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September 4, 2009

Bulat Okudshava: Meznokta trolebuso - Mitternachtstrolleybus - The Midnight Trolley Bus (poemtraduko /Gedicht)

trolebuso
trolebuso



Bulat Okudŝava

Meznokta trolebuso



En Moskvo mi faru do kion, se ĵus
la despero min hantas malhele?
Mi iras tra pluvo ĝis la trolebus',
al la lasta, al blua.


Movate ĝi iras tra mar' de beton'
bulvarde
ĝi ĵetas la ankron,
akceptas ja ĉiun, kaj glutas per mon'
ĉagrenon, ĉagrenon.

La trolebuspordoj fermiĝas kun saĝ',
forbaras la nokton kaj fridon.
Ronronas motoro, videblas vizaĝ'
kaj mi ne plu solas.

Mi staras ja ŝultron
ĉe ŝultro laŭ sort'
kun oldaj, matrosoj, amantoj.
La koro tamtamas - subten' de l' akord' -,
koruse, silente.

Noktmezen vi naĝu, blua bus' en la rond'!
Ekhele tuj fuĝas la pluvo.
La birdo dolor', tiu korvagabond',
forflugis, forflugis.

tradukis Cezar


Natascha im Trolleybus
Natascha im Trolleybus


Bulat Okudshava

Mitternachtstrolleybus


Was tu ich in Moskau, wenn ich traurig bin,
wenn Verzweiflung mir nachrennt im Dunkel?
Ich geh durch den Regen zum Trolleybus hin,
dem letzten, dem blauen.

Er schaukelt mit mir durch ein Meer von Beton
und wirft am Boulevard seinen Anker;
er nimmt jeden auf, bezahlt mit 'nem Bon
den Kummer, den Kummer.

Die Türen im Trolleybus schließen ganz dicht,
versperrn sich vor Nacht und Kälte.
Leis schnurrt der Motor; ich seh ein Gesicht
und bin nicht mehr einsam.

Ich stehe ja Schulter an Schulter an Bord
mit Matrosen; Liebenden, Alten.
Mein Herz ist ein Schlagzeug, es stützt den Akkord
im Chorus, im Schweigen.

Zu Mitternacht schwimm, blauer Bus, deinen Kreis!
Wird's hell, gleich verläuft sich das Wasser.
und Vogel Schmerz aus der Schläfe ist leis
verflogen, verflogen.

Übertragen von Sarah Kirsch

Bulat Okudĵava, en 1999
Bulat Okudĵava, en 1999



Bulat Okudshava

The Midnight Trolley Bus

When I am besieged with despair and reprove,
Because can’t stop fatal disaster,    
I enter a blue trolley bus at his move – 
That’s here by chance and the last one.

Oh, bus of midnight, speed along sleeping streets,
Fill them with your endless rotation
To pick up all people whose lives, like poor ships,
Were wrecked by the fatal occasions. 

Oh, bus of midnight, open your noiseless doors,
I know: in changeable darkness, 
Your passengers, silent, - the sailors of yours – 
Come always to help in unluckiness.

With them I’d leave often my woes behind,
I used to touch them with my shoulders,
Imagine, how much of the goodness and kind – 
In silence which over them hovers.          

Our bus sails through Moscow, sunk in midnight, 
Like rivers – it loses its fires,
This pain-starling, striking my whiskeys inside, -
It slowly tires – it tires.


Translated by Yevgeny Bonver, May, 2001
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September 5, 2009

Schrotti(Rubĉjo) - la plej granda unuviro-bando de l' mondo: Strassentheater im Musikmobil

"Por Gabinjo mi faras ĉion!" / Für Gabi tu ich alles!
"Por Gabinjo mi faras ĉion!" /…



ŝildo de Rubĉjo - Schild Schrotti's
ŝildo de Rubĉjo - Schild Schro…


Mondo por si mem: teknika kaj muzika / Eine Welt für sich, technisch und musikalisch
Mondo por si mem: teknika kaj…


Schrotti - Strassentheater im Musikmobil


Die größte Ein-Mann-Band der Welt


http://musiklok.de

Album Schrotti (Rubĉjo) de Cezar :http://www.ipernity.com/doc/cezar/album/146838



Beatle kun sonoriloj - Beatle mit Glocken.
Beatle kun sonoriloj - Beatle…


Videos

www.youtube.com/watch?v=3f40wAer3fQ

La plej granda unuviro-bando de l' mondo (jam dekfoje laŭ Guiness-libro): http://www.musiklok.de  / Die grösste Ein-Mann-Band der Welt, laut Guiness-Buch der Rekorde, schon zehnmal. Homepage: http://www.musiklok.de
La plej granda unuviro-bando d…


Programmbeschreibung


5 Auftritte von jeweils 20-30 Minuten sind Standard. Kleinere Auftritte können auf Wunsch, - auch kurzfristig - abgesprochen werden. Diese Ein-Mann-Kapelle ist mobil. Sie fährt mit 6 km/h von Standort zu Standort, auch mehrmals täglich. Eine Bühne ist nicht erforderlich. Während der Fahrt übernimmt ein 220V Stromaggregat die Stromversorgung. Ein imposantes Bild, wenn hunderte Lampen mit einer Leistung von 2 Kilowatt die Maschine anstrahlen.

Robotronik :)
Robotronik :)


Als graduierter Ingenieur der Nachrichtentechnik weiß Udo Scharnitzki, wie man mit Technik umgeht. Über 8000 Einzelteile sind mittlerweile verarbeitet. Alles Nötige ist sinnvoll integriert. An Board befindet sich ein komplettes Sortiment an Werkzeug für eventuelle Reparaturen. Fließend Wasser garantiert eine Zwischendurch-Pflege nach einem anstrengenden Auftritt. Der hintere Teil der Maschine ist als Umkleidekabine, Frischzelle und Ersatzteillager konzipiert.

Li lavas la manojn, ĉe propra fonto. / Er wäscht sich die Hände, an der eigenen Quelle.
Li lavas la manojn, ĉe propra…


Der Hauptteil des Programms ist Musik. Oldies, Schlager von 1950 bis 2008 werden gespielt.

