Gestern bin ich durch meine Musik gegangen. Eigentlich habe ich nur alles in iTunes einspielen lassen.

Angefangen hat alles vor ein paar Jahren, als die MP3-Files einem nur so um die Ohren flogen. Damals hatte ich mir von einem Freund 40 Gigabyte auf eine externe Festplatte überspielt. Mittlerweile sind nochmal so viel drauf gekommen. Also 80 GB Musik. Es war zwischenzeitlich noch mehr, nur dann bin ich mal hingegangen und hab 20 GB gelöscht, radikal musste man da durchgehen. Würde ich wirklich jemals "Kein Schwein ruft mich an" hören? Brauche ich wirklich die 20 Lieder von Britney Spears und fand ich Madonna wirklich so toll? Also weg damit. Auf nimmer wiedersehen.

Jetzt habe ich also diese Musik, ungeordnet, könnte mehrere Wochen und Monate durchhören, ohne ein Lied zweimal zu hören und fühle mich damit schon fast wieder gestresst. Der Überfluss macht's. Aber man fühlt sich eben wie ein Kind, das nachts im Spielzeugladen eingeschlossen wird. Man hat mal alles in der Hand, man hat und hat und besitzt. Es geht nicht darum es zu brauchen, sondern es muss verfügbar sein. Wiederhole ich mich gerade? Kann sein.

Die Frage ist eigentlich nur, wann der Mensch aus seiner Höhle kommt und wirklich zum Homo sapiens wird, statt sich von uralterlichen Instinkten leiten zu lassen. Vielleicht bin auch nur ich so ein Sammler und horte Musik. Ich kenne aber einen, der lädt alle Konsolen-Spiele vom Internet - hat jetzt über 80 und weiß gar nicht was er damit machen soll.