Esperanto war nicht unterbelichtet oder primitiv.

Von oechsli bei www.golem.de (zu dortiger Kampagne für Esperanto) :
[Es gab im Februar dieses Jahres dort eine Diskussion zum Thema Völkerverständigung mit einer Plansprache, die dann mit einigen Antworten noch weitergeht bis heute. Der gröhsste Teil der Anwärfe bestand aus unsachlicher Behandlung und oft wüsten, vor Unwissenheit triefenden dreckigen Bemerkungen.
Lediglich die Hinweise auf Gehalt des Esperanto und echte Kritik daran, sowie Hinweise auf Linguna als Nachfolgerin des Esperanto, waren wenigstens gut durchdacht und zeugten von Sachkenntnis.]
Oechsli schrieb:
Zitat
> Anm.: Völkerverständigung heisst nicht, die
> Friedenspfeife rauchen mit Faschisten und
> Imperialisten, welcher Couleur auch immer,
> sondern
> sie bekämpfen und den weltweiten Aufbruch zum
> freiheitlichen, ausbeutungsfreien Weltstaat
> “Planet Terra 1” zu organisieren. – Unu Mondo -
> Unu Lingvo - Unu Homnaro !
>
>
Per Esperanto oni ankau nulprobleme uzi povas komputoroin, czar la lingvo de Esperanto estas racionala, iras lau fixai reguloi senesceptai (kai se estus esceptaj°o, oni havas por tio racionalan kialigon kiun la komputor' scipovas lerni).
Por montri la funcionadon de Esperanto en la kampo de la laboristara sendependidso ab la imperialismo del grandai kapitalistoi, kiuj emas sin reciproke extermi - unue en pazzo, poste en militoi - jen vido al la pag°o 20 de
"LA VERDA LUPO FENIXO" n-ro 38 de LEA-informilo,
Libera Esperanto Asocio en Germanlingvai regionoi,
de decembro 1981
kun frontpag°o de hydrogen'atom-bomba explodo, subnotita per "Stop al la armado nun - por eviti katastrofain seqvoin".
Tiam seqvas plia pag°o:
Sur informilo de la unuidsintai ELF-AREK-Kluboi,
ELF: Esperanto Ligo Filatelista
AREK: Amika Rondo de Esperantai Kolektantoi
(el la pag°o extraktita)
kiun redaktis k-do Rolf Burmeister, W.-Firl-Str. 30, DDR - 9047 Karl-Marx-Stadt / Chemnitz
estas montrata un infre represita, interesa Esperanto-stampo. Pri cziu tiu stampo oni povas i.a. legi jenan informon:
.... En la urbo Leningrado-USSR [tio estas Sveti-Pjotrogrado] 1926 okazis la 6-a kongreso de SAT (Sennaciezza Asocio Tutmonda). Tiu czi kongreso alportis al la Esperanto filatelio i.a. 2 memorigain poshtmarkoin kai ersperantlingvan memorigon poshtan stampon en verda kolor'. Tiu stampo hodiau [ni parolas pri la jaro 1981] estas tiom rara qve ecz sovetai katalogistoi g°is 1966 ne sciis pri g°ia exsisto kai nur suplemente povis informi pri g°i.
La poshtmarkoi memore al la kongreso portis en si sekreton, czar en la ovalo trovidsis la slogan' de la tutmonda proletariaro per morsai signoi:
PROLETARIOI CZIULANDAI UNUIDSU !
Al E-filatelistoi same memorinda kai apenau konata, ke dum la tuta dauro de la kongreso en la kongresejo funcionis speciala poshta giczeto, kie dej°oris tri Esperanton parolantai poshtistoi. Kai al kiu g°is nun estis konita, ke ecz esperantlingvan telegramformularon oni havis ???
{La surstampo montras en latinai karaktroi sur cirklo:
* LENINGRAD * VI PROLETARIA ESPERANTO-KONGRESO * En qvertrabo estas:
11-8 26, subsignita per : SAT.
La poshtmarko estas iomete malgrandita kai ne tute legebla.}
En la malferma tago radio Leningrado originale de 19a g°is 22a horo sendis inauguran kunvenon kai dum la dauro de la kongreso "Leningradskaja Pravda" (Pravaj°o Leningrada) havis apartan esperantlingvan pag°on.
Fonto: "Wissenswertes für die Arbeiterschaft",
Eldonita 1926 de AEB, Leipzig
---- ----
Auch heute wieder gibt es bestimmte Leute, die den Arbeitern und einfachen Angestellten nicht gönnen, dahs sie sich weltweit leicht verständigen können und sich vielleicht sogar wieder organisieren möchten, was diesen Leuten natürlich ein Schreck in der Morgenstunde ist. Darum auch hierzulande [koncernas Germanion], im neuen globalen Fascho-Imperialismus, die Heruntermache des Esperanto, als wenn man sich damit nicht gut verständigen und zusammenarbeiten könnte.
Esperanto mit Linguna ist heutzutage jedoch NOCH besser geeignet als je zuvor, unsere Interessen weltweit zur Geltung zu bringen. Darum sorge man sich vor allem darum, die verbesserten Esperantoansätze, wie mit Linguna, zu unterstützen und das Banner der Freiheit von Ausbeutung und der Befreiung von jedwedem Kriegswahn wieder aufzunehmen und voranzutragen! –

Hier zur Erinnerung die Zusammenfassung der Regeln des Esperanto:

(Czi tie je primemorado, kompilajjo de la reguloi de Esperanto:)

Hauptwörter enden mit Apostrof oder mit Endung kurzes o (omikron) im Nennfall.

