Im Stadion gibt es einen Raum mit Trainingsutensilien. Dort gibt es Stangen, Hütchen, Bälle, Ballpumpe, sogar eine Taktiktafel und Springseile. Das wurde mir erzählt, denn ich selbst hatte keinen Schlüssel zu diesem heiligen Raum. Meine Begehr war also solch einen Schlüssel in die Hände zu bekommen. Den berüchtigten Schlüssel Nr. 11.

Immer wieder fragte ich die Hüter des heiligen Grals ob ich nicht auch bald in den Besitz dieses Schlüssels zur Glückseligkeit gelangen dürfte. Was habe ich nicht alles dafür getan: ich ging zum Training der Alten Herren, ich wollte Kuchen backen, ich zeigte meinen Mitgliedsausweis jedem der ihn sehen wollte (ok, es gibt keine Mitgliedsausweise, ich zahle meinen Mitgliedsbeitrag und habe mir den Ausweis selbst gemalt). Nichts, ich sollte noch warten.

Dann eines Samstags sollte ich den Schlüssel doch erhalten. Ich zeichnete mit meinem Blut den Erhalt des Schlüssels ab, ich trug ihn drei Nächte um den Hals, damit mir niemand den Schlüssel entwenden konnte.

An meinem ersten Trainingstag hatte ich Urlaub. Ich wollte alle Trainingshilfen in Ruhe anschauen, die Bälle sorgfältig aufpumpen, das Trainingsgelände vorbereiten und alle Trainingsstationen aufbauen. Nervös stehe ich vor der Tür, den Schlüssel in den zittrigen Händen. Kommt da ein goldener Schein aus den Ritzen der Tür? Ich führe den Schlüssel zum Schloss - passt nicht. Muss den Schlüssel verwechselt haben, also den anderen genommen. Passt auch nicht.

Ungläubig stehe ich davor. Dann kommt so ein dünner Mann herein, schließt die Tür vor mir auf und erklärt mir in aller Eile, dass das Schloss am Wochenende ausgetauscht wurde. Er hatte es eilig, ich hatte gerade noch Zeit die Bälle aufzupumpen, die ich dabei hatte und 6 Hütchen durfte ich mir noch nehmen. Zumindest habe ich den Raum mal gesehen. Es ist kein Mythos, ihr Ungläubigen. Ich habe ihn gesehen, ich war drin - wenn auch nur für kurze Zeit.

Jetzt bettel ich also um den nächsten Schlüssel. Oh Götter erhört mich.

Lustig wenn es mir nur nicht so auf die Nerven ginge...