Ich hab ja lange mit einem iPhone geliebäugelt, das muss ich zugeben. Aber es war mir bisher erstens zu teuer, zweitens nervt mich schon seit längerem die Apple-Strategie, Geräte mit Akkus auszuliefern, die ich nicht selbst austauschen kann, und drittens vermisste ich die Möglichkeit, selbst in das Dateisystem einzugreifen, um es mit PC oder Mac verwalten zu können.

Letzte Woche entdeckte ich in einem Blog, perun.net des Kölner Webworkers, Bloggers und Autors Vladimir Simovic, einen Artikel über das neue smartphone von Samsung, das Galaxy S I9000.

Und nach einigen Recherchen im Internet hatte ich meinen "iPhone-Ersatz" gefunden. Viele Tests und Erfahrungsberichte vergleichen das neue iPhone4 und Samsungs smartphone direkt miteinander, meistens als eine Art Kopf-an-Kopf-Rennen, mal gewinnt das Eine, mal das Andere.

Nach einer Woche mit intensivem Testen, Kennenlernen des für mich neuen Betriebssystems Android, und Ausprobieren von allem, was das kleine Ding so hergibt, bin ich richtig begeistert.

Es kostet ohne simlock und branding nur die Hälfte des iPhones, hat einen auswechselbaren Akku, ist mit einer microSDHC-Card auf insgesamt 40 GB Speicher erweiterbar, und - oh Freude - ich kann es sogar zum wlan-Tethering nutzen, also als eigenen wlan-Lieferanten für meine Notebooks verwenden, wenn ich nicht zuhause im Netz bin. Dadurch kann selbst mein ipod-touch unterwegs ins Internet gehen.

Hier mal ein Screenshot des 4-Zoll-Touchscreens:

Über den Android-App-Store gibt es ein reichhaltiges Angebot an Apps, die noch nicht so zahlreich sind wie im AppStore von Apple, aber dafür kann ich meine Apps auch von anderen Quellen beziehen. Und noch sind ca. 60% der erhältlichen Apps kostenlos.

Dabei sind so schönes Dinge wie doubleTwist, ein Mediaplayer, über den ich alle meine Musik aus den iTunes-Playlists, aber auch aus allen anderen Musikquellen übernehmen und synchronisieren kann, und der auch Foto- und Video-Sammlungen synchronisiert - ein kostenloses, gleichlautendes Programm auf Mac und PC vorausgesetzt.

Oder auch einige schöne Foto-Apps, die die 5-Megapixel-Kamera um viele nette Möglichkeiten erweitern, so wie zum Beispiel Vignette, Retro Camera und FxCamera.



Aber schon die Möglichkeiten der Kamera selbst sind schon enorm, und die Bildqualität finde ich super. Hierzu gehören

  • Digitale Fotos in 5,0 Megapixel-Auflösung (2560 x 1920 Pixel) mit Wahlfunktion verschiedener Auflösungen
  • im Bildausschnitt frei wählbarer Autofokus
  • Zweite Kamera für Videotelefonie, Sucherfunktion des Displays
  • 4facher Digitalzoom
  • Panorama-Funktion, Makro, Fotoeffekte
  • Smile-Shot-Funktion, Gesichtserkennung, Beauty-Effekt, Klassik-Modus, Coupling-Shot, Blink-Shot-Funktion, Geo-Tagging (GPS-Einbindung), Serienbild-Aufnahmen, Bildstabilisator
  • Action-Modus, Kontrasteinstellungen, Cartoon-Modus
  • Videokamera-Funktion in HD-Qualität (1280 x 720 Pixel).
  • manuelle ISO-Vorwahl
  • Selbstauslöser
  • Verschiedene Weißabgleich-Funktionen
  • Spot-, Matrix- und Mittenbetonte Messung
  • Bildstabilisator
  • Anpassungsmöglichkeiten von Kontrast, Sättigung und Schärfe
  • sowie die Möglichkeit, die Fotos auf der SD-Card zu speichern, um sie über externe Kartenlesegeräte auf den Computer zu ziehen oder direkt auszudrucken.

Hier mal zwei Screenshots (einmal mit optional eingeblendetem Gitternetz):

Die Screenshots lassen sich zwar nur recht umständlich mittels eines Entwickler-Tools und in Verbindung mit Mac oder PC erstellen, aber immerhin.

Die Veröffentlichungsfunktionen sind sehr vielfältig (Hochladen per Email zu Ipernity, automatische Speicherung bei Picasa, Speicherung in eigenen Cloud-Programmen wie dropbox, Integration in eigene Foto-Blogs) und sehr leicht zugänglich.

Geladen und mit dem Computer verbunden wird das Ganze mit einem stinknormalen micro-USB-Kabel, also keinem proprietären Anschluss wie bei Apple, und der Akku hält bei mir trotz intensiver Nutzung mit Rumprobieren an allem und jedem fast zwei Tage.

An Bord ist noch ein veritables UKW-Radio, mit dem 1GHz-Prozessor laufen Videos und Anwendungen super.

Tja, und telefonieren kann man mit dem Ding also auch, und das ohne "antenna gate".

Ein schöner Erfahrungsbericht über das Android-Smartphone findet sich übrigens auch bei Thomas Hawk.