Eye-Fi ist eine Möglichkeit, beliebige Digitalkameras um eine Funktion zu erweitern die bisher eigentlich nur Professionellsten Kameras vorbehalten war: Fotos direkt nach der Aufnahme drahtlos auf den Computer zu übertragen. Die Kamera speichert weiterhin ihre Fotos in den Speicher der speziellen Eye-Fi SD-Karte. Die Karte kümmert sich dann um das Hochladen der Fotos auf den zuvor konfigurierten Rechner mit der entsprechenden Manager-Software. Soweit klingt das ganze noch gut....
Zur Karte selbst muss man noch durchaus positiv sagen: Die Hardware funktioniert einwandfrei, das Gehäuse trägt den Schriftzug "Made in USA" - was wohl auch den relativ hohen Preis und die mangelnde Verfügbarkeit in good old europe erklaert. Der Upload läuft in angemessener Geschwindigkeit (ca. 6-7sek. fuer 10mb raw Datei + ca. 3 sek. Verzögerung vor dem Upload) für Shootings im Amateurstudio - der Serienbildmodus wird aber schon nach kurzer Zeit zum Stau auf der Datenautobahn führen. Abgesehen davon erscheint die Karte beim Speichern etwas langsamer als das was im Moment marktüblich ist.
Die Software zur Karte (hier in diesem Fall eine Eye-Fi Pro) zeugt von der Masslosen Neugier des Herstellers:
Die installierte "Manager" Software beschwert sich bei jedem beenden damit dass man sie doch lieber laufen lassen sollte - was man in Hinblick auf den Datenhunger des Herstellers wohl besser nicht machen sollte.
Die "Manager" Software erkennt wenn die Karte zum Konfigurieren in den Kartenleser des Rechners gesteckt wird - zum Konfigurieren der Karte muss man dann aber auf die Website des Herstellers, sich erst registrieren, dann einloggen, dann kann man die Karte konfigurieren - das Konfigurationsprofil wird dann direkt ueber einen offenen Port des "Managers" auf die Karte geladen. Mit anderen Worten: Der Hersteller kennt zumindest anhand der Logs der Karte wieviele Fotos ich gemacht und auf den Rechner geladen habe, kennt alle meine benutzten W-Lans incl. Passwörtern (Die unverschlüsselt an den Server geschickt werden!), die Geo-Tagging Daten die die Karte auf Touren durch dicht besiedeltes Gebiet mitloggt....
Anstatt so viele Daten wie möglich über ihre Benutzer zu sammeln hätte sich die Firma lieber mal ein paar Gedanken darüber machen sollen wo und wie man diese Karte gerne einsetzen würde:
Zuerst waren diese Karten nur für den upload von .JPG Dateien vorgesehen - mit der Option die Fotos unbesehen sofort auf diverse Fotocommunities hochzuladen....aber über dieses Thema habe ich mich schonmal ausgelassen. Nach endlosen Monaten hat der Hersteller endlich mal die Kommentare im eigenen Forum berücksichtigt und einige Monate nach der videotauglichen Variante endlich die Version für RAW Dateien auf den Markt geworfen. Ein normaler Mensch wuerde sich jetzt denken dass das optimale Anwendungsgebiet für diese Karte ein Fotostudio ist - wo man nur Sekunden nach der Aufnahme die Vorschau in Gross auf dem Bildschirm betrachten kann. Leider ist so eine primitive Funktion wie das direkte Anzeigen des zuletzt hochgeladenen Fotos nicht Teil der Funktionalität der Schnüffelsoftware.
Lange rede kurzer Schw...:
Die Karte selbst ist super! Tolle Idee! - Die Software ist unzumutbar! Die Karte ist ohne Internetzugang nicht konfigurierbar! Daten die den Hersteller ohnehin nichts angehen werden ohne Verschlüsselung übermittelt!
Es gibt bereits open-source Software die zwar nicht die Konfiguration der Karte aber das Uploaden auf den Rechner übernimmt - vielleicht wird es auch irgendwann möglich sein die Karte zu Benutzen ohne dem Hersteller persönliche oder sicherheitsrelevante Daten frei Haus liefern zu müssen....
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