Es geschah, dass ein Bettler in seiner Hängematte lag und mit offenen Augen davon träumte, wie er reich werden könnte. Ueber ihm hing ein Topf voll Reis, welchen er durch Betteln gesammelt hatte.
Täglich kochte er sein kärgliches Mahl und versorte den Rest des Reises in dem Topf.
"Wenn eine Hungersnot ausbricht, werde ich den Reis für drei Goldstücke verkaufen" , dachte er , " und damit werde ich zwei weibliche Ziegen kaufen. Deren Milch und deren Zickleine werde ich verkaufen und Kühe erwerben. Ihre Kälber werde ich zu Geld machen und Büffel und Pferde kaufen. Wenn ich diese verkaufe, werde ich viel Gold besitzen. Ich werde Land und Vieh, Pferde und Herden kaufen und werde glücklich leben.
Dann wird mir ein wunderschönes Weib mit Mitgift angetragen werden. Sie wird mir einen Sohn gebären.
Er wird auf meinen Knien spielen und ich werde ihm süsse Lieder singen. Wenn er in die Nähe der Pferde geht, könnte es sein, dass sie ihn treten und ich werde meine Gattin bitten, ihn in Sicherheit zu bringen. Und wenn sie mir nicht gehorcht,so werde ich sie schlagen"
So lebhaft waren die Bilder seiner Träumerei, dass er , davon hingerissen, mit der Faust ausschlug und ----
den Topf mit Reis traf. Dieser zerbrach , und der Reis rieselte mitten in sein mit offenen Augen träumendes Gesicht.
Indische Erzählung