Stimmung, Gesang und Kabarett. Ein verrückter Spaß aus 8000 Einzelteilen.

dentradoj - Zahnräder
dentradoj - Zahnräder


Udo hat, um es gleich zu sagen, ganz bestimmt nicht mehr alle Tassen im Schrank. Auch nicht alle Löffel, Büchsen, Kochtöpfe, Schneebesen und Küchenkellen. Die hat er nämlich alle an der Maschine montiert. Scheibenwischermotoren vom Opel Manta und Fiat 500 sind die Dirigenten, die alle Küchengeräte im Takt und auf Trab halten. Jetzt kommts. Zum Rhytmus der Motoren spielt er mit dem rechten Fuß einen Fußbass. Gleichzeitig stampft er mit dem linken Fuß auf die Trommel. Und jetzt Achtung: Mit dem anderen linken Fuß, er sagt, dass er 2 linke Füße hat, tritt er in Abstimmung mit den anderen Instrumenten doch noch das Tambourin. Man traut seinen Augen nicht. Das ist aber nicht alles. Absolut synchron zu seiner Fuß - und Beinarbeit trötet er auf einem Kazoo, spielt Mundharmonica, wie selbstverständlich auch noch die Gitarre und dann singt er noch dazu. ALLES GLEICHZEITIG! Das Publikum kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Ne sen 'Kitekat' - Nicht ohne Kitekat
Ne sen 'Kitekat' - Nicht ohne…


Sehen Sie sich das alles am Besten mal im Video an.

Seine Lieder sind allesamt fetzig. Ob Adelheid, Kleiner grüner Kaktus, Mendocino, - egal welches Lied: Alle seine Songs kommen in einer neuen Aufmachung daher. Hat man bis dahin in dieser Form noch nie gehört.

"Mia malgranda kakto ekstere sur la balkon'" / Mein kleiner grüner Kaktus, da draussen auf dem Balkon.
"Mia malgranda kakto ekstere s…


Im MENU Repertoire stehen eine Reihe von Songs für Sie zur Hörprobe bereit.

Längst ist Udo Scharnitzki sowohl auf Betriebsfesten, Stadtfesten und Geschäftseröffnungen ein umlachter Mann. "So etwas brauchen wir. Das tut gut!" hört man vielerorts Stimmen aus dem Publikum. Und das sind wahrlich nicht wenige.

Bonege! Jes ja! / Super! Jawohl!
Bonege! Jes ja! / Super! Jawoh…


Sein Abgang ist - mancher Bühnen-Profi kann davon nur träumen - überhaupt das Allergrößte. Wenn Udo Scharnitzki jeweils die Szene verlässt, dann steht das Publikum Spalier und lacht sich schief. Udo`s Abgang zieht sich über mehrere Straßenzüge hin. Und da halten - "Kann doch wohl nicht war sein ...??!?" - sogar die Zecher an den Freilufttischen mitten in der Glas-zum-Mund-Bewegung inne. Nicht verwunderlich: Wenn Udo Scharnitzki vorbeirollt, dann haben hundert Rundum-Zuschauer ein Stück Straßentheater erlebt, das sie vor Vergnügen glucksen ließ.

Dankon! /Danke!
Dankon! /Danke!

Programpriskribo

http://www.musiklok.de/

Albumo Schrotti (Rubĉjo) de Cezar : http://www.ipernity.com/doc/cezar/album/146838

Udo Scharnitzki
Udo Scharnitzki


Po kvin prezentadoj dum 20-30 minutoj estas kutimaj. Mallongaj prezentoj je deziro interrakteblas ankaŭ lastmomente. Tiu unuviro-kapelo estas movebla. Ĝi veturas kun po 6 km/h de loko al loko, ankaŭ plurfoje ĉiutage. Scenejo ne estas bezonata, Dum la veturado generatoro (220 V) transprenas la kurentproduktadon. Jen impresa bildo, se centoj da lampoj kun du kilovatoj iluminas la maŝinon.

aŭtobaterio /Autobatterie
aŭtobaterio /Autobatterie


Kiel diplomita inĝeniero de la komunikada tekniko Udo Scharnitzki scias kiel trakti la teknikon. Pli ol okmil eroj ĝis nun fariĝis parto de la musikmaŝino. Ĉio necesa estas jam alkonstruita. Sur la ruliĝebla scenejo troviĝas kompleta ilaro por eventualaj riparoj. Fluanta akvo garantias intertempan lavadon post ŝvitiga prezentado. La postparto de la muzikmaŝinejo estas aranĝita kiel transvestkabineto, refreŝigejo, kaj kiel stokejo por anstataŭigendaj eroj.

ŝalttabulo / Schalttafel
ŝalttabulo / Schalttafel


La esenca parto de la programo konsistas el muziko. Popklasikaĵoj kaj ŝlagroj ekde 1950 ĝis la jaro 2008 estas prezentataj.

Ilaro necesas survoje. / Werkzeug unterwegs ist notwendig.
Ilaro necesas survoje. / Werkz…


Bona humoro, kantado kaj kabaredo. Freneza amuzo el 8 mil teknikaj eroj.

Udo, por tuj mencii tion, certe ne plu havas ĉiujn tasojn en la ŝranko. Ankaŭ ne kulerojn, ladskatolojn, ŝaŭmigilojn kaj supkulerojn. Tiujn li ja ĉiujn muntis en la muzikmaŝinon.

piedbaso /Fußbass
piedbaso /Fußbass


Glacoviŝilajn motorojn de Opel Manta kaj de Fiat 500 estas la dirigentoj, kiuj tenas ĉiujn kuirilojn en takto kaj en movoj. Sed nun atentu: Laŭ la ritmo de la motoroj li ludas dekstrepiede piedbason. Samtempe li stamfas kun la maldekstra piedo la tamburon. Li diras, ke li havas du maldekstrajn piedojn, li tretas en interkonsento kun la aliaj muzikiloj ankoraŭ aldone la tamburon. Oni pensas, ke oni ne rigardas ĝuste. Sed tio ne estas ĉio. Absolute paralele al sia pied- kaj gambolaboro li svingigas per sia voĉo kazuon, ludas buŝharmonikon, kaj kiel memkomreneble ankoraŭ gitaron kaj kantas al tio. ĈIO SAMTEMPE! La publiko ne povas ĉesigi sian miradon.

Fascinata knabino / Fasziniertes Mädchen
Fascinata knabino / Fasziniert…


Rigardu ĉion tion plej bone en video.


http://www.youtube.com/watch?v=3f40wAer3fQ

Infanoj ne scias tabuojn. / Kinder kennen keine Tabus.
Infanoj ne scias tabuojn. / Ki…


Liaj kantoj estas ĉiuj spritaj. Ĉu Adelheid, Malgranda verda kakto, Mendocino - kiu ajn kanto, ĉiuj liaj kantoj aperas en nova vesto. Tion oni ĝis tiam en tiu formo aŭskultis ankoraŭ neniam.

En la hejmpaĝa MENUO 'repertuaro (Repertoire) ' kelkaj kantoj estas je dispono por prove aŭskulti ilin.

Delonge Udo Scharnitzki kaj en firmaofestoj, urbofestoj kaj negocmalfermoj estas priridata viro. "Ion tian ni bezonas. Tio malstreĉigas nin!" diras la publiko en multaj lokoj. Kaj estas vere ne malmultaj.