Eigenschaftswörter enden auf kurzes -a.

In der Mehrzahl wird, auf griechisch, aus -o ein -oi, aus -a ein ai.

Eigenschaftswort als Adverb genutzt, endet auf -e, das auch zugleich Lokativ ist (Ortsfall),

gerichteter Ortsfall ist auf -en
(z.B. hejmen = nach Hause).

Den Zielfall/Objektkasus bilden wir in Esperanto mit -n an den Grundendungen von Hauptwort und eigenschaftswort, auch in der Mehrzahl (z.B. longain stratoin = lange Strahssen (auf die Frage wen oder was?, ili iris longain stratoin = sie gingen lange Strahssen (durch))

Wörter können zusammengesetzt werden, immer das letzte Wort ist dabei das sinnführende (z.B. grand-amase aus: granda, amaso und -e;
Bei der Zusammensetzung fallen oft, wenn trotzdem flüssig sprechbar, die Endungen weg, es dominiert nur die Endung ganz am Ende, hier -e

(Ortsfall oder Wiefall), also grandamase = in grohsser Masse))

Die Satzteile können frei angeordnet werden, noch freier als im Deutschen. Das liegt an der Tatsache, dahs die Endungen hinreichend aufzeigen, wie die Satzkonstruktion ist (Verwendung des Zielfalles der Handlung: Akkusativ).

Die Stellung der Eigenschaftswörter ist frei, meist nachgestellt; aber eher vorgestellt, wenn sinngemähs eine innige Verbindung mit dem Hauptwort gegeben oder gemeint ist. Furchtbar einfach, fast wie im Spanischen.

Auch die Stellung des Adverbs, welches das Verb (das Tätigkeitswort) unterstützt, oder das ein Eigenschaftswort unterstützt, ist frei.

(z.B.: organizi = organisieren;
La grupo tre bone organizas la vojagjon exterlanden = Die Gruppe organisiert die Reise ins Ausland sehr gut. Kann man aber auch so stellen:

Tre bone la grupo organizas la vojagjon exterlanden.

La vojagjon la grupo tre bone organizas exterlanden.

La grupo la vojagjon exterlanden tre bone organizas.

Organizas tre bone la grupo la vojagjon exterlanden.

Exterlanden vojagjon la grupo organizas tre bone.

Es ist nicht immer derselbe Sinn, wie man schon aus der Wortfolge spürt.

Fragen werden - bei Fehlen eines Fragefürwortes - mit "Czu" eingeleitet, oder "czu" (aus dem Polnischen czy) erscheint dann vor dem besonders in Frage gestellten Wort.-
Die sonstigen Fragewörter sind gleich den rückbezogenen Relativpronomen.


Wie oben gesehen, das Prädikat, die Satzaussage, wird am Verb/Tätigkeitswort mit -as ausgedrückt,

das ändert sich in den Zeitstufen:

-as für Gegenwart,

-is für Vergangenheit,

-os für Zukunft.

Es ist also immer ein End-'s', nur verschieden je nach Zeitstufe vokalisch getönt. Solcher Art Infix-Veränderung gibt es - und zwar sogar unter zwei Silben - auch im Arabischen und anderen Sprachen, das Prinzip ist sogar im Deutschen vorhanden bei den "unregelmähssigen" Verben des Deutschen und des Englischenbeispielsweise: laufen - lief; sprechen - sprach - gesprochen; sing sang-sung, rise-rose-risen, etc.

Ein momentaner Zustand oder Übergang wird durch das Mittelwort/Partizip -anta ausgedrückt: kuranta = laufend

gjojanta = sich freuend, laboranta = arbeitend.
Auch das ist verschiebbar in den Zeitstrufen:

shi estas kuranta = sie ist am Laufen
shi estas kurinta = sie ist am Laufen gewesen = sie ist gelaufen
shi estas kuronta = sie ist am Laufen zu sein = sie soll laufen
(esti = sein)
Die Formen des Seins können auch in den Zeitstufen sich ändern.
shi estis kurinta = sie war gelaufen
shi estos kurinta = sie wird (dann und dann) gelaufen sein
shi estos kuronta = sie wird laufen sein sollen, sie wird zu laufen haben.


Mit der Endung -us wird das Bedingte, das Konditional ausgedrückt:
li respondus = er würde antworten.
li povus respondi = er könnte (gegebenenfalls) antworten.
(povi = können).

