Wir hatten einen kleinen Hüpfer bei uns in der Mannschaft. Leider habe ich sie schon lange nicht mehr gesehen, sie kommt nicht mehr, nicht dass sie keine Lust mehr hätte - aber das ist eine andere Geschichte.

Jedenfalls hat sie gerne Fußball gespielt, oder sie hat zumindest das gespielt was sie für Fußball hielt. Immer wieder zeigte sie mir Pirrouetten am Ball, Übersteiger, hat den Ronaldinho gemacht aber ohne den Ball zu berühren oder um dabei fast über den Ball zu fallen. Wenn sie gegen den Ball trat, dann hat sich die Kugel kaum bewegt und ich musste immer wieder mal nachsehen, ob ich ihr nicht versehentlich einen Medizinball hingelegt habe - wir haben eigentlich gar keine.

Die Beinchen sind dünn wie Salzstängchen, die Füße dafür irgendwie drei Nummern zu groß.

Beim Fußball vollkommen talentfrei, aber mit Begeisterung dabei. Jede Regel wurde mir erklärt und genau auseinander genommen, manchmal konnte oder wollte ich gar nicht mehr zuhören. Manchmal kannte ich die Regeln selbst nicht und war mir nicht sicher ob wir nicht gerade über's Schwimmen sprachen.

In einem Training machten wir wie immer ein Abschlussspiel, ich hatte noch nicht die Demokratie eingeführt und teilte die Mannschaften selbst ein. Nina* (Name geändert), die das Herz auch heute noch auf der Zunge trägt, war nicht ganz so einverstanden mit der Einteilung und nach 10 Minuten Spieldauer lief sie bei einem Spielstand von 0:4 gegen sie brummelnd an mir vorbei: "So eine Scheißmannschaft". Im selben Augenblick hüpfte ihre Mannschaftskameradin mit den Salzstangen-Beinen einen halben Meter weiter, strahlte über's Gesicht und sang: "Ach, was macht das für ein Spaß. Es ist so schön, es ist so schön."

Wie ich dieses Kind vermisse