Ankaŭ la elektran sekiigilon li trovis en rubejo. / Auch den Haartrockner fand er Sperrmüll.
Ankaŭ la elektran sekiigilon l…


Lia adiaŭa forirado - kelkaj profesiaj surscenejuloj povas nur sonĝi pri tio - estas entute la plej granda spektaklo. Se Udo Scharnitzki forlasas la ĉiufojan lokon, la publiko staras spalire kaj pro ridado kurbiĝas. La forirado de Udo okazas laŭ pluraj stratoj. Kaj jen ekhaltas - "Tio ja ne povas esti!?!"eĉ la drinkemuloj ĉe la subaeraj starotabloj la glasmovon al la buŝo. Neniu miraklo: Se Udo preteruliĝas, jen cent da ĉirkaŭaj spektantoj rigardis parton de stratteatro, kiu lasis glugli ilin pro plezuro.

Premo sur butonon sufiĉas, kaj li veturas plu. / Ein Druck auf den Knopf genügt, und er fährt weiter.
Premo sur butonon sufiĉas, kaj…

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September 7, 2009

Kurt Tucholsky: Estas / Es ist (prozpoemo pri hotelsoleco - über Einsamkeit in Hotels)


La hotelo
La hotelo


Kurt Tucholsky

Estas


Estas tiom da neuzita karesemo en hotel-
ĉambroj,
kie ili kuŝas solaj;
viro aŭ ino, aŭ ekrompita
junulino -
en kvieta ridindeco ni kuŝas solaj.

Estas soleco, ĉirkaŭfluata
de la fluoj de la urba gaso,
de la elektra kurento, por ĉiuj faritaj,
de centrala hejtaro, de centrala manĝo, de
centralgazeto...
sed eta loko ankoraŭ ekzistas,
sur tiu ni estas solaj.

Ĉiu kuŝas en sia tirkesto.
La etaj haroj sur la supraj brakoj ŝanceliĝas
serĉante en trablovo de aero,
kiel la kaptiloj de la marplantoj en torenta
akvo;
la haŭto enuiĝas.

Se nun iu venus kaj dirus: "Bonvolu!
Mi kuŝas je via dispono!"
Se mi nun irus tra la muro al mia
najbarino -
("Oni ja ne estas putino! Mi ne forĵetas
mian vivon en hoteloj!" - For!)
- se nun venus dika damo, por masaĝi min
en la banejo;
se nun al la junulino kunuliĝus komprenema
viro,
kiu nur mankaresus ŝin...
Neuzata estas la nokto.

Tri kvaronoj post noktmezo.
Bolas en la tuboj de la banĉambro;
ĉu ankoraŭ iu banas tiom malfrue?

Scivolaj ni estas pri fremdaj korpoj.
Kiel metas vi vespere la ĉemizon sur la seĝon?
Ĉu vi amas fruktsalon?
Ĉu vi streĉas vian horloĝon matene aŭ vespere?
Kaj rilate la amon, ĉu?
Ĉu vi estas sana? Pardonu, mi tiom
timas malsanojn -
tio estas parto de mia virto.

I'm in love again -
ne, tio propre ne:
nur ĉeestu iu, je kiu mi povas senti
min.
Kial 318 (kun banejo) vi kuŝas tiel sola?
Penseble estus ankaŭ hotelgejŝo, kiu ĝentile
amas,
kaj kiu estas notita sur la kalkulo nur kiel
malgranda diskreta cirklo -
sed pli agrable estus gasto.

Kial neniam solulo venas al solulino?
Fiere ni rampas en nian rajtigitan konkon,
higiene, neproksimigeble, prudente,
sole.

Alŝaltu la lumon, diras la sendormulo al si mem
(li cias sin, ĉar li jam konas sin tiom longe) -
kaj legas ankoraŭ iomete.
Vi manĝis tro de la persikdeserto Melba – tial tiaj
pensoj.
Aervezikoj sur la maro de la interna sekrecio.
Vi tute ne estas sola. Vi havas
gazeton. Legu:

8. daŭrigo Postpresado malpermesite.

Lastfine ŝi avide ekkaptis kartludon, kaŭris
apud la kameno kaj komencis miksi fervoje
kaj sindone.

„Mi venis kun la intenco“ li komencis diri
per ne tute memcerta voĉo „por ankoraŭ hodiaŭ peti
vian manon.“ La bela junulino.

tradukis Donjo & Cezar


Rimarko: Persiko Melba estas deserto, kiun dediĉis Auguste Escoffier al la kantistino Nellie Melba dum ŝi donis gastrolon de 1892 ĝis 1893 en la Royal Opera House de Londono.

Persika deserto Melba
Persika deserto Melba



Kurt Tucholsky

Es ist

Es ist so viel unverbrauchte Zärtlichkeit in Hotel-
zimmern,
wo sie allein liegen;
ein Mann oder eine Frau, oder ein angebrochenes
junges Mädchen -
in leiser Lächerlichkeit liegen wir allein.

Es ist eine Einsamkeit, umflossen
von den Strömen des städtischen Gases,
des elektrischen Stromes, für alle gemacht,
einer Zentralheizung, eines Zentralessens, einer
Zentralzeitung...
aber ein kleiner Fleck ist noch da,
auf dem sind wir allein.

Jeder liegt in seiner Schublade.
Die kleinen Härchen auf den Oberarmen schwanken
suchend im Luftzug,
wie die Greifer der Meerespflanzen in strömendem
Wasser;
die Haut langweilt sich.

Wenn jetzt einer käme und sagte: "Bitte sehr!
Ich liege Ihnen zur Verfügung!"
Wenn ich jetzt durch die Wand ginge zu meiner
Nachbarin -
("Man ist doch keine Hure! Ich werfe meine Leben
nicht in Hotels weg!" - Kusch.)
- wenn jetzt eine dicke Dame käme, mich im Bad
zu massieren;
wenn sich jetzt der Jungen ein verständiger Mann
gesellte, der sie nur streichelte...
Ungenützt ist die Nacht.

Dreivierteleins.
Es kocht in den Röhren des Badezimmers;
badet jemand noch so spät?

Neugierig sind wir auf fremde Körper.
Wie legen Sie abends das Hemd auf den Stuhl?
Lieben Sie Fruchtsalz?
Ziehen Sie ihre Uhr morgens oder abends auf?
Und in der Liebe?
Sind sie gesund? Verzeihen Sie, ich habe solche
Furcht vor Krankheiten -
das ist ein Teil meiner Tugend.

I'm in love again -
nein, das eigentlich nicht:
es sollte nur jemand da sein, an dem ich mich spüren
kann.
Warum, 318 (mit Bad) liegen Sie so allein?
Denkbar wäre auch eine Hotelgeisha, die höflich
liebt,
und die auf der Rechnung nur als kleiner, diskreter
Kreis vermerkt ist -
aber schöner wäre ein Gast.

