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December 1st, 2007

Das Kunstgespräch als literarische Form

"In der Art sprach er weiter; man horchte auf, es traf vieles. Er war rot geworden über dem Reden, und bald lächelnd, bald ernst schüttelte er die blonden Locken. Er hatte sich ganz vergessen."

Georg Büchner, Lenz

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December 1st, 2007

Das Kunstgespräch als literarische Gattung

"Aber weil ich sowohl den gebildeten als auch den angehenden Berufskünstlern eine bessere Kenntnis von der Malerei vermitteln wollte und glaubte, ihnen von den Malern und ihren Bildern sprechen zu müssen, hielt ich es für nötig, die Form von vertraulichen Gesprächen zu wählen."

André Félibien des Avaux, Entretiens sur les vies et sur les ouvrages des plus excellents peintres anciens et modernes

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December 2nd, 2007

Kunstbeichte

"Beichten gehen. Der Künstler kann Kunstsünden verzeihen."

 

Die KUNST-RAUM-AKADEMIE zeigt

Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich zur Ausstellungseröffnung am Sonntag, 21. Oktober 2007, um 11 Uhr ins Tagungshaus Weingarten der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart ein.

Ausstellungsdauer:

21. Oktober 2007 bis 27. Januar 2008, werktags von 9 bis 16 Uhr, samstags und sonntags auf Anfrage

Hinweis: Sie können sich telefonisch (0711-1640-723) für folgende Tage zur »Beichte« anmelden:

21. Oktober von 15-17 Uhr, 26. und 27. Oktober 2007 von 11-17 Uhr, 17. und 18. November 2007 von 11-17 Uhr, 8. und 9. Dezember 2007 von 11-17 Uhr, 26. und 27. Januar 2008 von 11-17 Uhr

www.daniel-braeg.de

 

http://www.akademie-rs.de/fileadmin/user_upload/pdf_archive/czerny/20071210Einladungbeichten_grau.pdf

mit Daniel und Karolin Bräg

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December 5, 2007

Zeitgenössische Kunst

Zeitgenossenschaft der Kunst drückt sich nicht im Sujet aus, sie zeigt sich in ihrer Verstrickung mit den allgegenwärtigen Praktiken der Subjektivierung. Fragen nach der Identität werden hier durch Fragen nach den Techniken der Identifizierung abgelöst. Identität, Einssein mit sich, gründet in einer Vielheit von Wurzeln. Identität hat keinen Ursprung, sie erwächst einem subtilen und nie abgeschlossenen Spiel der Differenzen, genauer: der Differenzierungen, die diskursive Praxis setzt. Heutige Kunstpraxis ist deshalb wesentlich Diskursanalyse. Ihr kritisches Potenzial liegt fern ab vom Plakativem. Sie arbeitet am Kern der Wissensproduktion, wirkt als Subversion der diskursiven Strukturen. Sie macht den Einwand gegen den Unterschied, den Unterschiede machen sichtbar. Kritik selbst wird so zur Kunst, nämlich der „Kunst nicht dermaßen regiert zu werden". Die Regeln dieses Spiels analysieren und in Frage zu stellen zeichnet Kunst aus. Grenzen verflüchtigen, das Spiel der Grenzziehungen unterlaufen, ausweiten und neu definieren zu können, wird zum Signum der Könnerschaft.

In genau DIESEM Sinne ist STATE BRITAIN [!!!] von Mark Wallinger ein epochales Werk der gegenwärtigen Kunst. Und grandios.

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December 6, 2007

The miners united will never be defeated!

Mrs. Thatcher, if you read this: drop dead!

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December 9, 2007

Das Verlöschen der Welt in den Bildern

Durch den Tourismus,- und die Fotografie wird nicht mehr gesehen, sondern alles nur noch fotografiert. Das alles sind Elemente zur Auslöschung von Gedächtnis, Erinnerung und Erfahrung. Man delegiert die Erfahrung an die Instrumente. Da wird das alttestamentarische Bilderverbot unversehens aktuell.

HEINER MÜLLER

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December 13, 2007

Die Kunst der Migration

Ist von „Kunst" die Rede, stellt sich Unbehagen ein. Zu sehr ist der Begriff mit den alteuropäischen Programmen des Historismus verschwistert. Ein schaler Beigeschmack von Eurozentrismus vergällt den kennerhaften Gebrauch.

