http://cezarkulturo.blogspot.de/2013/05/frederiko-silero-la-ganto-la-poemon.html


Frederiko Ŝiler
La ganto


Ĉe sia ĝarden' sovaĝbesta
Atendis je l' lukto, la festa,
Francisko, reĝ' de l' land'.
Ĉirkaŭo granduloj de l' Krono,
Kaj ringe sur alta balkono
Sinjorinoj en bela girland'.

Nun signon per fingro li faras.
Kaj kaĝo malferme ekknaras,
Kaj venas leono el kaŝ',
Kun peza paŝ',
Ĉirkaŭrigardas tute
Mute,
Kun longaj oscedoj,
Kaj streĉo de piedoj,
Kapharojn svingas skue,
Sin sternas enue.

Kaj la reĝo signas due.
Jen: malfermita
La dua pordo kaĝa
Kaj kun salto subita
El kaĝo elĵetas
Sin tigro sovaĝa.
Je l' ekvid' de l' leono.
Kun hurla sono

Ĝi faras vost-svinge
Teruran frapon ringe
Kaj langon elmetas.
Al la leon' proksime
Rondiras ĝi time.
Kolere ternas,
Kaj murmure sternas
Sin flanke, tie.

Kaj la reĝo signas trie.
Kaj nun tra faŭko duobla la dom'
Du leopardojn elĵetas per vom'.
Tuj ili kuraĝe batali pretas,
Sur tigron sin ĵetas.
Refrapas ĝi per koleraj ungbatoj.
Kaj la leono ekblekas,
Sin levas. Nun silent' ekregas.
En ringo, arda pro l'
Murdosoifa vol'.
Kuŝas nun la teruraj katoj.

Kaj falas de la altano
Nun ganto el bela mano.
Inter la tigron kaj leonon
En mezo-zonon.

Kaj al kavaliro Delorges parolas
Fraŭlin' Kunigunda mokante:
»Sinjoro, se am' via vere bolas,
Kiel vi ĵuradis konstante,
Nu, reportu la ganton do!«

Kaj salte descendas la hero'
Firmpaŝe al la terura ringo,
Kaj el la proksim'
De l' monstroj sen tim'
Li levas la ganton per aŭdaca fingro.

Vidas sen spiroj kaj kun admiroj
Ĝin nobelinoj kaj kavaliroj.
Li portas la ganton kun paŝo kvieta.
Kaj tondras el buŝoj la laŭdo glore,
Sed kun karesa rigard' rideta,
— En ĝi brilas promeso ampreta —
Lin Kunigunda akceptas plej kore.
Kaj la ganton alvange li al ŝi ĵetas:
»Sinjorino, la dankon mi ne petas!
Kaj forlasis li ŝin samhore.

tradukis Kaloĉaj


Friedrich Schiller
Der Handchuh


Vor seinem Löwengarten,
Das Kampfspiel zu erwarten,
Saß König Franz,
Und um ihn die Großen der Krone,
Und rings auf hohem Balkone
Die Damen in schönem Kranz.

Und wie er winkt mit dem Finger,
Auf tut sich der weite Zwinger,
Und hinein mit bedächtigem Schritt
Ein Löwe tritt
Und sieht sich stumm
Rings um,
Mit langem Gähnen,
Und schüttelt die Mähnen
Und streckt die Glieder
Und legt sich nieder.

Und der König winkt wieder,
Da öffnet sich behänd
Ein zweites Tor,
Daraus rennt
Mit wildem Sprunge
Ein Tiger hervor.
Wie der den Löwen erschaut,
Brüllt er laut,
schlägt mit dem Schweif
Einen furchtbaren Reif
Und recket die Zunge,
Und im Kreise scheu
Umgeht er den Leu
Grimmig schnurrend;
Darauf streckt er sich murrend
Zur Seite nieder.

Und der König winkt wieder,
Da speit das doppelt geöffnete Haus
Zwei Leoparden auf einmal aus,
Die stürzen mit mutiger Kampfbegier
Auf das Tigertier;
Das packt sie mit seinen grimmigen Tatzen,
Und der Leu mit Gebrüll
richtet sich auf – da wird’s still,
Und herum im Kreis,
Von Mordsucht heiß,
Lagern die gräulichen Katzen.

Da fällt von des Altans Rand
Ein Handschuh von schöner Hand
Zwischen den Tiger und den Leun
Mitten hinein.

Und zu Ritter Delorges spottender Weis’
Wendet sich Fräulein Kunigund:
„Herr Ritter, ist Eure Lieb’ so heiß,
wie Ihr mir’s schwört zu jeder Stund,
Ei, so hebt mir den Handschuh auf.“

Und der Ritter in schnellem Lauf
Steigt hinab in den furchtbaren Zwinger
Mit festem Schritte,
Und aus der Ungeheuer Mitte
Nimmt er den Handschuh mit keckem Finger.

Und mit Erstaunen und mit Grauen
Sehen’s die Ritter und Edelfrauen,
Und gelassen bringt er den Handschuh zurück.
Da schallt ihm sein Lob aus jedem Munde,
Aber mit zärtlichem Liebesblick –
Er verheißt ihm sein nahes Glück –
Empfängt ihn Fräulein Kunigunde.
Und er wirft ihr den Handschuh ins Gesicht:
„Den Dank, Dame, begehr ich nicht“,
Und verlässt sie zur selben Stunde.