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Hier ein etwas älterer Text von mir, den ich mal für eine nicht näher zu benennende Fotoplattform geschrieben habe – wer mich noch von da kennt oder über Zensur Bescheid weiß, weiß welche Plattform ich meine. ;)
Die meisten Kamerasensoren liefern i.d.R. zu flaue, kontrastarme Bilder. Somit bleibt bei fast jedem Foto Spielraum für eine Bearbeitung, um es ein wenig aufzupeppen. Gleiches gilt für Scans von Negativen, Dias oder Abzügen.
Hier möchte ich deshalb Tipps zur Diskussion stellen, wie man seine digitalen bzw. digitalisierten Bilder mit Photoshop (PS) optimieren kann. Die genannten Funktionen bieten meist auch andere Programme zur Bildbearbeitung, dort heißen sie ggf. anders.
Einstellungsebenen
Ein grundsätzlicher Hinweis: Ich mache alles gennante über Einstellungsebenen („Ebene“/„Neue Einstellungsebene“), damit das Bild an sich erhalten bleibt und ich über Ebenenmasken (s. nächster Abschnitt) und Füllmethoden weitergehende Bearbeitungsmöglichkeiten habe.
Die Funktionen lassen sich auch über „Bild“/„Anpassen“ aufrufen, dort arbeite ich aber direkt am Bild („destruktives Arbeiten“), d.h. damit werden Bildinformationen bearbeitet bzw. verworfen und eine nachträgliche Änderung ist sehr umständlich oder gar nicht möglich.
Unverständlicherweise wird diese Vorgehensweise aber immer wieder in diversen Anleitungen genannt, obwohl jeder PS-Profi (und Profi meine ich im Wortsinn) ausschließlich mit Einstellungsebenen arbeitet und diese Arbeitsweise in keiner Hinsicht komplizierter ist.
Solltet Ihr dennoch lieber so arbeiten – oder müsst es, weil Euer Programm keine Einstellungsebenen bietet –, solltet Ihr immer auf einer Kopie der Hintergrundebene (Originalbild) und nie auf dem Hintergrund selbst arbeiten; im schlimmsten Fall ist sonst das Bild durch eine verunglückte Bearbeitung versaut und das Original nicht mehr erhalten! Dieser Tipp gilt grundsätzlich auch für andere Bearbeitungen.
Ebenenmasken
Zu jeder Ebene bzw. Einstellungsebene lässt sich eine sogenannte Ebenenmaske hinzufügen. Diese wird neben der jeweiligen Ebene als Miniatur in der Ebenenpalette angezeigt.
Ebenenmasken haben den großen Vorteil, dass man Änderungen am Bild auf bestimmte Bereiche beschränken oder bestimmte Bereiche von der Änderung ausnehmen kann. Dies ist z.B. nützlich um gezielt Schattenpartien mittels Gradationskurven (s. nächster Abschnitt) anzupassen oder um Farbverlaufsfilter, etwa zur Steuerung des Himmelsfarbtons, zu simulieren.
Ebenenmasken berabeitet man, indem man sie zunächst in der Ebenenpalette anklickt. Danach lässt sich die Maske mit den Malwerkzeugen (Pinsel, Airbrush, Buntstift) bearbeiten, Verlauffüllungen können angelegt werden usw. – allerdings nur in Graustufen.
Dabei bedeutet Weiß, dass die zugehörige Ebene voll zur Geltung kommt, Schwarz bedeutet, dass sie gar nicht zur Geltung kommt. Alle Graustufen dazwischen bedeuten entsprechend mehr oder weniger verringerte Deckkraft.
Noch ein Tipp aus der Praxis: Ich bearbeite Ebenenmasken meistens mit dem Pinsel. Dabei stelle ich grundsätzlich eine Deckkraft von 30% und einen Fluss von 50 ein; die Kantenschärfe der Pinselspitze stelle ich auf 0%. Damit muss man zwar öfter über die entsprechenden Stellen fahren, kann die Ergebnisse aber noch besser steuern und erzielt wesentlich realistischere Ergebnisse.
Tonwerte und Kontrast anpassen
Standardbearbeitung bei jedem Foto ist bei mir zunächst eine Tonwertkorrektur, bei der ich die Regler für Schwarz- bzw. Weißpunkt an den jeweiligen Rand des Histogramms heranführe; meistens gehe ich nicht direkt auf den Randwert, sondern noch ein/zwei Werte nach innen, zur Mitte hin; mit dem Setzen des Weißpunkts hantiere ich etwas vorsichtiger, da sonst die Lichter schnell ausfressen.
