Leopold Published on August 10, 2008
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Wunder aus der Dose
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Sieben auf einen Streich
Posted on August 9, 2008
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English version of the Hartbrandwichtel story
Posted on August 6, 2008
Ein Hartbrandwichtel geht seinen Weg
Posted on August 6, 2008
Willkommen im Hartbrandwichtelland
Posted on August 6, 2008
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Wunder aus der Dose

Sunday August 10, 2008 at 02:24PM

Hinter offenen Türen ...

Unter Tändeln und Scherzen verstrich der Tag am Meer, ohne dass Leopold eine zündende Idee kam, wie er die in Geiselhaft befindlichen Zwerge hätte befreien können. Zunehmend steigerte er sich in eine geheime Wut über die Dummheit dieser Schaustellerbande.

Wie konnten sieben große Kerle in eine solche Lage geraten, und wie sollte ein kleiner Hartbrandwichtel wie er dieses Problem lösen? Künstler schienen für das wirkliche Leben nicht geschaffen zu sein, und er schob einen Großteil der Schuld auf dieses Schneewittchen, das die hohlen Köpfe der Zwerge verhext haben musste. Aber Leopolds kleines Hartbrandwichtelherz hatte auch einen winzigen Hüpfer getan, als er der schönen Gestalt ansichtig geworden war, und so machte sich eine Mischung aus Verständnis und Zorn in ihm breit, die er in den mäßig kühlen Fluten des Mittelmeeres auf erträgliche Temperatur brachte.

Als die Abendkühle sich über den Tag legte, begab sich der Wichtel wieder in die Altstadt. Ziellos strich er durch die Gassen, immer auf der Suche nach einer Inspiration, nach einem Fingerzeig des Schicksals, nach einem Rettungsanker, nach einer Lösung für das Problem, das ihm nicht aus dem Kopf ging.

Schon müde vom anstrengenden Laufen auf den unebenen Straßen der alten ligurischen Stadt, vernahm er plötzlich lautes Gezeter aus einer der geöffneten Türen. Irgendetwas in Leopold veranlasste ihn, lauschend zu verharren, und seine wichtelige Intuition hatte ihn nicht getrogen. „Antonio!! Keinen Tropfen mehr, du Säufer!“, drang es aus dem Inneren des Hauses. „Den ganzen Tag lungerst du nur herum, während ich in Pietros Küche schufte, damit wir was zu essen haben. Eine große Erfindung willst du machen? Dass ich nicht lache!! Das erzählst du mir seit dreißig Jahren, und nichts, aber auch gar nichts hast du geschafft! Dein letzter Einfall hat uns die Mafia auf den Hals gehetzt! Wenn ich nur daran denke! Ein Zusatz, der Beton schneller härten lässt! So ein Schwachsinn! Das Gegenteil war der Fall. Die Betonschuhe zerfielen von deinem Zeug, sobald sie das Wasser berührten! Was hast du da nur wieder in deinem besoffenen Kopf … ach, ich will es nicht mehr hören!!“

Eine Tür im Haus fiel krachend zu, und Leopold ließ sich verdutzt das soeben Gehörte durch den Kopf gehen. „Das könnte die gesuchte Lösung sein“, dachte er bei sich und schlich sich vorsichtig an das Haus. Durch die immer noch offen stehende Außentür spähte er in eine kleine, spärlich möblierte Stube, in der an einem Tisch ein älterer Mann mehr hing als saß. Vor ihm stand ein kleines Glas, das noch zur Hälfte mit Rotwein gefüllt war. Das Abendlicht spielte im Einklang mit dem leichten, vom Meer durch die Gassen wehenden Wind ein friedliches Lied. Antonio war offenbar von der soeben erlebten Szene völlig unbeeindruckt, denn ein zeitweiliges Schnarchen übertönte das schnarrende Geräusch des klapprigen Ventilators. In der Ecke lag eine abgemagerte Katze, die den Kopf hob, als Leopold leise in den Raum trat.

Gerne hätte sich Leopold mit dem verkappten Erfinder unterhalten und ihn direkt nach dieser seltsamen Substanz gefragt, die angeblich Beton erweichen konnte. Doch das wäre zu gefährlich gewesen, und so schaute der Wichtel sich in dem Raum um. Auf einem rostigen Kocher standen mehrere schmutzige Behälter, ein Regal mit Flaschen undefinierbaren Inhalts schloss sich an. Wie sollte Leopold aus diesem Wirrwarr das richtige Mittel finden? Doch da kam ihm der Zufall in Gestalt der dürren Katze zu Hilfe, die sich neugierig an den ratlosen Hartbrandwichtel heranpirschte und dabei eine Dose umstieß, die scheppernd über den Steinboden rollte und vor Leopold liegenblieb. „Calcestruzzo duro“ stand mit zittriger Schrift auf dem schmutzigen Etikett. Das musste der nutzlose Betonhärter sein, ein Pulver also, das dem Beton beigemischt werden sollte. Wild entschlossen griff Leopold nach der Dose und machte sich so unauffällig damit aus dem Staub, wie er gekommen war. Das Schnarchen Antonios verfolgte ihn bei seiner Flucht wie eine Drohgebärde, doch Leopold konnte sich nicht weiter um dieses Einzelschicksal kümmern und rannte so schnell ihn seine Hartbrandwichtelbeine tragen konnten hinunter in die Stadt.