Warum kommt nie ein Einsamer zu einer Einsamen?
Stolz kriechen wir in unser zuständiges Gehäus,
hygienisch, unnahbar, vernünftig,
allein.

Knips das Licht an, sagt der Schlaflose zu sich selbst
(er duzt sich, weil er sich schon so lange kennt) -
und liest noch ein bisschen.
Du hast zu viel Pfirsich – Melba gegessen, daher solche
Gedanken.
Luftblasen auf dem Meer der inneren Sekretion.
Du bist überhaupt gar nicht allein. Du hast eine
Zeitung. Lies:

8. Fortsetzung Nachdruck verboten.

Schließlich raffte sie ein Spiel Karten auf, kauerte
sich neben den Kamin und begann eifrig und hin-
gegeben zu mischen.
„Ich kam in der Absicht“, begann er mit einer
nicht ganz festen Stimme, „noch heute um Ihre Hand
anzuhalten.“ Das schöne Mädchen.

Poŝtkarto: "Gratulon,dolĉulo!"
Poŝtkarto: "Gratulon,dolĉulo!"

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September 8, 2009

Reinhard Mey: Noktas jam, karaj... / Gute Nacht, Freunde (kanto, Lied)





Medienhaus Frohburg - partytime
Medienhaus Frohburg - partytim…




Reinhard Mey

Noktas jam, karaj...


Noktas jam, karaj, estas temp' por iri for.

Restas plu nur temp' por pledo dum la daŭr' de cigaredo

kaj por glas' en koridor'.


Por la tag', por la nokt' jen ĉe vi mia dank'.

Por la loko ĉe la tablo, por ĉiu glas' de la flank'.

Por l' telero, de vi tuj metita al mi.

Kvazaŭ estus tiel ĉi tutmonde laŭ vi.


Noktas jam, karaj......


Dankon por la temp' kiun babilis mi kun vi,

Por la pacienc' ĉe pli ol nur unu opini'

Ĉar vi ne demandas, pri alven' aŭ forir'.

Ĉar malfermadas via pord', tiu nun dum la dir'.


Noktas jam, karaj...


Por l' libero kiu ĉiam gastas ĉe vi'.

Dankon, ke por vi gajn' ne estas mani'

Eble tial estas, ke eksteras opini'.

Ke fenestroj viaj pli varmas al ni.


Noktas jam, karaj, estas temp' por iri for.

Restas plu nur temp' por pledo dum la daŭr' de cigaredo

kaj por glas' en koridor'.



Noktas jam, karaj...
Noktas jam, karaj...


Reinhard Mey

Gute Nacht, Freunde


Gute Nacht, Freunde, es wird Zeit für mich zu gehen.

Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette

und ein letztes Glas im Stehn.


Für den Tag, für die Nacht unter eurem Dach habt Dank,

für den Platz an eurem Tisch, für jedes Glas, das ich trank.

Für den Teller, den ihr mir zu den euren stellt

als sei selbstverständlicher nichts auf der Welt.


Gute Nacht, Freunde...


Habt Dank für die Zeit, die ich mit euch verplaudert hab.

Und für eure Geduld, wenn's mehr als eine Meinung gab.

Dafür, daß ihr nie fragt, wann ich komme oder geh.

Und für die stets offene Tür, in der ich jetzt steh.


Gute Nacht, Freunde....



Für die Freiheit, die als steter Gast bei euch wohnt.

Habt Dank, daß ihr nie fragt, was es bringt, ob es lohnt.

Vielleicht liegt es daran, dass man von draußen meint,

dass in euren Fenstern das Licht wärmer scheint.


Gute Nacht, Freunde...



Für den Tag, für die Nacht unter eurem Dach habt Dank

Für den Platz an eurem Tisch, für jedes Glas, das ich trank

Für den Teller, den ihr mir zu den euren stellt

Als sei selbstverständlicher nichts auf der Welt Gute Nacht, Freunde,...


Gute Nacht, Freunde...



Für die Freiheit, die als steter Gast bei euch wohnt

Habt Dank, daß ihr nie fragt, was es bringt, ob es lohnt

Vielleicht liegt es daran, daß man von draußen meint,

daß in euren Fenstern das Licht wärmer scheint.


Gute Nacht, Freunde, es wird Zeit für mich zu gehen.

Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette

und ein letztes Glas im Stehn.


ilumino II (pordo)
ilumino II (pordo)



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September 8, 2009

Wildwuchs / Cezar: Heroldo kaj sapvezikoj / Sendbote und Seifenblasen (foto + poemo)

Foto Wildwuchs


Hans-Georg Kaiser

Heroldo kaj sapvezikoj

(por foto de Wildwuchs)

nur vezikoj
nur vezikoj

Kiel ni iras de sapveziko al sapveziko.
Sed montriĝas, ke estas ĉiam nur sapvezikoj,
ĉu tiuj do krevas ĉu ne krevas.
Vakaj ili estas en ĉiu kazo,
kiom ajn ili brilas.
Krevitaj iluzioj,
kiuj rakontas pri perfido, pri mankanta kuraĝo,
disigitaj revoj pri morgaŭ,
pri Utopio, pri pli bona mondo.

Diskrevitaj sapvezikoj,
en kiuj respeguliĝis la Mondo.


La Savonto estas jam survoje.
La Leveller, la anabaptisto,
la landloper, la vaganto de Hieronimo Boŝ,
nova Che Guevara,
revolucia heroldo,
kamuflita kiel oldulino.

Serĉante Ahasveron,
por ekruligi finfine komune la ŝtonojn,
kiuj tiam ne plu estos sapvezikoj
kiel multaj mensogoplenaj duonaj revolucioj,
por kiuj oni starigis aleojn de venkintoj.

Restos la sapvezikoj por infanoj
kaj ilia ĝojo, se tiuj diskrevas en brilantaj koloroj.



Chaplin - Sapvezikoj
Chaplin - Sapvezikoj



Hans-Georg Kaiser

Sendbote und Seifenblasen

(für ein Foto von Wildwuchs)



Wie wir von Seifenblase zu Seifenblase gehen.
Doch es stellt sich heraus: es sind immer nur Seifenblasen,
ob diese nun platzen oder nicht.
Hohl sind sie auf jeden Fall,
wie sehr sie auch strahlen.
Geplatzte Illusionen,
die von Verrat künden, von fehlendem Mut,
zerstobene Träume von Morgen,
von Utopia, von der besseren Welt.

Geplatzte Seifenblasen,

in den sich die Welt spiegelte.