Die Leideform /das Passiv geht mit den Mittelwörtern -ata, -ita, -ota
ähnlich wie bei den Mittelwörtern der Tatform/des Aktivs oben.

Sind es mehrere Leute, die was am Tun sind, so steht die Mehrzahl, logisch.

Also: ni estas repondantai jam = wir sind schon dabei zu beantworten,
also mit Endung der Mehrzahl am Eigenschaftswort: -ai, respondantai.
(jam = schon)

Der Artikel wird sparsamer gesetzt als in vielen anderen Sprachen, nur zur Hervorhebung: la .
Unbestimmten Artikel gibt es nicht, unu heisst wirklich eins, also keine zwei. Flickwortartig kann man ggfs. un (un') verwenden, wenn man nicht ganz unbestimmt bleiben will, letzteres geht mit iu = irgendein, iuj = irgendwelche; unuj = sind einige, einige nicht genannt sein wollende.

Zahlen sind: unu, du, tri, qvar, qvin, ses, sep, ok, nau, dek,
dek-unu usw., cent, mil, miliono(i) .

Ordnungszahlen mit Eigenschaftsendung -a

Gruppierung: -op- z.B. dekope = zu zehnt, in Zehnergruppe

Malgenommen: -obl- z.B. miloble = tausendmal

Teil: -on- : triono = Drittel, sepono = Siebtel

Die Fragewörter sind neben czu? (ob) die folgenden:
kiu ? wer
kiuj ? welche (Mz.)
kiun ? wen
kiujn ? welchen (Akk.)

kia ? was für eine/r
kiai ? was für welche
kiain ? was für welchen (Mz.)

kiam ? wann
kiel ? wie
kiom ? wieviel (kiom da ? wieviel an, Teilungsverhältniswort ist: da)
kie ? wo
kien ? wohin
kial ? warum
kies ? wessen

Der Dativ (Wemfall, Gebefall) ist im Altesperanto nur durch Verhältniswort/Präposition:
al ausgedrückt. Al heisst auch: zu nach

Der Genitiv (Wesfall) geht mit Verhältniswort: de
heisst auch: von

Die Verhältniswörter sind:
en (in), sur (auf), sub (unter), kontrau (gegen), antau (vor),
al (nach), post (zeitl. nach), arier/malantau (hinter),
de (von), trans (jenseits, hinüber), preter (vorbei an),
lau (gemähss), laulonge de (entlang von), super (über),
infre de (unterhalb von), tra (durch), (ab oder:) for de (weg von),
pro (wegen, aus {Motiv}), el (aus), exter (ausserhalb),
inter (zwischen), neben (apud), cze (bei, an), por (für),
malgrau (trotz), spite de (schärfer entgegnend: trotz),
renkonte de = (entgegen kommend dem), czirkau (um, um herum)

Stehen mit Nominativ (Nennfall), ausser wenn bei einigen eine doppelte Möglichkeit gegeben ist, Ruhelage oder Richtung, und nun ausgewählt wird,

dann der 4. Fall des Hauptwortes bei Richtung: (Akkusativ/Zielfall, siehe weiter oben)

zB. en la czambron = ins Zimmer (hinein),
sur la tablon = auf den Tisch
apud la fornon = neben den Ofen
cze la fenestron = an das Fenster
sub la liton = unter das Bett
super la pejzagjon = über die Landschaft hin
malantau la spegulon = hinter den Spiegel
antau la pordon = vor die Tür
inter la sedjoin = zwischen die Stühle
kontrau la vagonaron = gegen den Zug
czirkau la templon = um den Tempel herum

Jedes Wort kann abgewandelt werden in ein Eigenschaftswort, Hauptwort, Tätigkeitswort, Umstandswort mit den entsprechenden Formen:

z.B.: grand' ---> granda (grohs), grando (Gröhsse), grande (grohs: auf grohsse Art), grandi (grohs sein);

kuri = laufen; kuro = Lauf; kura = läufig, laufweise; kuranta = laufend; kure = im Laufen.

Dies ist nur ein Auszug aus den Regeln.

Man sieht jedoch, dahs es eine wenn auch einfache, so doch ziemlich viele Möglichkeiten bietende Grammatik in Esperanto gibt.
Von Primitivität konnte keine Rede sein. Verbesserungen und Weiterungen sind eine andere Sache; und wenn die Esperantobewegung freier gewesen wäre, wären die möglichen Änderungen, sofern sie im Rahmen sind, auch längst übernommen worden. So aber bedurfte es erst einer ganz anderen Version, um die Dinge anzustohssen: Linguna, welches im Grund genommen natürlich weiter Esperantocharakter hat. -

Die Regeln passen bequem auf ein/zwei Seiten
Die ersten 1000 Grundwörter ebenfalls,
Dann gibt es die czefecz-shlosiloi mit mehreren tausend Vokabeln.
Passen bequem in jeden Brief mit Substanz.
Und alles ist auch leicht und bequem auf Datei unterzubringen.
- - -