Eine Dichterwiege und das geschichtsträchtige Eingangstor zur Insel.
Etwa 5 km südlich von Garz, am Ortsrand von Groß Schoritz liegt, gut ausgeschildert, das Geburtshaus Ernst Moritz Arndts (Mo-Fr 9-16, Sa/So 10-16 Uhr). In diesem ehem. Gutshaus lebte der Vater des berühmten Inselsohnes als Gutsverwalter des Herrn von Putbus, nachdem er aus der Leibeigenschaft entlassen worden war. ›Hier ist E. M. Arndt am 26. Dez. 1769 geboren‹ steht in feiner Schnörkelschrift auf dem barocken Dachgiebel. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Innere des Hauses nahezu komplett verändert. Es befindet sich heute im Besitz der Gemeinde und wird von der 1997 gegründeten Ernst-Moritz-Arndt-Gesellschaft betreut. Im Hochparterre gibt es ein Gedenkzimmer für den Dichter mit zeitgenössischer Einrichtung sowie einen größeren Saal für Wechselausstellungen.
Einer der besten Radwege der Insel führt von Groß Schoritz über Poseritz und Gustow bis kurz vor Altefähr auf einer aufgelassenen Bahntrasse (Ausschilderung als Radwanderweg).
Zwischen Groß Schoritz und der Halbinsel Zudar reicht eine Bucht, die Schoritzer Wiek, weit ins Land hinein und verengt sich am Ende zu einer seichten Lagune. Darin liegt das Inselchen Tollow, das unter Naturschutz steht, seit es einer Kormorankolonie als Brutstätte dient. Jedes Jahr im März kommen diese imposanten schwarzen Vögel zum Nestbau hierher und bleiben den Sommer über. Ihre Ausscheidungen haben allerdings die Bäume der Insel absterben lassen. Gespenstisch ragen die Baumgerippe empor, wie man von Maltzien aus besonders deutlich sieht. Übrigens: Der Legende nach hat Klaus Störtebeker auf diesem ungastlichen Eiland seine letzte Ruhestätte gefunden.
Zudar
Seit dem Mittelalter gelangten Besucher Rügens mit dem Boot vom festländischen Strahlbrode nach Glewitz auf der Halbinsel Zudar, eine etwa 2 km lange, mit der Fähre kaum mehr als 10-minütige Überfahrt. Während Autofahrer die Halbinsel in wenigen Minuten queren, können Wanderer und Fahrradfahrer sie gemächlich umrunden und dabei schöne Naturszenerien einfangen. Dank der Niederschriften von Ernst Moritz Arndt haben viele Mythen und Legenden, die zur Stimmung der Landschaft passen, überdauert. Sie erzählen z. B. von Meerjungfrauen, die in der Johannisnacht aus dem Wasser steigen und singen und von den Männern, die sie anschließend mit sich ins Wasser ziehen.
Die außen wie innen schlichte Kirche St. Laurentius im Hauptort Zudar wurde um 1318 erbaut. Sie taucht ebenfalls in den Sagen der Region auf. Ihre Glocken sollen einst von einer Sturmflut ans Ufer der Schoritzer Wiek angeschwemmt worden sein, aus dem mythischen Konow, einer reichen und mächtigen Stadt, die östlich von Zudar existiert haben, aber vom Meer verschlungen worden sein soll. Im 14. Jh. wurden Wunder vom Marienbild der Kirche erzählt, die daraufhin zu einem viel besuchten Wallfahrtsort wurde. Sie erlangte eine solche Bedeutung, dass zwei Wallfahrten nach Zudar mit der gleichen seelenreinigenden Kraft belegt wurden wie eine nach Rom. Aber der Ruhm dauerte nicht lange an. Als 1372 ein Boot mit Pilgern bei der Überfahrt im Strelasund sank und alle 90 Insassen ertranken, schwand auch der Glauben an die Wunderkraft des Marienbildes und St. Laurentius wurde wieder zur einfachen Gemeindekirche. Ihr Turm wurde im 17. Jh. ergänzt, der reich verzierte, barocke Altaraufsatz entstand 1707.
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