Es galt, mein Weihnachtsgeschenk für Uli einzulösen: Drei Tage (und natürlich Nächte!) in der Lagunenstadt!

Venedig – schon der Klang des Wortes assoziiert Romantik pur und lässt die Gedanken schweifen, man denkt an glänzende Palazzi, lauschige Plätze, beeindruckende Kirchen, an die vielen Brücken, Gondeln, an leckeres italienisches Essen und und und...

Und erst die Aussicht auf die vielen Gelegenheiten zum Fotografieren!

Man hört aber auch immer wieder, dass Venedig wie kaum eine andere Stadt sozusagen „die Geister scheidet“ - für die einen ist es die romantischste Stadt der Welt, für andere einfach nur heruntergekommen, schmutzig und voller Touristen, wieder andere versetzt der morbide Charakter der Stadt in eine melancholisch-niedergeschlagene Stimmung.

Um es vorweg zu nehmen: Wir gehörten eindeutig und sofort zu dem Teil der Millionen von Besuchern jährlich, die dem Zauber dieser autofreien, wasserumspülten Stadt völlig erliegen!

Venedig kann man mit Recht als einzigartig bezeichnen. Mit seinen rund 3000 Gässchen, 100 Plätzen, den etwa 150 Kanälen und über 400 Brücken hat es nahezu unverändert die Jahrhunderte überdauert.
Und es war eigentlich genauso, wie ich es mir immer vorgestellt hatte: Der Markusplatz mondän und atemberaubend, märchenhaft der Dom – und Touristentrubel ringsum. Natürlich fehlten auch die Tauben samt den Futterverkäufern nicht!

Die wasserumspülten Paläste entlang des Canal Grande unwirklich prachtvoll und morsch zugleich. Das Gassengewirr, die vielen Brücken und kleinen Kanäle nur wenige Schritte abseits so bunt und pittoresk. Und nicht zuletzt die Gondoliere so unglaublich stolz und cool!

Eine Stadt zum Entdecken und Genießen also!

Das taten wir dann auch ausgiebig. Neben den touristischen Hauptattraktionen – Markusplatz, Dogenpalast, Rialtobrücke und Canal Grande gab es in den sechs Stadtvierteln Venedigs, den „Sestieri“, jede Menge ruhige, romantische, fotogene und nahezu touristenfreie Ecken.

Mein absoluter Favorit dabei war Cannaregio, das weitläufige Gebiet nördlich des Canal Grande zwischen Bahnhof und der Rialto-Brücke. Hier findet man eine einzigartige Mischung aus belebten Straßen mit Markttreiben und typischem italienischen Leben, wo sich auch das abendliche "Flair der Serenissima“ aufs trefflichste genießen lässt und andererseits wunderbar ruhige, kleine Kanäle zum Schlendern und Genießen. Auch das jüdische Viertel befindet sich in diesem Bezirk.

Eine Entdeckung der ganz besonderen Art waren die „Bacari“, die schlichten Steh- oder Wein-Bars. Dort „kippt“ man vom frühen Vormittag bis nachts gerne eine „Ombra“, das kleine Gläschen Hauswein. Dazu gibt es kleine, einfache bis delikate Häppchen, die „Cichetti“.
Dieser typischen venezianischen Sitte haben wir uns doch gerne angeschlossen! Bei all den Besichtigungstouren – wir haben in den drei Tagen alle Sestieri durchstreift – braucht man auch immer mal wieder so eine nette Pause.

Für den Abend wählten wir dann kleine Osterien oder Ristorante abseits der Touristenfallen an Markusplatz oder Rialtobrücke, in denen wir durchweg gut bedient wurden und lecker gegessen (und getrunken) haben. Wunderbar war es, danach durch die nächtlichen Gassen zu schlendern!

Auch die Wahl unseres Hotels, ein 1-Sterne(!)-Haus mitten in Santa Croce, war ein Volltreffer!
Nur wenige Minuten zu Fuß von Busbahnhof und Anleger der Vaporetti (das sind die öffentlichen Wasser-Busse Venedigs) und noch dazu ganz klassisch und äußerst romantisch in einem der ältesten Bereiche Venedigs an einem wunderschönen kleinen Kanal gelegen. Der eine Stern war eigentlich zwei wert, es war blitzsauber und das Personal rund um die Uhr freundlich zur Stelle. Und so lange man noch irgendwie um das Bett herumkriechen kann ;-)

Venedig entfaltet wahrscheinlich besonders in der „kalten“ Jahreszeit seinen Zauber, da es noch nicht so sehr mit Touristen überlaufen ist wie im Sommer. Wir hatten nach dem eher grauen Himmel über Rom endlich mal Glück mit dem Wetter. Auch wenn es am zweiten Tag mit Regen und Wind losging und wir den ganzen Tag gefroren haben, schien doch jeden Tag die Sonne. Und am letzten Tag gab es einen einzigartigen Abschluss mit leckerem Essen im Freien an einem kleinen Kanal – im T-Shirt und mit Sonnenbrille!

Schwer war der Abschied – und schwer ist die Auswahl der besten Fotos! Es sind unglaublich viele und auch schöne, die uns zeigen wie viel wir eigentlich von der Stadt gesehen haben. Und trotzdem: Venedig – wir kommen wieder!