Der Zudar ist eine zur Insel Rügen gehörende, stark gegliederte Halbinsel, die etwa 18 km² groß ist und sich zwischen der Schoritzer Wiek, den Rügischen Bodden (dem Nordteil des Greifswalder Boddens) und dem südwestlichen Eingang des Strelasunds befindet. An der schmalsten Stelle ist die Halbinsel 900m breit und im Osten der Halbinsel befindet sich, mit 25m ü. NN, ihr höchster Punkt. Bis zum 12. Juni 2004 war die auf der Halbinsel liegende Gemeinde Zudar selbständig, ehe sie in die Stadt Garz/Rügen eingemeindet wurde. Dies trifft damit auch auf die ehemaligen Zudarer Ortsteile zu (Freudenberg, Foßberg, Glewitz, Grabow, Losentitz, Maltzien, Poppelvitz und Zicker) Die Glewitzer Fähre – zweitwichtigste Verbindung zwischen Rügen und dem Festland nach der festen Strelasundquerung – verkehrt zwischen Stahlbrode und dem Zudar. Auf der Halbinsel befindet sich der südlichste Punkt Rügens, der Palmer Ort. Im Jahr 1854 wurde hier Max Hofmeier geboren, der später Gynäkologe und Rektor der Universität Würzburg wurde. Zu den Sehenswürdigkeiten gehört die St.-Laurentius-Kirche (Zudar).
Das Naturschutzgebiet Schoritzer Wiek ist ein 437 Hektar umfassendes Naturschutzgebiet auf Rügen und der Bucht Schoritzer Wiek in Mecklenburg-Vorpommern. Es stellt einen reich gegliederten Teil der Boddenlandschaft dar. Typische Lebensräume sind Brackwasserröhrichte, Riede, Salzweiden, Strandwälle, Dünen, Windwatten und die flachen Bereiche des angrenzenden Greifswalder Boddens. Die aktuelle Schutzgebietsausweisung erfolgte am 22. April 1984, wobei das Gebiet diesen Status schon vorher vom 7. August 1937 bis 30. April 1963 hatte. Der Gebietszustand wird als befriedigend angesehen, da Prädatoren sowie Störungen durch Angler, Bootfahrer und Surfer den Bruterfolg der Küstenvögel behindern. Teilbereiche des Schutzgebietes sind auf öffentlichen Wegen zugänglich.
Die Flächen des heutigen Schutzgebietes wurden formgebend durch die letzte Vereisungsphase vor über 10.000 Jahren geprägt. Das Abtauen des Eises und der damit verbunden Meeresspiegelanstieg führten während der Littorina-Transgression zur Überflutung der Schoritzer Wiek. Die Silmenitzer Heide trennt als Halbinsel seitdem die Bucht Schoritzer Wiek vom restlichen Rügischen Bodden. Menschliche Nutzung der umgebenden Flächen ist seit Jahrhunderten belegt und im Wesentlichen auf Weidenutzung beschränkt. Die trockenen Standorte der Silmenitzer Heide wurden in den 1950er Jahren mit Kiefern aufgeforstet. Die Schoritzer Wiek wird durch Berufsfischer aus Zudar genutzt.
Die Wasservegetation der Schoritzer Wiek wird von Kammlaichkrautrasen eingenommen. Röhrichte aus Schilf säumen das Ufer, wobei Salzwiesen mit Salzteichsimse, Strand-Dreizack, Salz-Aster, Weißem Straußgras und Rot-Schwingel eingestreut sind. Ein Küstenüberflutungsmoor hat sich auf der Westseite der Silmenitzer Heide ausgebildet. Durch Beweidung findet sich auf Strandwällen Magerrasen, der bei Nutzungsaufgabe mit Ginster und Weißdorn verbuscht. Typische Brutvögel im Gebiet sind Rotschenkel, Sandregenpfeifer, Austernfischer, Mittelsäger, Brandgans, Reiherente und Haubentaucher. Der Seeadler ist häufig anzutreffen. Im Frühjahr und Herbst nutzen Grau-, Bläss-, Saat-, Kanada-, Nonnen- und Ringelgans das Gebiet als Rastplatz. Auf den Wattflächen können Limikolen, wie Großer Brachvogel, Alpenstrandläufer und Goldregenpfeifer beobachtet werden.
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