Hieronimo Boŝ: Landloper (vaganto, revolucia heroldo, anabaptisto) Eventuale memportreto.
Hieronimo Boŝ: Landloper (vaga…


Doch der Erlöser ist schon auf dem Weg.
Der Leveller, der Widertäufer,
der Landloper, der Vagant des Hieronymus Bosch,
ein neuer Che Guevara,
der revolutionäre Sendbote,
als Alte verkleidet.

Auf der Suche nach Ahasver,
um die Steine gemeinsam endlich ins Rollen zu bringen,
die dann keine Seifenblasen mehr sein werden,
wie viele lügenreiche halbe Revolutionen,
für die man Siergeralleen errichtete.

Bleiben werden die Seifenblasen der Kinder,
und ihre Freude, wenn diese in schillernden Farben zerplatzen.







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September 9, 2009

Elli Michler: De la amo portata - Von der Liebe getragen (rimita poemo)

geo ĉe puto
geo ĉe puto

Elli Michler

Se la amo vin portas

Se oni amas vin, vi demetas ĉiujn maskojn sincere,
vi moviĝas malferme kaj libere.
Se oni amas vin, vi ne pro lert' valoras.
Se oni amas vin, oni vin mem adoras.

Se oni amas vin, vi ne ĉiam devas ridi, fanfari.
Kaj jen vi povas eĉ plori pro tristo.
Se oni amas vin, vi rajtas eĉ erari.
Kaj vi tamen ne estas fiisto.

Se oni amas vin, vi parolas pri limoj,
viaj mankoj kaj febloj,
kaj vi ne devas silenti pri la timoj,
male al homoj sen tiuj ebloj.

Se oni amas vin, vi rajtas havi sopirojn,
aŭ, ke revo vin kaptas.
Spite stultecojn kaj preterirojn,
oni indulge kaj pace vin traktas.

Se oni amas vin, vi ne ĉiam demandas
pri la supozebla prez'.
Vin portas la am', eĉ se vi grandas,
kviete, preskaŭ sen pez'.

Trad. Cezar

www.cezarpoemtradukoj.cezarpoezio.de/72.html



geo, promeno, neĝo
geo, promeno, neĝo

Elli Michler

Von der Liebe getragen



Wo du geliebt wirst, kannst du getrost alle Masken ablegen,
darfst du dich frei und ganz offen bewegen.
Wo du geliebt wirst, zählst du nicht nur als Artist,
Wo du geliebt wirst, darfst du so sein wie du bist.

Wo du geliebt wirst, mußt du nicht immer nur lachen,
darfst du es wagen. auch traurig zu sein.
Wo du geliebt wirst, darfst du auch Fehler machen,
und du bist trotzdem nicht hässlich und klein.

Wo du geliebt wirst darfst du auch Schwächen zeigen
oder den fehlenden Mut,
brauchst du die Ängste nicht zu verschweigen,
wie das der Furchtsame tut.

Wo du geliebt wirst, darfst du auch Sehnsüchte haben,
manchmal ein Träumender sein,
und für Versäumnisse, fehlende Gaben
räumt man dir mildernde Umstände ein.

Wo du geliebt wirst brauchst du nicht ständig zu fragen
nach dem vermeintlichen Preis.
Du wirst von der Liebe getragen,
wenn auch unmerklich und leis.



Quelle:

Elli Michler
Aus: Ich wünsche dir Zeit, © Don Bosco Verlag, München, 4. Aufl. 2008


PS: Meinen Dank an Barbara Michler, die Tochter der Poetin, die mich auf den Verlag aufmerksam machte!

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September 11, 2009

Kurt Tucholsky: La manoj de panjo - Mutterns Hände (kanto, Lied)

Mankaresoj - Streicheln
Mankaresoj - Streicheln





Kurt Tucholsky

La manoj de panjo

(originale en la berlina dialekto)

Vi la panon tranĉis
kaj vi zorgis por kaf'
kaj la tasojn ŝovis al ni.
Plu vi viŝis sur plank',
kudris, flikis sen dank'.
Ĉion per viaj manoj.

Lakton kovris nin vi.
Jen bonbonoj por ni.
La gazetojn vi elportis -
kaj ĉemizojn nombris plu,
terpomŝelis en fru'.
Ĉion per viaj manoj.

Vi ĉe granda skandal',
eĉ foje kun knal',
vangfrapis nin ne vane.
Vi ĉiujn kreskigis.
Ok infanoj ni estas;
ses da ili plu restas.
Ĉion per viaj manoj.


La manoj de vi,
varmis, fridis, por ni.
Nun via fino venas.
Jen staras nun ni,
proksimiĝis al vi
kaj viajn manojn tenas.





Kurt Tucholsky

Mutterns Hände

(Berliner Dialekt)


Hast uns Stulln jeschnitten
un Kaffe jekocht
un de Töppe rübajeschohm -
un jewischt un jenäht
un jemacht un jedreht...
alles mit deine Hände.

Hast de Milch zujedeckt,
uns Bonbongs zujesteckt
und Zeitungen ausjetragen -
hast die Hemden jezählt
und Kartoffeln jeschält...
alles mit deine Hände.

Hast uns manches Mal
bei jroßem Schkandal
auch'n Katzenkopp jejeben.
Hast uns hochjebracht.
Wir wahn Sticker acht,
sechse sind noch am Leben...
Alles mit deine Hände.

Heiß warn se un kalt.
Nu sind se alt.
Nu bist du bald am Ende.
Da stehn wir nu hier,
und denn komm wir bei dir
und streicheln deine Hände.


PS: www.cezarpoemtradukoj.cezarpoezio.de/235.html

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September 12, 2009

CATcerto kun divo Nora (praktiko kondukas al pe-rrr-fekteco)


Kato Nora ekzercis certan tempon. / Katze Nora übte einige Zeit./ Katze Nora exercised for some time.


Kaj nun la divo jam koncertludas elhejme kun orkestro en Klaipeda

. / Und jetzt gibt die Diva schon Konzerte von zu Hause aus, mit

einen Orchesterr aus Klaipeda. / And now the Diva is even playing concerts,

but out of home, - with an orchestra from Klaipeda.

Rigardu mem! / Sehen Sie selbst! / Look for yourself! :

www.catcerto.com



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September 24, 2009

Franz Hodjak: über fragen / pri demandoj / prozpoemtraduko de Cezar

Vincent telefonas
Vincent telefonas



Franĉjo Hodjak

Pri demandoj

demandoj,
mi diras,
eĉ se ili estas prezentataj
kiom ajn agresive,
ĉiam havas
ion defendeman
je si.

demandoj,
vi metas
en la komparativon,
neniam sigelis
ion neripareblan.

ankoraŭ neniam
iu pro demando,
mi formulas superlative,
estas sendita
en la morton.


