Gogh-Straße, dort kann man sein Auto abstellen oder besser gleich mit der Buslinie 83 hinfahren. Man geht den Keppgrundweg entlang und gelangt, welch Überraschung, in den Keppgrund. Selbst bei strahlendem Sonnenschein erwartet den Wanderer dort feuchte Kühle unter grünem Blätterdach. Links plätschert romantisch ein Bach über bemooste Steine, der Weg ist mit Laub gepolstert. Es geht stetig bergauf und nach ca. 20 Minuten, zuletzt über mit Moos bewachsene Treppenstufen, erreicht man die Keppmühle.

Diese Mahlmühle wurde im 16. Jh. erstmals urkundlich erwähnt, bestand aber da schon eine ganze Zeit. Im 19. Jh. entwickelte sich die Keppmühle zu einer beliebten Ausflugsgaststätte, zählt doch der Keppgrund zu einem der schönsten Täler am Elbhang. Leider gibt es dort seit 1984 kein kühles Getränk mehr für den Wanderer, von einer Wiedereröffnung ist immer mal wieder die Rede, wer weiß.



Nach ausgiebiger Fotopause geht es weiter, und zwar mit dem Gelbstrich-Weg Richtun Körnerplatz. Das Schild meint, dass es von hier noch 8 km sind. Der Weg ist leicht zu finden und sehr gut ausgeschildert!Es geht bergan durch inzwischen lichtdurchfluteten Wald, der jetzt im Herbst besonders schön ist - überall Farben dass es eine Freude ist! Wenig später verlässt man den Wald, um auf einem schmalen, mit Obstbäumen bestandenen Feldweg weiter Richtung Rockau zu wandern. In Rockau ist der Hund begraben, jedenfalls war das mein Gefühl zur Mittagszeit.



Eine Attraktion gibt es aber doch: Die Rockauer Höhe, auch "Sachsens Hiefel" genannt.Vom hier gelegenen Aussichtspunkt bietet sich ein beeindruckender Blick über das Elbtal zwischen Meißen und der Grenze zu Böhmen. Leider lag die Stadt total im Herbstdunst, aber irgendwie war auch das reizvoll.

Die Straße entlang geht es, vorbei an Einfamilienhäusern und Vorgärten, aus Rockau heraus Richtung Helfenberg.

Kurz vor dem Ortseingang biegt der Weg links ab in den Helfenberger Park, der zu dieser Jahreszeit mit seinen alten Bäumen und dem leuchtend gelben Herbstlaub ganz besonders stimmungsvoll ist. Treppauf und treppab überquert man den Helfenberger Grund und gelangt kurze Zeit später nach Pappritz.



Hier steht der Fernsehturm, ein Wahrzeichen des Dresdner Elbtales. Bis Anfang der 90er Jahre konnte man mit einem Aufzug nach oben fahren und den Blick über Dresden und die Umgebung bei überteuerten Speisen und Getränken genießen. Für die Sanierung der Aufzugsanlage und des Restaurants in 145 m Höhe hat sich bis heute kein Investor gefunden - also muss man sich mit dem Blick von unten in die Höhe begnügen.


Auf der Waldmüllerstraße verläßt man Pappritz und erreicht kurz darauf die Wachbergschänke im Wachwitzgrund, die von sich behauptet, Dresdens ältestes Gasthaus zu sein. Schön und idyllisch gelegen ist sie auf jeden Fall. Da sie nur am Wochenende tagsüber geöffnet ist, gab es hier keine Unterbrechung und es ging weiter durch den Wald. Man trifft bald auf den Wachwitzgrund, dem man nur kurz folgt um kurz darauf auf dem Eichendorffsteig emporzusteigen. Hier ist noch einmal richtig Kondition gefragt! Oben angelangt, befindet man sich im wunderschönen Wachwitzer Höhenpark, in dem sich auch ein schöner Rhododendron-Garten befindet.

Über den Kuckuckssteig im Rochwitzer Busch erreicht man Oberloschwitz mit seinen schönen Villengrundstücken. Hier hat man im Hotel "Schöne Aussicht" die Möglichkeit, sich zu stärken.

Danach geht es weiter über die Treppen des Steinweges zum Veilchenweg, von dem sich gelegentlich wunderschöne Blicke ins Elbtal bieten. Man unterquert hier die Anlage der Loschwitzer Bergschwebebahn, ein technisches Denkmal, das von 1898 bis 1901 erbaut wurde. Sie war die erste ihrer Art in der Welt und verbindet Loschwitz mit Oberloschwitz und überwindet dabei einen Höhenunterschied von 84 m.



Kurz darauf hat man auch schon den Körnerplatz erreicht.Als krönenden Abschluss der Wanderung genießt man an der Elbe noch bei einem kühlen Getränk den Blick aufs Blaue Wunder.



Wenn man das Auto in Hosterwitz stehen hat, muss man jetzt noch mit dem Bus Nr. 83 fahren...



Diese Wanderung ist übrigens in umgekehrter Richtung die erste Etappe des DichterMusikerMalerWeges von Dresden-Loschwitz bis in die Sächsische Schweiz.

Wenn man in dieser Richtung läuft, bietet sich am Ende ein Besuch im Schloss Pillnitz an...