Attila Schimmer Published on February 2nd, 2009
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Türken verweigern sich der Integration Kurier von Peter Rabl, Sonntag 1. Februar 2009

Monday February 2nd, 2009 at 10:35PM

Die kritische Diskussion über die türkischen Zuwanderer ist überfällig.

Von Peter Rabl

Die gute Nachricht ist, dass Integration zum zentralen politischen Thema wird, und dass das Schönreden objektiver Probleme mit Zuwanderern ein Ende hat. Die schlechte Nachricht ist, die Erkenntnis aus diesem objektiven Blick, dass sich sehr viele türkische Zuwanderer der Integration verweigern und in einer vielfach bedenklichen Paralellgesellschaft leben.

Es war überfällig, dass die Diskussion über die Probleme mit der Zuwanderung nicht der ausländerfeindlichen Hetze der Rechten überlassen bleibt. Probleme und Tatsachen bleiben solche, auch wenn sie von Strache & Co. Politisch missbraucht werden.

Eine in der Vorwoche veröffentlichte deutsche Untersuchung ergab, dass türkische Zuwanderer das weitaus geringste Interesse an Integration haben. Die erschreckenden Ergebnisse der Untersuchung gelten auch für die Türken in Österreich, vor allem in Wien.

75 Prozent der Türken 2. und 3. Generation haben bestenfalls einen Pflichtschulablschluss, viele verlassen die Schule ohne ausreichende Sprachkenntnisse und Lesefähigkeit. Nur 4 Prozent schaffen die Matura. Jedes dritte Mädchen bleibt nach dem Schulabschluss zu Hause. Karriereplan Hausfrau und Mehrfach-Mutter.

Die folge ist eine Arbeitslosenquote der türkischen Zuwanderer von über 12 Prozent, das dreifache der durchschnittlichen Quote in Österreich. Noch schlechter schaut es mit dem Anteil der Türken aus, die insgesamt einer Erwerbstätigkeit nachgehen oder sie anstreben.



Falsche Zuwanderungspolitik Was heute ein kaum lösbares Problem ist, wurzelt in einer völlig verfehlten Zuwanderungspolitik der letzten Jahrzehnte.

Als billige Gastarbeiter für schlechteste Jobs wurden Zehntausende Analphabeten aus Anatolien angeworben. Unter dem Titel der Familienzusammenführung kamen Frauen und teilweise halbwüchsige Kinder nach.

Selbst ungebildet, konnte die erste Generation ihre Kinder nicht zur Bildung animieren. Stattdessen kapseln sich sehr viele Türken in ihren archaisch-patriarchalischen Familienstrukturen, in zunehmender islamischer Religiosität und in türkischem Nationalismus ab.

Zehntausende zugewanderte Türken leben in einer Paralellgesellschaft zwischen Gebetsräumen und türkischem Satelliten -TV zu Hause. Ihre Chance auf Integration scheitern an eigenem Unwillen und mangelnden Deutschkenntnissen, die an die vielen Kleinkinder tradiert werden. Ihre Chance auf die Billigjobs für die allein sie bestenfalls qualifiziert sind, sinken angesichts der Krise dramatisch. Es bildet sich ein Subproletariat, abhängig von Sozial – und Familienhilfe.

Integration durch bessere Ausbildung in Kindergarten und Schule kann für die Jüngsten eine neue Chance sein. Für die meisten der Erwachsenen und Jugendlichen kommt das zu spät.

Man wird wohl überlegen müssen, ob man mit finanziellen Anreizen die Rückkehr von nicht Integrationswilligen in ihre Heimat organisiert.

Zu ihrem Besten und zu dem ihres Gastlandes.

peter.rabl@kurier.at

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Ernst Gruber says:
(Vielleicht hab ich was überlesen, der hier gepostete Artikel ist ursprünglich von Peter Rabl als Kommentar im Kurier vom 31. Jänner veröffentlicht worden - der Vollständigkeit halber.)

Sehr geehrter Herr Rabl!

Vielen Dank für den Kommentar zur kritischen Diskussion über die türkischen Zuwanderer Im Kurier vom 31. Jänner. Dass auf die Frage nach Integration schon lange Antworten aller politischer Lager gefragt sind, darüber stimme ich mit Ihnen vollkommen ein, es freut mich auch, dass Sie dazu einmal Position beziehen. Die provokante Schlußbemerkung bezüglich einer geförderten Rückreise integrationsunwilliger Türken kann ich mir nur damit erklären, dass Sie davon ausgehen, die davon Betroffenen könnten ja ohnehin nicht lesen. Diese Menschen in die Türkei zu schicken impliziert, dass sich dort ihre "Heimat" befindet. Dass dem eben nicht so ist und diese Menschen vielmehr einer Generation heimat-loser in Kulturfragmenten Aufgewachsener angehören, das haben Sie ja sehr eindringlich geschildert. Abgesehen von der Frage, wodurch sich beispielsweise eine Stadt wie Wien gegenwärtig definiert, wenn nicht durch ihre ganz eigene kulturelle Melange, so bleibt die Frage, ob ausser einer Provokation irgend jemandem mit dieser Ver(ab)schiebung von Menschen, die sie schlichtweg als Problem darstellen geholfen ist. Den Lösungsvorschlag hätten Sie sich im Angesicht einer konstruktiv zu führenden Debatte sparen können, das spielt nur denen in die Hände, die ansonsten keine Zeit haben (wollen), sich abseits vorgesetzter Meinungen eigene zu bilden.
Posted 9 months ago. ( permalink / translate )
Attila Schimmer replies:
Sehr geehrter Herr Gruber,
sie haben es nicht überlesen, der Artikel stammt tatsächlich von Herrn Rabl. Den Ursprung also konnte ich nicht lange verheimlichen :-) Ich wartete nur auf eine Reaktion. Ich danke Ihnen. Nun würde ich mir auch von Ihnen konkrete und konstruktive Vorschläge wünschen darüber wie dieses Problem in kürzester Zeit gelöst werden könnte. Mit "Schönreden" von wegen "präventive Maßnahmen" und sonstiges bla bla á la Fekter funktioniert das offensichtlich nicht.
Posted 9 months ago. ( permalink / translate )

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