Franz Hodjak

ÜBER FRAGEN

fragen,
sag ich,
auch wenn sie noch so aggressiv
vorgetragen werden,
haben immer
etwas defensives
an sich.

fragen,
steigerst du,
haben nie
etwas irreparables
besiegelt.

noch nie
wurde jemand,
formuliere ich im superlativ,
durch eine Frage
in den Tod gesandt.

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September 24, 2009

Nâzim Hikmet: Sopiro - Sehnsucht (prozpoemo; Prosagedicht)

Sopiro
Sopiro

Nâzım Hikmet


Sopiro


Veni hejmen mi volus en la maron,
subakviĝi en la blua
spegulo de la maro,
veni hejmen en la maron, veni hejmen en la maron.

La ŝipoj moviĝas horizonten,
iliaj veloj estas ŝveligitaj, sed ne pro sufero.
Unufoje esti vaĉulo sur tia ŝipo!
Unufoje en la vivo esti feliĉa,
kaj kiam tiam alvenas la Morto kaj kondukas min for,
mi volus estingiĝi en tiu tago
kiel lumo en la fluso.
Veni hejmen mi volus en la maron,
veni hejmen en la maron.

Tradukis Cezar laŭ la germana traduko
de Bernd Jentzsch el la turka.



Nâzım Hikmet

Sopiro

Heimkehren möchte ich ins Meer,
eintauchen in den blauen
Spiegel des Meeres,
heimkehren ins Meer, heimkehren ins Meer.

Die Schiffe ziehn zum Horizont,
ihre Segel sind gebläht, doch nicht von Leid.
Einmal Wache stehn auf so einem Schiff,
einmal im Leben so glücklich sein,
und wenn dann der Tod kommt und mich wegführt,
möchte ich an diesem Tag im Meer verlöschen
wie ein Licht in der Flut.
Heimkehren möchte ich ins Meer,
heimkehren ins Meer.

Übertragen von Bernd Jentzsch aus dem Türkischen







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September 25, 2009

H.J.C. von Grimmelshausen: Adiaŭ, mondo! / Adjeu Welt! / teksteltiraĵo - Textauszug

Senfina tombejo
Senfina tombejo

Hans Jakobo Kristofel de Grimmelshausen

Adiaŭ, mondo!



Adiaŭ, mondo,
ĉar nek eblas fidi al vi
nek esperi ion de vi.
En via domo la pasinteco jam perdiĝis,
la nuno perdiĝas nin inter la manoj.
La estonteco neniam komenciĝis,
la plej forta disrompiĝas,
la plej persistema disfalas,
kaj la plej eterna finiĝas.
Do, ĉar vi estas mortulo inter la mortuloj,
en cent jaroj vi ne lasas vivi nin eĉ horon.

Adiaŭ mondo,
ĉar vi enprizonigas nin
kaj ne lasas nin eksgeedziĝi.
Vi ligas nin kaj ne resolvas nin.
Vi nin malĝojigas, sed ne konsolas nin.
Vi rabadas kaj ne redonas ion.
Vi akuzas nin sen kaŭzo,
vi kondamnas sen aŭskulti partion.
Tiel vi do mortigas nin sen juĝo
kaj entombigas nin sen mortado!
Ĉe vi neniu ĝojo estas sen zorgo,
neniu paco sen malkonkordo,
neniu amo sen misfido,
neniu trankvilo sen timo,
neniu pleno sen manko,
neniu honoro sen hontindaĵo,
neniu havaĵo sen malicaj konsciencriproĉoj,
neniu rango sen plendo
kaj neniu amikeco sen insido.

Adiaŭ mondo,
ĉar en via palaco oni postulas doni sen volo,
oni servas sen pagado.

Oni karesas por mortigi,
oni levas iun por renversi tiun,
oni helpas por pereigi.
Oni honoras por senhonorigi,
oni pruntas por ne redoni,
oni punas sen pardono...


Cezar tradukis el la romano "Simplicissimo"
de Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (1622 - 1676)
kaj transformis la teksteltiraĵon en prozpoemon.

PS: www.cezarpoemtradukoj.cezarpoezio.de/228.html


Simplicissimus
Simplicissimus



Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen

Abenteuerlicher Simplicius Simplicissimus

Fünftes Buch, XIV. Kapitel.


Simplex vermeldet, warum er die Welt
wieder verlassen, weil's ihm nicht gefällt

Adieu, Welt! Denn auf dich ist nicht zu trauen noch von dir nichts zu hoffen! In deinem Haus ist das Vergangene schon verschwunden, das Gegenwärtige verschwindet uns unter den Händen, das Zukünftige hat nie angefangen, das Allerbeständigste fällt, das Allerstärkste zerbricht und das Allerewigste nimmt ein Ende. Also daß du ein Toter bist unter den Toten, und in hundert Jahren läßtu uns nicht eine Stunde leben.

Adieu, Welt! Denn du nimmst uns gefangen und läßt uns nicht wieder ledig, du bindest uns und lösest uns nicht wieder auf; du betrübest und tröstest nicht, du raubest und giebest nichts wieder, du verklagest uns und hast keine Ursache, du verurteilst und hörest keine Partei. Also daß du uns tötest ohn Urteil und begräbst uns ohn Sterben! Bei dir ist keine Freude ohn Kummer, kein Fried ohn Uneinigkeit, keine Liebe ohn Argwohn, keine Ruhe ohn Forcht, keine Fälle ohn Mängel, keine Ehre ohn Makel, kein Gut ohn bös Gewissen, kein Stand ohn Klage und keine Freundschaft ohn Falschheit.

Adieu, Welt! Denn in deinem Palast verheißet man ohn Willen zu geben, man dienet ohn Bezahlen, man liebkoset, um zu töten, man erhöhet, um zu stürzen, man hilft, um zu fällen, man ehret, um zu schänden, man entlehnet, um nicht wiederzugeben, man straft ohn Verzeihen.

Behüte dich Gott, Welt! Denn in deinem Haus werden die großen Herren und Favoriten gestürzet, die Unwürdigen herfürgezogen, die Verräter mit Gnaden angesehen, die Getreuen in Winkel gestellet, die Boshaftigen ledig gelassen und die Unschuldigen verurteilt; den Weisen und Qualificirten gibt man Urlaub und den Ungeschickten große Besoldung; den Hinterlistigen wird geglaubet, und die Aufrichtigen und Redlichen haben keinen Credit; ein jeder tut, was er will, und keiner, was er tun soll.

