Halloween - der Abend an dem kleine Kindermonster mit "Süßes oder Saures" auf die Nerven gehen. Der Abend an dem ich zum Maniac werde.

Seit drei Tagen ist das Trockeneis besort. Im Keller wird es jetzt freigelassen, damit sich langsam aber sicher der düstere Nebel entwickelt, der langsam die rote Kellertreppe heraufgekrochen kommt. Mit einem Freund wurden mehrere Lampen ausgewechselt, damit ein grünes diffuses Licht entsteht. Etwas aufwändig ist die Stereoanlage, die in den Keller geschafft werden muss. Die Black Sabbath Platte (keine Angst Kinder, das ist keine Schlachtplatte - Eure alten Eltern sollen Euch erklären was eine Platte sonst noch sein kann) ist bereit. Der Plattenspieler knackst, es ist noch nicht klar ob "Iron Man" oder "Black Sabbath" gespielt werden soll oder gleich "The Dark". Wir bleiben schließlich beim Klassiker "Black Sabbath" - das Totenglöckchen am Anfang hat uns überzeugt.

Jetzt ein Loch im Vorgarten ausheben und Schweinsfüße reinkippen - die haben wir eine Woche vorher beim Schlachthof besorgt und so lange in den Heizungskeller gelegt. Die Füße sind wieder zum Leben erwacht. Einen Schweinskopf bekommt man nicht am Stück, nur geschnitten - verdammt, was soll das? Die dreckigen Hände vom Aushub im Vorgarten bleiben ungewaschen. Die seit drei Wochen nicht mehr geschnittenen Fingernägel sind zum Teil abgebrochen oder abgerissen und fangen an zu bluten.

Jetzt wird das Gebiss angelegt und die Augen schwarz geschminkt, eine kleine fiese Narbe auf der hohen Stirn und noch etwas den irren Blick geübt. Mit Salzwasser werden die Augen gerötet. Wer auf diese Scheißidee gekommen ist weiß ich auch nicht, könnte ich aber doch selbst auch gewesen sein. Jetz kann es dunkel werden. Vedammt öde, wenn man beim Warten die ganze Zeit das gleiche Lied hört. Aber mein Kumpel meinte das müsste sein. Ihm geht es schlechter, er liegt seit einer Stunde im Regen auf dem Dach. Der er wird die Schweinfüße beleuchten, sobald die ersten Kinderdraculas kommen.

Jetzt hör' ich was. Die Racker kommen an, es klingelt. Jetzt machen wir die Musik lauter und die Schweinefüße werden durch das hellere Licht vom Dach lebending, vom Keller kommt der Trockeneisnebel bis zur Tür gekrochen. Langsam öffne ich die Tür - verflixt, das hätte ich üben müssen. Soll auch nicht zu langsam gehen, sonst hauen sie ab. Wir haben auch vergessen den möglichen Fluchtweg abzuschneiden. Mist, außerdem habe ich mein rostiges Beil vergessen, rotverschmiert liegt es noch auf dem Ledersofa. Muss jetzt ohne gehen.

"Süßes oder Saures" wollen die Gespenster, Knochenmänner, Hexen und Cowboys (hä???) rufen, doch die Angst und der Schrecken schnürt ihnen die Kehle zu, denn das Grauen steht vor ihnen und verteilt mit monströsem Lächeln Snickers und Bounty - denn jetzt tun mir die Nervensägen dann doch leid.

So oder anders haben wir Halloween zu Hause geplant...