Danach folgt die Anpassung der mittleren Tonwerte/des Kontrastes per Gradationskurve. (Den Hinweis auf der verlinkten Seite, dass die Kurve immer in S-Form sein sollte, solltet Ihr aber direkt wieder vergessen! Oft hat die Kurve auch nur einen „Anfasser“ in der Mitte, der die Kurve nach oben oder unten ausbeult. Und im Übrigen ist „Gradation“ die richtige Bezeichnung, Graduation ist etwas anderes … ;) )
Der große Vorteil von Gradationskurven gegenüber der Tonwertkorrektur besteht darin, dass diese weitergehende und genauere Methoden zur Steuerung bieten. So lässt sich das Bild nicht nur aufhellen oder abdunkeln, durch das bereits erwähnte „S“ (dunkle Tonwerte noch dunkler, helle noch heller) lässt sich auch gezielt mehr (oder andersherum auch weniger) Kontrast ins Bild bringen. Wer tiefer ins Thema einsteigen will, der kann z.B. mal hier schauen.
Anschließend lassen sich nach einer generellen Kontrastanpassung einzelne Bildteile mit jeweils angepassten neuen Einstellungsebenen gezielt steuern – das Abwedeln und Nachbelichten, wie es auch schon aus der Dunkelkammer bekannt ist. Im Gegensatz zu den dazu auch vorhandenen – und auch so benannten – Werkzeugen in PS bietet die Vorgehensweise mit Gradationskurven genauere Steuerungsmöglichkeiten, neben den schon erwähnten Vorteilen von Einstellungsebenen.
Farbstich beseitigen
Je nachdem beseitige ich dann noch einen vorhandenen Farbstich mit der (vorhandenen) Tonwertkorrektur-Ebene, indem ich in den einzelnen Farbkanälen den mittleren (Gamma-)Wert ändere. Werte unter 1,00 reduzieren die gewählte Farbe, Werte darüber verstärken sie.
Um Farbtreue zum Originalmotiv (und eine korrekte Belichtung) zu gewährleisten kann man eine sogenannte Graukarte mit 18-prozentigem Grau beim ersten Foto mit ablichten (beim Hauptmotiv/unter gleicher Belichtung wie das Hauptmotiv), um danach ohne sie zu fotografieren.
Wenn man später in PS die Bilder öffnet, geht man in das Bild mit Graukarte, öffnet die Tonwertkorrektur oder Gradtionskurven (ich persönlich lege der Übersichtlichkeit halber dafür immer eine neue Einstellungsebene an, geht aber auch in den bereits vorhandenen) und klickt mit der mittleren Pipette auf die Graukarte – voilà.
Jetzt braucht man diese Einstellung nur noch zu speichern (im gleichen Dialogfeld) und kann sie auf die anderen Bilder der Serie anwenden – sogar per Stapelverarbeitung – und schon hat man originalgetreue Farben.
Nützliches
So eine Graukarte kostet zwischen 10 und 20 Euro, je nach Größe. Es gibt auch die Deluxe-Ausführungen, die zusammenfaltbar sind (ähnlich wie ein Stofffrisbee), die kosten etwa zwischen 30 und 100 Euro.
Und dann gibt es noch die faltbare Super-Deluxe-Ausführung, die zusätzlich ein weißes und ein schwarzes Feld für das Setzen eben jener Punkte haben – die kostet dann zwischen 50 und 120 Euro – Geld ausgeben ist also kein Problem … ;)
Manchmal gibt es aber auch etwas kostenlos. So finden sich im Internet teilweise Probekapitel aus dem Photoshop-Kompendium, z.B. eben auch über die behandelten Themen Kontrast und Farbton.
Farbsättigung
Je nachdem erhöhe ich nach Tonwertkorrektur und Gradation noch die Farbsättigung über eine Einstellungsebene „Farbton/Sättigung“, da das JPEG, in das ich zum Schluss speichere, immer etwas „unbunter“ als die PSD-Datei (Photoshop-Format) wirkt.
Zudem werden Bilder mit kräftigen Farben oft als gefälliger empfunden. Das hängt u.a. damit zusammen, das unsere Erinnerung Dinge im Wortsinn „schönfärbt“.
Auf der Einstellungsebene kann man auch wieder gezielt die Sättigung einzelner Farbkanäle steuern, z.B. wird Blattgrün wesentlich intensiver, wenn man die Sättigung im Blau- und Gelbkanal reduziert.
Schärfen
Als letzte Schritte folgen die Verkleinerung des Bildes für das Internet (ich verwende i.d.R. 660x440 Pixel) über „Bild“/„Bildgröße“ – hierbei sollte die Option „Bild neu berechnen mit:“ auf „Bikubisch schärfer“ gesetzt sein – und das abschließende Schärfen per „Filter“/„Scharfzeichnungsfilter“/„Selektiver Scharfzeichner“. Wenn der nicht vorhanden ist (z.B. in GIMP), nutzt man „Unscharf maskieren“.
Schärfen sollte immer als letzter Schritt der Bearbeitung erfolgen und von den Parametern stets an die auszugebende Bildgröße angepasst sein.
Dann speichere ich die (verkleinerte) Datei als neue Kopie, mache das Schärfen und die Änderung der Bildgröße rückgängig, schreibe die verwendeten Schärfeparameter bei der verwendeten Bildgröße in die IPTC-Daten in das Feld „Anweisungen“, um reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten, und speichere die bearbeitete Datei in Originalgröße.
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