Künstler" zu sein haftet der schlechte Geruch an, sich namens Autorschaft und kraft Schöpfungsakt weiter ungebrochen zum Apologeten einer totgesagten Subjekt- und Ursprungsphilosophie zu machen.

Ausgestellte „Kunstwerke" neueren Datums bemühen sich dem Zugriff, nicht selten sogar dem Blick entzogen zu bleiben. Von wo aus man es auch betrachtet: Am krampfhaft ephemeren Erscheinungsbild des zeitgenössischen Kunstgeschehens kann man nicht vorbei schauen. Ernstzunehmende Kunst trägt das unverzichtbar gewordene Dementi des Werkcharakters demonstrativ mit sich, praktiziert die Auflösung des Auratischen im Diffusen. Alles, was nur den Anschein eines zentralperspektivisch zugerichteten Blickes verrät, verdreht dem aufgeklärten Betrachter die Augen.

Auch wenn sich die weissen Würfel zusehends in zufällige Volumina auflösen: Nur die Ausstellungsorte markieren noch wirklich die Differenz zwischen Welt und Kunst, indem sie zur Schau stellen, indem sie sehen lassen, was in und was out ist. So heben sich im aktuellen Begriff der Kunst die Grenzen zwischen Werk, Rahmen und Galerie auf. Der Betrachter glotzt auf die Beschreibung.

Jene, die kaum noch "Künstler" heißen, nur zu gerne aber genau das sein wollen, haben das Kunstwollen, die eigene Praxis einschließlich ihrer Kontexte auseinandergenommen und neu arrangiert.

Ihr Diskurs, der künstlerische, erfindet sich neu, indem er sich Praktiken, Techniken und Einsichten anderer Disziplinen öffnet: wissenschaftliche, journalistische, militärische, therapeutische u. a. Strategien bestimmen die künstlerische Praxis. Werke weichen Projekten. Die dergestalt erweiterte Palette künstlerischer Techniken hat den Kanon der schönen Künste ersetzt, sie dient der Produktion von Wissen und Erfahrung nicht des schönen Scheins. Wer sich Kunstfertig zeigt, bewegt sich mit Leichtigkeit querfeldein durch die Sphären des Erhabenen, des Populären und des Fremden. Auffällig Viele tummeln sich an den Rändern, entlang der Grenzen der überkommen Disziplinen, Institutionen. Die Seiten werden dabei gewechselt; mehr als einmal, ständig.

Was sich an der Migration der Betriebssysteme im Kunstzirkus beobachten lässt ist, wie Denkfiguren der Auflösung, der Erschütterung, der Infragestellung, der Entgrenzung und Verschiebung hinter der Oberfläche wirken. Oder anders gesagt: eine Neubestimmung der Grenzen des Denkens markieren, die sich am derzeitigen Bild des Kunstbetriebes unmittelbar ablesen lässt.

Wichtigste Vorraussetzung für solche Beweglichkeit ist die Entfremdung vom Eigenen. Ein Arbeitsmodus der seine Entsprechung in einer Lebensweise findet, die heute oft biografisch vorgegeben ist oder aber leicht und bewusst (auf-)gesucht werden kann. Eine Form der „Ver-Rücktheit" die ihren Ausnahmestatus angesichts der Tatsache verliert, dass ein Migrationshintergrund sich zunehmend als biografischer Normalfall darstellt.

Displaced Persons bevölkern die Vernissagen – auf Seiten der Künstler, wie auf Seiten der Betrachter. Displacement wird zu einer selbstverständlichen Herangehensweise sich seinem Gegenstand zu Nähern, so wie ein Jahrhundert früher, die Maler des ‚Plein Air‘ aus dem Ateliers in die freie Natur stürmten. Auch der zeitgemäße Künstler ist ‚im Feld‘ unterwegs, nicht als Naturfreund sondern als Ethnograph, recherchierend, "undercover„, „teilnehmend" observiert er, beobachtet Beobachtungen und vollzieht Interventionen im Alltag, in Milieus, in den Systemen. Nicht ins rechte Licht gesetzt sondern durchleuchtet wird so unsere Wahrnehmung.

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December 16, 2007

Die Domain "artspotter.de" ist bereits registriert.

Domaindaten

Domain:artspotter.de
Letzte Aktualisierung:30.11.2007

Damn it! Man darf einfach nicht zu lange warten, um seine Pointen zu setzen. Die Realsatire ist immer schneller.

Registriert von wem? Von Kölnern. Logisch.

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