Eine freudige Nachricht
Eine freudige Nachricht

Am nächsten Tag machte Leopold sich auf den Weg zu der Mauer, auf der die gefangenen Zwerge wie jeden Tag in der gleißenden Sonne standen und unterbreitete ihnen seinen Plan. Natürlich wusste der Wichtel nicht, ob es so funktionieren würde, wie er sich das in der Nacht ausgedacht hatte. Aber einen Versuch war es Wert. Was sonst konnte er auch tun, um den sieben Zwergen und ihrem Schneewittchen zu helfen? So kamen sie denn überein, dass Leopold das Pulver aus der geraubten Dose über den Betonfüßen der Zwerge verteilen würde. Danach müssten sie nur noch auf Regen warten, was zugegebenermaßen in dieser Gegend eine Geduldsprobe darstellte. Doch auf ein paar Tage mehr oder weniger kam es nun auch nicht mehr an, und man zeigte sich allgemein erfreut, dass die Rettung nahe war.

Sonnige Aussichten
Sonnige Aussichten

Nach getaner Arbeit beschloss Leopold, die verbleibenden Tage am Mittelmeer zu genießen, denn es schien ihm, dass er sich das redlich verdient hätte. So suchte er denn das erste Haus am Platze auf, um sich am Ausblick zu ergötzen, und es störte ihn nicht einmal, dass die brennenden Sonnenstrahlen begannen, seine Kleider ein wenig auszubleichen. Leopold fand, dass eine gewisse Patina seinem Aussehen etwas mehr Würde verleihen und ihn reifer erscheinen lassen könnte.

Herr, schick Regen!
Herr, schick Regen!

Zufrieden mit sich und seinen Taten wartete er auf den Regen, und er schob sogar noch ein paar kulturelle Erkundungen ein, besichtigte die alte Kirche am Strand und unterhielt sich mit der Statue der Königin Margherita, die ihren Standort am Meer mit der wunderbaren Aussicht genoss, wie sie dem Zwerg lebhaft versicherte.

Als wenige Tage später um die Mittagszeit von Westen ein Gewitter aufzog, eilte Leopold zum Tatort, und tatsächlich ging sein Plan auf. Die anfänglich sacht fallenden Regentropfen lösten das Pulver vorsichtig auf und begannen, auf die Betonfüße zu wirken. Langsam fraß sich die aggressive Mischung in die festen Klötze hinein, und als der Platzregen einsetzte, wusch das Regenwasser die Reste zügig fort. Die befreiten Zwerge begannen, auf der Mauer zu hüpfen und zu tanzen. Dabei sangen sie so laut ihr „Heiho, heiho, da sind wir wieder froh …“, dass Leopold um Entdeckung fürchtete und sie schnell zur Ordnung rief. Er befahl ihnen, augenblicklich herunterzuspringen und ihm zum Bahnhof zu folgen.

