Schuld sind die bösen Ratingagenturen. An der Eurokrise, an der Schuldenkrise, überhaupt. Sagt auch unser ach so obergescheiter Nationalbankchef Novotny. Jetzt ist Irland auch schon Ramsch, so ein schönes Land, man sehe sich nur die Fotos auf Ipernity an.

Leider gibt es keine Ratingagenturen für Politiker und leider gibt es keine Verantwortung und keine Konsequenzen für Politiker. Konsequenzen gibt es nur für das Volk und da besonders für die sozial schwachen. Ratingagenturen sind böse, da gebe ich den Kritikern aus der EU recht. Denn sie sind private, profitorientierte, kartellbildende, international agierende Konzerne, deren Hauptziel Gewinn ist. Sie sind keineswegs objektiv (siehe Einschätzung der USA), vertrauenswürdig, sie veröffentlichen ihre Einstufungen und Warnungen in der Regel viel zu spät.

Aber sie sind nicht "schuld". Schuld ist die bereits Jahrzehnte währende immer ausuferndere Verschuldung, verursacht durch kurfristig wahlorientiert denkende Politiker. "Der Staat kann ja nicht bankrott gehen". Und wenn, dann verkaufen wir halt was, "privatisieren". Jedes Unternehmen wäre längst pleite und die Verantwortlichen wegen fahrlässiger Krida vor dem Richter. Politiker aber scheiden aus ihrem Amt und landen auf einem Aufsichtsratposten oder Vorstandsposten in der Industrie, keine Konsequenzen befürchtend, und die Zeche zahlt ohnehin die "Masse der Steuerzahler". In der gegenwärtigen Situation vermisse ich eine Diskussion über Konsequenzen und Verantwortung. Diese Politik ist seit Jahrzehnten bekannt. Unsere Staaten haben kein funktionierendes "Geschäftsmodell". Bei einer Firmenpleite ist selbstverständlich vor der Gewährung weiterer Kredite und der Weiterführung des Betriebes ein plausibles Geschäftsmodell vorzulegen. Staaten werden einfach mit "frischem Geld" versorgt, in voller Kenntnis, dass eine Rückzahlung nicht möglich ist. Was hilft es der USA oder anderen Staaten, das Schuldenlimit zu erhöhen, wenn kein Geschäftsmodell existiert.

Deutschland verkaufte beispielsweise in den letzten Jahren Militärgüter für viele Milliarden Euro an Griechenland, in voller Kenntnis der finanziellen Situation des "Käufers" und hat damit ebenfalls zum Kollaps beigetragen, nicht nur die Misswirtschaft in Griechenland selbst. Der Kreditgeber ist mindestens ebenso schuldig wie der Kreditnehmer. Der derzeit diskutierte Rüstungsdeal mit Saudiarabien ist mindestens ebenso unmoralisch und verwerflich, allerdings aus anderen Gründen.

Banken lachen ja nur über die derzeitige Krise. Die Schrottpapiere wurden zum Großteil an die EZB verkauft, nach satten Zinsgewinnen, und die gehört "dem Steuerzahler". Die Überverschuldung der Staaten führt zwangsweise zur Vollprivatisierung. Wenn der Staat und die von uns demokratisch gewählten Politiker jeden Einfluss verlieren (Kompetenz haben sie schon lange nicht mehr), insbesondere auch in allen Grundversorgungsbereichen (Infrastruktur, Wasser-, Energieversorgung, Gesundheits- und Sozialwesen etc. etc.), leben wir in keiner Demokratie mehr sondern in einer Diktatur der Banken, des Profits. Banken verleihen liebend gerne virtuelles Geld, das sie ja gar nicht haben und auch durch keinerlei reale Wertschöpfung erarbeitet haben. Sie bekommen schlussendlich bei der Pleite des Kreditnehmers dessen Haus, oder eben bei einem Staat dessen Eigentum, unser aller Eigentum. Auch pervers ist ja der seit Jahren praktizierte Kurzfristgewinn durch den Verkauf von Staatseigentum zum Schönen des Budgets, nur um sich dann dieses ehemalige Eigentum (aller) teuer zurück zu mieten. Wie lange lassen wir uns das alles noch gefallen? Wann werden Politiker und Manager endlich für Misswirtschaft zur Rechenschaft gezogen?

Ramsch-Rating? Das gebührt keinen "Ländern", das gebührt Politikern, Bankmanagern, Rating-Agenturen,.....und unserem Ramsch-Finanzsystem.