Ich weiß, ich weiche öfter mal vom Thema ab.

Und das hier soll auch kein Ersatz für Elke Heidenreichs "Lesen" werden. Aber jetzt muss ich hier doch mal eine Buchempfehlung los werden, denn gestern Abend in der Kneipe hat es keinen interessiert. Das kann mir hier zwar auch passieren, aber ich bekomme es nicht so mit!

Schweigeminute von Siegfried Lenz - eine Novelle.

Ein Schüler und seine Lehrerin lieben sich. Erzählt wird in dem 125 Seiten dünnen Buch aus Sicht des Schülers. Das etwas ausgreizte Thema der Schülerliebe wird hier nur gestriffen. Eigentlich geht es hier um die Träume eines Menschen, um eine Leere, die sich bereits zu Beginn des Buches auftut. Denn Christian, der Schüler, sitzt bei der Gedenkfeier zum Tode seiner Lehrerin, seiner Geliebten, Stella, die bei einem Bootsunfall verunglückt ist.

Trotz dieses Wissens wird man beim Lesen der Geschichte der beiden in den Bann gezogen. Man wünscht den beiden ihre gemeinsame Zeit. Christians Traum einer gemeinsamen Zukunft hat man vor Augen, teilt seinen Wunsch.

Die Leere, die man am Anfang des Buches mit Christian fühlt, wird am Ende des Buches greifbar. Eine tieftraurige Geschichte, eine schöne Geschichte über das Eigentliche in unserem Leben.