Ende einer Dienstfahrt
Ende einer Dienstfahrt

Erst als die zuvor Befreiten endlich in einem Gepäckwagen verstaut und abgereist waren, atmete Leopold auf. Dieses Abenteuer war bewältigt, und der Wichtel fühlte sich reif für einen kleinen Urlaub.

~~~ Fortsetzung folgt ~~~

Beginn der Geschichte:

Ein Hartbrandwichtel geht seinen Weg

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23 Comments / add your comment?

Varinpro says:
nur gut, dass so manch Erfinder den Rotwein zugetan ist...
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
Leopold replies:
ja, was in weinseliger stimmung so alles geschieht, möchte man gar nicht so unbedingt wissen! :-))
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
Pandarinepro says:
Oh Leopold, pass nur auf, dass du in den mäßig kühlen Fluten des Mittelmeeres nicht deine Farbe verlierst - ein einfacher Sonnenbrand waere ja noch harmlos dagegen!!!

Und danke, dass du mich auf eine gute Idee gebracht hast: Ich gehe jetzt erst mal eine Runde Tändeln und Scherzen! :-D
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
Leopold replies:
... ich auch! ich weiß da ein schönes sofaeckchen! :-))
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
*Kurt & Mary*pro says:
Ich finde es toll wie die Geschichte weitergeht. Mindestens die 7 und Schneewittchen sind frei. Bruno ist erleichtert . Wir freuen uns schon wie es weitergeht. Wir werden uns nun auch ein Gläschen Wein aus Italien genehmigen
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
gin_ablepro says:
Calcestruzzo duro *LOL*
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
Leopold replies:
ich hab nur im lexikon nachgeschlagen, was beton heißt. ging das daneben? :o)
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
Inkenpro replies:
Was für ein Held Du bist... ich bin völlig fassungslos ob Deiner mutigen Taten - jedoch: Was ist mit dem Schneewittchen??
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
Leopold replies:
hör mir bloß auf mit diesem schauspielervolk. ich bin froh, dass sie alle weg sind.

übrigens las ich später in der zeitung, dass sie wieder im geschäft sind. offenbar haben sie es geschafft, sich bis zu ihrem ehemaligen agenten durchzuschlagen, der sofort alles für ein comeback in die wege geleitet hat. eine neuauflage des alten films auf DVD und blue ray ist geplant. das buch zum film wird auch als hörbuch erhältlich sein. außerdem planen sie eine RAP-fassung dieses heiho, heiho -liedes. :o)
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
Inkenpro replies:
Lieber Leopold, das nächste Mal lässt Du sie aber stehen, okay?
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
Leopold replies:
wen soll ich stehen lassen? alle oder nur das schneewittchen? :-)
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
Inkenpro replies:
Alle.. wenn die ganze Sippschaft nicht aus ihren Fehlern lernt und nur darauf aus ist berühmt zu werden, dann werden sie demnächst wieder entführt. Ich finde: Strafe muss sein!
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
Leopold replies:
sei nicht so hart. ich hab wahrhaftig anderes zu tun, als die immer gleichen zwerge zu befreien. die welt ist voll davon! :-))

ich übersetze jetzt erst mal weiter ... und dann fahre ich in urlaub. österreich müsste schön sein, denk ich. :-))
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
A.Meise says:
Lieber Leopold - Du bist nicht allein! Schau mal hier: www.ksta.de/html/artikel/1218492492459.shtml

:-)
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
Leopold replies:
witzig! eben las ich unter der englischen fassung der geschichte den bericht, den mir jemand verlinkt hatte. der war sogar noch ausführlicher.

schön finde ich, dass ihr so oft an mich denkt, wenn ihr was zum thema seht. danke. :-)
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
Inkenpro replies:
Leopold, Deine Bildung überrascht mich immer wieder - erklärst Du mir bitte bei Gelegenheit einmal wo Du Lesen, Schreiben, Fremdsprachen, etc. gelernt hast? So wie ich es verstand, standest Du doch bis vor Kurzem in einem Garten.. gibt es dort eine Hartbrandwichtelschule??
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
Leopold replies:
du verwechselst mich mit eugen:

Ein Hartbrandwichtel geht seinen Weg

der sitzt immer noch in der katholischen bücherei und liest in dem buch, das meine lebensgeschichte erzählt. wenn dieser hohlkopf mal vorne angefangen hätte, statt in der mitte über meine befreiungsaktionen zu lesen, dann wüsstest du mehr über mich. ich hab ja nicht als held angefangen. selbstverständlich bin ich in der wichteloberschule gewesen ... und habe sogar meinen abschluss ganz ordentlich gemacht. wie es dazu kam, dass ich der gartenfee begegnete (wie später auch eugen), ist eine andere geschichte ... und eigentlich bin ich sowieso nur noch der geist meiner selbst. aber auch bis zu der stelle ist eugen noch nicht gekommen. er liest halt sehr langsam. schließlich war er bis vor kurzem nur ein armer wicht, der im garten rumstand und hie und da mal was aufschnappte. aber er wird schon lernen, worauf es wirklich ankommt. :-)
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
Pandarinepro replies:
"Es gibt mehr im Leben, als den täglichen Verkehr zu beobachten, und streunende Katzen an sich urinieren zu lassen"

Das finde ich aber auch!!!
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
Leopold replies:
tja, katzen sind auch so ein problem für sich ... jedenfalls für hartbrandwichtel. :-)

sorry-nur-für-Mona-Lisa

:-))
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
Pandarinepro replies:
Genau! :-)))
Posted 15 months ago. ( permalink )
Danypro says:
J'ai pu comprendre ton histoire (Google), merveilleux !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Vive Leopold
Posted 15 months ago. ( permalink / translate )
Leopold replies:
there's an english version of the story ... but just this last part is still missing. :-)
Posted 15 months ago. ( permalink )
*Kurt & Mary*pro says:
Super die Geschichte Leopold. Du bringst immer wieder was lustiges in diese ernste Welt. Mach ja weiter so.
Übrigens, unser Bruno hat drei neue Freunde bekommen. Mal sehn wann sie sich ablichten lassen smile
Posted 13 months ago. ( permalink / translate )

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