Heute waren wir Kanadier fahren, mein Mann, meine Mutter und ich, übrigens ein super Team!
Unsere Route verlief durch den Altrheinarm bei Germersheim in der Pfalz. Das Wetter war heute morgen super und das Wasser absolut ruhig. Also beste Vorraussetzungen für eine gemütliche Fahrt. Tja, dem war nicht ganz so. Nach ungefähr 30 Minuten paddeln, sah ich erst einen erwachsenen Graureiher im mit abgestorbenen Baumstämmen durchzogenen Uferbereich. Ich nahm meine Camera und bemerkte erst jetzt rechts daneben einen Jungreiher der sich etwas merkwürdig verhielt. Beim näher kommen sah ich, das sich dieser junge Vogel in einer Schnur total verheddert hatte und sein Bein in der Luft hing. Das eine Ende der Schnur hatte sich oben um einen Ast gewickelt und unten hing der Kleine hilflos und voller Panik daran. Wir also so schnell wie möglich, es war nicht leicht durch das Gewirr von Ästen und Bäumen zu kommen, im Boot sitzend, zu dem Unglücksvogel hin. Ich wollte gerade aus dem Boot steigen, doch da war mein Mann schneller, Schuhe und Hose aus, und sich vorsichtig dem Tier genähert.Er griff sich den Fuß des Vogels so vorsichtig es ging, schnitt die Schnur durch und entfernte die Reste um seinen Fuß. Der kleine Reiher versuchte zu entkommen, war aber so entkräftet und augenscheinlich auch verlertzt. Da ich sehr gerne Tiersendungen anschaue, konnte ich meinem Mann genau sagen was er zu tun hatte, Schnabel zu halten und mit dem anderen Arm das Tier umfassen, so das die Flügel geschützt sind. Er übergab mir den Reiher ins Boot, ich nahm das zitternde Tier und hielt es an meinen Körper gepresst fest. Mein Mann wieder zurück ins Boot, und den Weg zurück, in der Hoffnung Angler zu treffen die sich in der Gegend auskannten um zu helfen. Gott sei Dank fanden wir nach ca. 15 Minuten zwei junge Angler die gerade mal 5 Minuten von hier wohnten und wußten wer helfen konnte. Ich also aus dem Boot raus, was nicht so ganz einfach war, ohne die Arme benutzen zu können...und ins Wasser zu fallen. Habs aber geschafft ;-)
Danach ging es zu Fuß in den Ort, wo eine Familie wohnt, die sich um verletzte Tiere kümmert. Der Mann holte einen kleinen Käfig, ich legte den Reiher hinein, Decke drüber damit das Tier nicht noch mehr Panik bekommt. Die beiden brachten den Reiher dann zu Tera Mater welche einen Stützpunkt ein paar Orte weiter hatten. Ich, wir, waren sehr beruhigt und konnten unseren Ausflug dann leichten Herzens fort setzen.
Tja, ausser das es am Schluß der Tour noch furchtbar anfing zu rgenen, und wir pitsch nass wurden, war es ein wunderschöner Tag....
Wir hoffen dem kleinen Glücks-Reiher wird es wieder gut gehen, und er in den Alt-Rheinarmen sein Fischfang weiter machen können.