In Wahrheit ist der Begriff "Salatkopf" irreführend. Was Manzan in den Händen hält, ist Radicchio der Sorte Rosso di Treviso Tardivo, "der König der Radicchi", wie der Gemüsebauer betont. "Wir säen im Frühjahr, lassen ihn über den Sommer wachsen, bis im November die ersten Fröste kommen." Durch mindestens zwei eisige Nächte – so schreibt es das Konsortium der Radicchio-Produzenten vor – müsse der Tardivo, bevor er geerntet werden könne. Die Kälte stoppt sein vegetatives Wachstum, die äußeren Blätter verbleiben an der Pflanze, um die zarten Triebe im Inneren zu schützen. "Die Mutterpflanze schmeckt sehr bitter und kann nicht gegessen werden", sagt Manzan, nebenbei amtierender Direktor des Konsortiums, während seine Mitarbeiter Radicchio-Köpfe in großen Büscheln auf die Traktorenanhänger laden.
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