Heute bekam ich als ehemaliger HARTZ-IV Aufstocker noch mal Post von der ARGE. Da fiel mir plötzlich auf, dass die nette Arbeitsverwaltung von nebenan seit längerer Zeit ihre Post über die grünen, bis vor kurzem völlig unterbezahlten PIN-Männchen austragen lässt. Das Thema ist zwar nach Einführung des Mindestlohnes veraltet, aber die Behördenlogik der ARGE hat mich immer noch tief beeindruckt. Also bis vor wenigen Monaten mussten die Arbeitsämter einen Großteil der PIN-Briefträger zusätzlich HARTZ-IV zahlen, damit diese über die Runden kommen und der Konzern überhaupt erst so billige Preise anbieten kann. Das wurde zurecht beklagt. Aber wie kann man dann glauben, die Behörde würde Geld sparen, wenn statt der Post die PIN AG die Briefe ausliefert.... GAGA!!!
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mesipluspro says:
pehei says:
So sauber hat es noch keiner auf den Punkt gebracht.
Das ist so doof, dass man sich nicht mal mehr drüber ärgern kann.
mesipluspro says:
Verlogen! Alles Verlogen. Wer leert denn bei der ach so sauberen Post die Briefkästen? Taxifahrer und kleine Einzelunternehmer. Für nen Äppel und ein Ei. Frag mal so ein armes Schwein, wann er sich seinen letzten Urlaub leisten konnte. Oder Zeitarbeiter. Das sind die Knechte von Heute, zumindest in einfachen Berufen. Und die richtig Doofen sind die, die aus Unwissenheit, Würde und ein wenig Stolz sich ihre Vollzeitarbeit nicht subventionieren lassen. Es gibt solche Leute!
Der Staat legt drauf und spart sich an anderer Stelle tot. Bildung, Forschung Jugendarbeit ...
Ich kann nur für meine Branche sprechen.
Aber ein Unternehmer des Garten- und Landschaftsbaus der seine Mitarbeiter vernünftig bezahlt, (damit meine ich nicht nach Tarif, sondern so knapp über dem Baumindestlohn) kann sich in unserer Region die Mühe sparen an einer öffentlichen Ausschreibung teilzunehmen. Oder er bescheißt ...
Hier im Osten ist die Entwicklung besonders brutal. Wer gut und clever ist geht weg. Das wird uns brutal einholen.
Mir graut jetzt schon, wenn ich mal im größten Altersheim der Republik vergreise und von chinesischen Klankenschwesteln gepflegt werde.
Die werden von der VW Help Foundation China bezahlt.
Entschuldigung, das musste jetzt sein.
Gerhardpro says:
Kommt davon wenn man Zusammenhänge nicht versteht... genauso wie die Leute, die am selben Tag den Mindestlohn für die grünen Männchen einführten und die GDL für den Verhandlungsabbruch wegen des Einstiegsgehaltes kritisierten. 43 Stunden pro Woche (ja die Lokführer müssen soviel) mal 4 Wochen macht 172 Stunden im Monat, mal 9,8 ergibt 1.685,60 Euro. Die Lokführer bekommen als Einstieg aber gerade mal 15 Euro mehr.
Da sag ich mir gut, dass Politiker nicht fotografieren, die würden nicht den Zusammenhang zwischen Blende und Tiefenschärfe verstehen.
Mesiplus hat völlig recht. GaLa-Bau ist da wirklich ein tolles Thema. Da die Kommunen hier mittlerweile kein Geld mehr haben, die Jobs fremd zu vergeben, die eigene Leute der Stadtgärtnereien kann man auch nicht mehr bezahlen (über die Lonhfoderungen des öffentlichen Dienstes regen sich alle Parteien auf). werden solche Arbeiten gern an 1-Euro-Jober "vergeben" die direkt von den GaLa-Bau-Betrieben entlassen werden mussten, weil die Kommunen keine Aufträge mehr vergeben. So ist man bei den Kommunen über jede arbeitslose Fachkraft froh!
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pehei replies:
mesipluspro replies:
Es gibt selbst beim Unkraut jäten eine fachliche Mindestqualifikation. So fallen Saison für Saison gezielt gepflanzte Stauden und Gräser der Hacke zum Opfer.
Das ist richtig teuer!
Willkommen im Land der dönerspießförmig gestutzten Sträucher in Ellenbogenhöhe!
Gerhardpro replies:
Und tatsächlich kenne ich einige Kollegen (ich bin Zierpflanzer) die bei der selben Stadt bei der sie lernen durften für einen Euro mehr qualifiziert über den Friedhof hetzen durften. Um sie nach der Lehre zu übernehmen war kein Geld da.
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Doris und Alex says:
Ich finde an dem Beispiel wird nur der Zeitgeist der "Geiz ist geil" Epoche deutlich. Ob nun Firmen oder Privatleute - mal ehrlich, jeder guckt doch nach Preis und Bequemlichkeit. Und wer denkt denn - genauso wenig wie der ARGE Mitarbeiter - an die Folgen der Sparerei:
- Onlinebanking (Arbeitsplätze futsch);
- billigster Telefonanbieter - die Preise werden auf dem Rücken der Mitarbeiter gedrückt (Arbeitsplätze futsch);
- Fahrkartenautomaten (Arbeitsplätze futsch);
- Billiglebensmittel = industrielle Massentierhaltung (Arbeitsplätze futsch, Gesundheit im Arsch + ländlicher Raum zerstört)
- Bücher bei Amazon kaufen (Arbeitsplätze futsch)
- .....
pehei says:
Seit das Internet boomt lohnt, es sich für den Fachhandel, sagen wir mal ein Buchgeschäft, offensichtlich nicht mehr wenig nachgefragte Artikel , z.B. Landkarten, anzubieten. Will man sie bestellen, sind sie nicht mal in der Lage, sie zur Ansicht zu bestellen, sondern man muss sie dann auch abnehmen. Da ich mir Karten aber gerne vorher anschaue, bestelle ich sie lieber gleich im Internet. Da habe ich zwei Wochen Zeit für die Entscheidung. Nachdem mir das zwei mal passiert ist, gehe ich gar nicht erst ins Buchgeschäft, sondern bestelle lieber gleich. Natürlich wird es für den Fachhandel dadurch noch schwieriger und so beisst sich die Katze selbst in den Schwanz. Aber mal ehrlich: Willst Du für schlechteren Service auch noch mehr bezahlen. Das hat nichts mit Geiz zu tun. Ich wäre durchaus bereit, etwas mehr zu bezahlen, wenn ich einen Vorteil dabei hätte.
Doris und Alex says:
Gut Dein Fall ist schon speziell - aber ich hab oft allein aus Bequemlichkeit bei amazon Bücher bestellt, obwohl ich jeden Samstag beim Brötchenholen am Buchladen vorbeikomme.