Nach doch etwas laengerer Lieferzeit kam er an, der offizielle OTF-Plitz, in einer huebschen kleinen Schachtel zusammen mit dem dicken Handbuch*, einer kaum gepolsterten Guerteltasche und einem extrem billigen Plastik-Standfuss.

Die Abmessungen und das Gewicht des Blitzes halten mit Sicherheit keinen Rekord was kompakte Bauweise betrifft, aber Qualitaet hat ja bekanntlich ihr Gewicht... Die Verarbeitung ist gut, koennte aber (besonders in Hinblick auf den Preis) noch verbessert werden, das Plastik wirkt oberhalb des Kardangelenks etwas billig und nicht passgenau verarbeitet.

Die Bedienung erfolgt nach dem Einschalten zum Teil ueber 4 Tasten am Blitz, zum Teil direkt ueber die Kamera (z.B. rote-Augen-weg-Vorblitz). An die Menuefuehrung gewoehnt man sich vermutlich sehr schnell, auch wenn die hohe Reaktionszeit etwas stoert.

Rein funktional ueberzeugt der Blitz durchaus. Neben dem Standard-Programm verfuegt der Blitz ueber eine Reihe Sonderfunktionen die sich dem Benutzer allerdings erst durch laengeres Ausprobieren oder aufmerksames lesen des Handbuchs erschliessen (bsp: "ML" = Modelling Light - "Dauerlicht" auf Knopfdruck zur Kontrolle der Ausleuchtung), Eigentlich schade, das Display wuerde genug platz fuer laengere Abkuerzungen bieten...

Tests einzelner Funktionen und Modi:

P-TTL:

Mit der Hauptgrund fuer mich, ein modernes Blitzgeraet zu kaufen: Draufstecken und losblitzen, um die richtige Lichtdosierung soll sich die Elektronik kuemmern. Vorbei die Zeiten mit der alten cam, als man noch die Entfernung mit der Blende abgleichen musste...Wie jede Automatik allerdings auch hier Schattenseiten: grossflaechige Objekte die das Licht stark reflektieren (weisse Wand direkt hinter der Person, Glasscheiben, etc...) verleiten die Automatik wie nicht anders zu erwarten zum Unterbelichten... Die Blitzstaerke laesst sich im Bereich +/- 2 Blenden per Hand nachregeln, was allerdings durch das traege Menue etwas dauert...

P-TTL-HS:

Highspeed! - Blitzen jenseits von gut und boese und der Synchronzeit. Beim Test im Zimmer (kurze Entfernung indirekt ueber die Decke) lechtete der Blitz noch bei 1/750s das Bild korrekt aus, bei < 1/1000 wurds dann aber duster....

Stroboskop:

Die Funktion ist schon allein wg. der Partytauglichkeit ihr Geld wert ;-) Stoerend ist nur die umstaendliche Benutzung...

Zweitreflektor:

Kann per Hand in 4 Leistungsstufen zugeschaltet werden. Auf sehr kurze Entfernungen (1-2m) erschien er etwas zu hart, fuer Tests ausserhalb der Wohnung hatte ich noch keine Zeit....

 

FAZIT:

Durchaus ein gelungenes Stueck Technik. Der Blitz ist nicht ganz billig aber sein Geld wert. Der gute Gesammteindruck wird eigentlich nur vom langsamen Menue und der nicht ganz optimalen Verarbeitung getruebt. Einzig vermissen koennte man eine einfache (sicher durch ein Software-Update nachruestbare) Slave-Funktion: Drahtlos zuendet der Blitz nur wenn er durch ein digitales Blitzsignal auf einem von vier Kanaelen direkt angesprochen wird.

 

Anzumerken bleibt noch, dass der Blitz, obwohl nicht uebermaessig gross, nicht in der Slingshot AW100 (bzw. baugleichen Taschen) platz findet....

 

 

* Leider nicht sehr gut gelungen, zu viel Fliesstext. Es fehlt beispielsweise ein Bild des Displays mit einer Erklaerung aller Symbole...