Adieu, Welt! Denn in dir wird niemand mit seinem rechten Namen genennet; den Vermessenen nennet man kühn, den Verzagten fürsichtig, den Ungestümen emsig und den Nachlässigen friedsam. Einen Verschwendet nennet man herrlich und einen Kargen eingezogen; einen hinterlistigen Schwätzer und Plauderer nennet man beredt und den Stillen einen Narrn oder Phantasten; einen Ehebrecher und Jungfrauenschänder nennet man einen Buhler; einen Unflat nennet man einen Hofmann, einen Rachgierigen nennet man einen Eifrigen und einen Sanftmütigen einen Phantasten, also daß du uns das Gäbige vor das Ungäbige und das Ungäbige vor das Gäbige verkaufest.

Adieu, Welt! Denn du verführest jedermann; denn Ehrgeizigen verheißest du Ehre, den Unruhigen Veränderung, den Hochtragenden Gnade bei Fürsten, den Nachlässigen Ämter, den Geizhälsen viel Schätze, den Fressern und Unkeuschen Freude und Wollust, den Feinden Rache, den Dieben Heimlichkeit, den Jungen langes Leben und den Favoriten verheißestu beständige fürstliche Huld.

Adieu, Welt! Denn in deinem Palast findet weder Wahrheit noch Treue ihre Herberge! Wer mit dir redet, wird verschamt, wer dir trauet, wird betrogen, wer dir folget, wird verführet, wer dich förchtet, wird am allerübelsten gehalten, wer dich liebet, wird übel belohnet, und wer sich am allermeisten auf dich verläßt, wird auch am allermeisten zuschanden gemachet; an dir hilft kein Geschenk, so man dir giebet, kein Dienst, so man dir erweist, keine liebliche Worte, so man dir zuredet, keine Treue, so man dir hält, und keine Freundschaft, so man dir erzeiget, sondern du betreugst, stürzest, schändest, besudelst, drohest, verzehrest und vergißt jedermann; dannenhero weinet, seufzet, jammert, klaget und verdirbt jedermann, und jedermann nimmt ein Ende. Bei dir siehet und lernet man nichts als einander hassen bis zum Würgen, reden bis zum Lügen, lieben bis zum Verzweifeln, handlen bis zum Stehlen, bitten bis zum Betrügen und sündigen bis zum Sterben.

Behüte dich Gott, Welt! Denn dieweil man dir nachgehet, verzehret man die Zeit in Vergessenheit, die Jugend mit Rennen, Laufen und Springen über Zaun und Steige, über Weg und Stege, über Berg und Tal, durch Wald und Wildnus, über See und Wasser, in Regen und Schnee, in Hitze und Kälte, in Wind und Ungewitter; die Mannheit wird verzehret mit Erzschneiden und -schmelzen, mit Steinhauen und -schneiden, Hacken und Zimmern, Pflanzen und Bauen, in Gedankendichten und Trachten, in Ratschlägen-Ordnen, Sorgen und Klagen, in Kaufen und Verkaufen, Zanken, Hadern, Kriegen, Lügen und Betrügen. Das Alter verzehret man in Jammer und Elend, der Geist wird schwach, der Atem übelrüchend, das Angesicht runzlicht, die Länge krumm, und die Augen werden dunkel, die Glieder zittern, die Nase trieft, der Kopf wird kahl, das Gehör verfällt, der Geruch verliert sich, der Geschmack gehet hinweg; er seufzet und ächzet, ist faul und schwach und hat in summa nichts als Mühe und Arbeit bis in Tod.

Adieu, Welt! Denn niemand will in dir fromm sein; täglich richtet man die Mörder, vierteilt die Verräter, hänget die Diebe, Straßenräuber und Freibeuter, köpft Totschläger, verbrennet Zauberer, straft Meineidige und verjaget Aufrührer.

Behüte dich Gott, Welt! Denn deine Diener haben keine andere Arbeit noch Kurzweile als faulenzen, einander vexiren und ausrichten, den Jungfern hofiren, den schönen Frauen aufwarten, mit denselben liebäuglen, mit Würfeln und Karten spieln, mit Kupplern tractiren, mit den Nachbarn kriegen, neue Zeitungen erzählen, neue Fünde erdenken, mit dem Judenspieß rennen, neue Trachten ersinnen, neue List aufbringen und neue Laster einführen.

Adieu, Welt! Denn niemand ist mit dir content oder zufrieden; ist er arm, so will er haben; ist er reich, so will er viel gelten; ist er veracht, so will er hochsteigen; ist er injurirt, so will er sich rächen; ist er in Gnaden, so will er viel gebieten; ist er lasterhaftig, so will er nur bei gutem Mut sein.

Adieu, Welt! Denn in dir ist nichts Beständiges. Die hohen Türme werden vom Blitz erschlagen, die Mühlen vom Wasser hinweggeführet, das Holz wird von den Würmern, das Korn von Mäusen, die Früchte von Raupen und die Kleider von Schaben gefressen; das Viehe verdirbet vor Alter und der arme Mensch vor Krankheit. Der eine hat den Grind, der ander den Krebs, der dritte den Wolf, der vierte die Franzosen, der fünfte das Podagram, der sechste die Gicht, der siebente die Wassersucht, der achte den Stein, der neunte das Gries, der zehente die Lungensucht, der eilfte das Fieber, der zwöfte den Aussatz, der dreizehnte das Hinfallen und der vierzehente die Torheit! In dir, o Welt, tut nicht einer, was der ander tut; denn wann einer weinet, so lachet der ander; einer seufzet, der ander ist fröhlich, einer fastet, der ander zechet; einer banquetirt, der ander leidet Hunger; einer reutet, der ander gehet; einer redet, der ander schweiget; einer spielet, der ander arbeitet; und wann der eine geboren wird, so stirbt der ander. Also lebet auch nicht einer wie der ander; der eine herrschet, der ander dienet; einer weidet die Menschen, ein ander hütet der Schweine; einer folget dem Hof, der ander dem Pflug; einer reist auf dem Meer, der ander fährt über Land auf die Jahr- und Wochen-Märkte; einer arbeitet im Feur, der ander in der Erde; einer fischt im Wasser, und der ander fänget Vögel in der Luft; einer arbeitet härtiglich, und der ander stiehlet und beraubet das Land.

O Welt, behüte dich Gott! Denn in deinem Haus führet man weder ein heilig Leben noch einen gleichmäßigen Tod. Der eine stirbt in der Wiege, der ander in der Jugend auf dem Bette, der dritte am Strick, der vierte am Schwert, der fünfte auf dem Rad, der sechste auf dem Scheiterhaufen, der siebente im Weinglas, der achte in einem Wasserfluß, der neunte erstickt im Freß-Haufen, der zehente erwogt am Gift, der eilfte stirbt gähling, der zwölfte in einer Schlacht, der dreizehente durch Zauberei, und der vierzehente ertränkt seine arme Seele im Tintenfaß.

