Über die Bedenken der Deutschen wegen der Grenzöffnung nach Tschechien (und umgekehrt natürlich auch) habe ich bereits am 4. Dezember geschrieben. Knapp einen Monat nach dem Ereignis haben wir eine Bilanz, die man nur mit den Worten kommentieren kann: Es kommt eh immer anders als man denkt. Die Zahl der Einbrüche in Autos, Grundstücke oder Häuser hat nicht signifikant zugenommen. Hatte die Politik mit ihren Beschwichtigungen also doch recht? Mitnichten! Denn es gibt ein paar niederschmetternde Ergebnisse ganz anderer Art. Weil im Zittauer Gebirge kaum soviel Schnee liegt, dass man ungetrübte Wintersportfreuden genießen kann und die Grenzen offen sind, sind viele Deutsche und Polen in das benachbarte schneereiche Iser-Gebirge (Tschechien) ausgewichen. Und dort wurden allein am vergangenen Wochenende mehr als 50 Pkw gestohlen. Die Kriminellen (die nicht unbedingt Tschechen sein müssen) handeln offenbar nach dem Motto: Wir klauen nicht mehr bei den Besitzern von Autos zu Hause, sondern die kommen jetzt mit ihren Autos zu uns.
Und noch ein Lehrstück aus der Trickdiebe-Kiste: Ein Ehepaar ist mit dem Auto auf der polnischen Seite unterwegs. Knapp vor einer Kreuzung halten sie an, weil der Ehemann schnell etwas einkaufen will. Seitlich vom Auto taucht ein junger Mann mit einem Hund auf und führt der im Auto sitzenden Frau vor, was sein Hund alles für Kunststücke kann. Die Frau ist so abgelenkt, dass sie nicht merkt, dass in der gleichen Zeit ein zweiter junger Mann den Kofferraum des Autos öffnet. Zum Klauen kam der allerdings nicht, weil just in diesem Moment der Fahrer des Autos von seinem Einkauf zurückkam.