Was kann man damit – ausreichend guter Empfang vorausgesetzt – auf Deutsch über Deutschland und den Rest der Welt erfahren angesichts der Tatsache, dass es seit Ende Oktober 2011 ja auf Kurzwelle keine deutschprachigen Programme mehr von der Deutschen Welle gibt2)?

Um das herauszufinden, hörte ich im Juli 2013 mittels eines Weltempfängers stichprobenartig Nachrichtensendungen der noch regelmäßig auf Kurzwelle aktiven deutschsprachigen staatlichen Auslandsdienste3) von Albanien, Argentinien, China, Indonesien, dem Iran, Nordkorea, Rumänien, Südkorea, Taiwan, Thailand, der Türkei, Vietnam und Weißrussland sowie den zeitweise auf Kurzwelle übertragenen Inlandsdienst von Österreich. Zu Russland: Auf Deutsch sendet die Stimme Russlands auf Kurzwelle nur in der digitalen Betriebsart DRM (Digital Radio Mondiale). Dafür gibt es allerdings keine handlichen Radios. Damit entfällt bei DRM einer der wesentlichen Vorteile des traditionellen Mediums Kurzwellenrundfunk: die Empfangbarkeit mit relativ einfachen Geräten, wie beispielsweise einem batteriebetriebenen Taschenradio mit Teleskopantenne (Foto). Daher habe ich die Nachrichtensendungen der Stimme Russlands hier nicht mit einbezogen.

Tulúm (Mexiko), 1993: Am Ende des zweiten Jahrtausends konnte man – in deutscher Sprache – fast überall auf der Welt mit einem Weltempfänger drahtlos unter anderem Direkt-Berichterstattungen von Spielen der Fußball-Bundesliga und alle dreißig Minuten Nachrichten hören; im Zuge des „Fortschritts” trifft das jetzt (2013) allerdings nicht mehr zu ... (Foto: Kück)

Mein Fazit zu den deutschsprachigen Nachrichtensendungen verschiedener Rundfunkdienste auf analoger Kurzwelle (Stand: Juli 2013): Über das weltweite Geschehen wird man am umfangreichsten von Radio China International (CRI) informiert (beispielsweise sogar über das ARD-Sommerinterview mit der deutschen Bundeskanzlerin). Einige wenige Weltnachrichten bringen in der Regel auch Radio Österreich 1, Radio Rumänien International (RRI) und die Stimme Vietnams. Von den Auslandsdiensten der Türkei und des Irans kommen fast nur Meldungen mit Bezug zum Nahen und Mittleren Osten; die zwei täglichen Nachrichtensendungen der Stimme der Türkei sind offenbar inhaltsgleich. Bei CRI haben die erste Nachrichtensendung des Tages sowie die zweite und dritte des Vortags den gleichen Inhalt; entsprechend ist es zumeist auch bei RRI. Von den deutschsprachigen Kurzwellen-Auslandsdiensten der übrigen weiter oben genannten Länder gibt es fast nur Meldungen über das jeweilige eigene Land. Einen speziellen Sendeplatz für Meldungen aus oder über Deutschland gibt es wohl bei keinem der stichprobenartig gehörten Dienste. Dazu müsste man das deutschsprachige private Radio 700 aus der Eifel hören: Es ist zwar auch auf Kurzwelle aktiv, aber mit nur geringer Sendeleistung, was die Empfangswahrscheinlichkeit vor allem in großer Entfernung gering sein lässt. Nachrichten (Welt/Deutschland/Region) gibt es auf Radio 700 stündlich von 05:55 bis 19:55 Uhr deutscher gesetzlicher Zeit; Dauer: etwa fünf Minuten.

1)Wikipedia-Artikel „Weltempfänger” http://de.wikipedia.org/wiki/Weltempf%C3%A4nger 20.07.2013
2)Deutscher Kulturrat: „Verzicht der Deutschen Welle auf Kurzwelle ist fahrlässig” http://www.kulturrat.de/detail.php?detail=2144&rubrik=2 20.07.2013
3)Andreas Kück: „Sendungen auf Deutsch” http://www.akueck.de/cgi-bin/hfp_d.cgi 20.07.2013