Was mich da nur geritten hat. Ich habe mich zum Marathon angemeldet. Ich bin ja schon ein paar gelaufen und es hat eigentlich auch immer Spaß gemacht - vor allem wenn ich fertig war. Nur diesmal habe ich so gar keine Lust an der Vorbereitung. Ich laufe fleißig meine Kilometer - wohl dem, der ausreichend Hörbücher hat, denn die ganze Zeit seinen eigenen Gedanken nachgehen wird dann doch langweilig, mir jedenfalls, schließlich laufe ich schon einige Jahre.

Mir fehlt nur ab und zu die Abwechslung. Diese Woche hatte ich Temporunden, puhhh, ich laufe meist die gleichen Strecken - ich will ja nicht irgendwo noch hinfahren müssen, um dann dort laufen zu können und im Umkreis von 10 km bin ich schon überall hingelaufen - weiter weg will ich nicht laufen, ich muss ja wieder zurück. Ich kann sie nicht mehr sehen.

Aber nochmal, mit Hörbüchern macht es Spaß, manchmal liege ich aber auch daneben. So wie heute. Wie kann man auf die Idee kommen beim Laufen Kafkas "Der Prozess" zu hören? Was hat mich geritten? Um es gleich vorneweg zu nehmen: Ich mag Kafka, ich finde es immer faszinierend in welch eine Welt er einen trägt, aber diesmal bin ich gelaufen und dann wird es doch verdammt schwierig schnaufend der Handlung zu folgen. Das mache ich nicht mehr, in Zukunft werde ich auf leichtere Kost achten - und während ich gerade so schreibe, freue ich mich dann doch eigentlich auf den morgigen Lauf - das nennt man dann wohl "gespaltene Persönlichkeit".

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