Behüte dich Gott, Welt! Denn mich verdreußt deine Conversation. Das Leben, so du uns giebest, ist eine elende Pilgerfahrt, ein unbeständiges, ungewisses, hartes, rauhes, hinflüchtiges und unreines Leben voll Armseligkeit und Irrtum, welches vielmehr ein Tod als ein Leben zu nennen; in welchem wir alle Augenblicke sterben durch viel Gebrechen der Unbeständigkeit und durch mancherlei Wege des Todes! Du lässest dich der Bitterkeit des Todes, mit deren du umgeben und durchsalzen bist, nicht genügen, sondern betreugst noch darzu die meisten mit deinem Schmeicheln, Anreizung und falschen Verheißungen; du giebest aus dem goldenen Kelch, den du in deiner Hand hast, Bitterkeit und Falschheit zu trinken und machest sie blind, taub, toll, voll und sinnlos. Ach, wie wohl denen, die deine Gemeinschaft ausschlagen, deine schnelle, augenblicklich hinfahrende Freude verachten, deine Gesellschaft verwerfen und nicht mit einer solchen arglistigen verlornen Betrügerin zu Grund gehen. Denn du machest aus uns einen finstern Abgrund, ein elendes Erdreich, ein Kind des Zorns, ein stinkendes Aas, ein unreines Geschirr in der Mistgrube, ein Geschirr der Verwesung, voller Gestank und Greuel; denn wenn du uns lang mit Schmeicheln, Liebkosen, Drohen, Schlagen, Plagen, Martern und Peinigen umgezogen und gequälet hast, so überantwortest du den ausgemergelten Körper dem Grab und setzest die Seele in eine ungewisse Chance. Denn obwohl nichts Gewissers ist als der Tod, so ist doch der Mensch nicht versichert, wie, wann und wo er sterben und (welches das erbärmlichste ist) wo seine Seele hinfahren und wie es derselben ergehen wird. Wehe aber alsdann der armen Seele, welche dir, o Welt, hat gedienet, gehorsamst und deinen Lüsten und Üppigkeiten gefolget; denn nachdem eine solche sündige und unbekehrte arme Seele mit einem schnellen und unversehenen Schröcken aus dem armseligen Leib ist geschieden, wird sie nicht wie der Leib im Leben mit Dienern und Befreunden umgeben sein, sondern von der Schar ihrer allergreulichsten Feinde für den sonderbaren Richterstuhl Christi geführet werden. Darum, o Welt, behüte dich Gott, weil ich versichert bin, daß du dermaleins von mir wirst aussetzen und mich verlassen, nicht allein zwar, wann meine arme Seele vor dem Angesicht des strengen Richters erscheinen, sondern auch wann das allerschröcklichste Urteil: "Gehet hin ihr Verfluchten ins ewige Feur!" gefällt und ausgesprochen wird.

Adieu, o Welt, o schnöde, arge Welt, o stinkendes, elendes Fleisch. Denn von deinetwegen, und um daß man dir gefolget, gedienet und gehorsamet hat, wird der gottlose Unbußfertige zur ewigen Verdammnus verurteilt, in welcher in Ewigkeit anders nichts zu gewarten als anstatt der verbrachten Freude Leid ohn Trost, anstatt des Zechens Durst ohn Labung, anstatt des Fressens Hunger ohn Fülle, anstatt der Herrlichkeit und Pracht Finsternus ohn Licht, anstatt der Wollüste Schmerzen ohn Linderung, anstatt des Dominirens und Triumphirens Heulen, Weinen und Weheklagen ohn Aufhören; Hitze ohn Kühlung, Feur ohn Leschung, Kälte ohn Maß und Elend ohn Ende.

Behüte dich Gott, o Welt! Denn anstatt deiner verheißenen Freude und Wollüste werden die bösen Geister an die unbußfertige verdammte Seele Hand anlegen und sie in einem Augenblick in Abgrund der Höllen reißen; daselbst wird sie anders nichts sehen und hören als lauter erschröckliche Gestalten der Teufel und Verdammten, eitele Finsternus und Dampf, Feur ohn Glanz, Schreien, Heulen, Zähnklappern und Gottslästern. Alsdann ist alle Hoffnung der Gnade und Milderung aus; kein Ansehen der Person ist vorhanden; je höher einer gestiegen und je schwerer einer gesündigt, je tiefer er wird gestürzt; und je härtere Pein er muß leiden; dem viel geben ist, von dem wird viel gefodert, und je mehr einer sich bei dir, o arge schnöde Welt!, hat herrlich gemachet, je mehr schenket man ihm Qual und Leiden ein, denn also erfordert's die göttliche Gerechtigkeit.

Behüte dich Gott, o Welt! Denn obwohl der Leib bei dir eine Zeitlang in der Erde liegenbleibet und verfaulet, so wird er doch am Jüngsten Tag wieder aufstehen und nach dem letzten Urteil mit der Seele ein ewiger Höllenbrand sein müssen. Alsdann wird die arme Seele sagen: Verflucht seist du Welt!, weil ich durch dein Anstiften Gottes und meiner selbst vergessen, und dir in aller Üpigkeit, Bosheit, Sünde und Schande die Tage meines Lebens gefolget habe. Verflucht sei die Stunde, in deren mich Gott schuf! Verflucht sei der Tag, darin ich in dir, o arge, böse Welt, geboren bin! O ihr Berge, Hügel und Felsen fallet auf mich und verberget mich vor dem grimmigen Zorn des Lamms, vor dem Angesicht dessen, der auf dem Stuhl sitzet. Ach Wehe unhd aber Wehe in Ewigkeit!

O Welt! Du unreine Welt, derhalben beschwöre ich dich, ich ermahne und protestire wider dich, du wollest kein Teil mehr an mir haben. Und hingegen begehre ich auch nicht mehr, in dich zu hoffen; denn du weißt, daß ich mir habe fürgenommen, nämlich dieses: Posui finem curis; spes et fortuna valete!

Alle diese Worte erwog ich mit Fleiß und stetigem Nachdenken, und bewogen mich dermaßen, daß ich die Welt verließ und wieder ein Einsiedel ward. Ich hätte gern bei meinem Saurbrunn in Muckenloch gewohnet, aber die Bauren in der Nachbarschaft wollten es nicht leiden, wiewohl es vor mich eine angenehme Wildnus war. Sie besorgten, ich würde den Brunn verraten und ihre Obrigkeit dahin vermögen, daß sie wegen nunmehr erlangten Friedens Weg und Steg darzu machen müßten. Begab mich derhalben in eine andere Wildnus und fing mein Spesserter Leben wieder an; ob ich aber wie mein Vater Selig bis an mein Ende darin verharren werde, stehet dahin.

Gott verleihe uns allen seine Gnade,

daß wir allesamt dasjenige von

ihm erlangen, woran uns

am meisten gelegen,

nämlich ein seliges

ENDE




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