Fortsetzung zu „Antwort an Laura ...“


Statt „malrapidema“ im Esperanto sagt man in LINGUNA jedenfalls : bavema (bummelig, Zeit vertrödelnd, sehr langsam/schleppend/zockelnd/im Schneckentempo, schlendernd) ,


statt „leg^ere preterstreki“ (leicht streichen über/entlang) in Linguna: psaui [Hell.] ,


statt „vestmalliga“ (kleiderlösend) - in Linguna: desvestema (entkleiden wollend) ,
Apropos: statt „sin malvesti“ (Kleider ausziehen, Kleider ablegen, sich ausziehen) in Linguna : exuti ,


statt „konstruumi“ (ausbauen, konstruieren) : in Linguna: construmi, elconstrui perconstrui und constructi ,


„per-“ nebenbei ist hier Präfix in der Bedeutung von „(bis) zu Ende, durch und durch“,


statt „malesperi“ - in Linguna: desperadi (verzweifeln),


statt „malplena“ - in Linguna: vaca [cp. Lat.] (leer),


statt „autos^oseo“ : autostrado, in Linguna: autostrada (f).




((( Notabene:
In Linguna gibt es Feminina für weibliche Personen, weibliche Namen, alle Blumen, Tiefgründiges, Ausgedehntes, Maschinen, Wissenschaften, Gebiete, Länder.


Endung ist langes –a,
im Genitiv/Wesfall: –aes (statt sonst –es),
im Dativ/Gebefall: –aem (statt sonst –im),
sonst im Akkusativ/Zielfall: wie immer mit –n, also hier: -an,
im Lokativ/Ortsfall: -ae (statt sonst –e),
im Instrumental/Mittelgebrauchsfall: - aom [å:m] (statt sonst –om).


Mehrzahl/Plural:
-ai (statt sonst: –oi),
Genitiv/Wesfall: –ais (statt sonst: –ois)
Dativ/Gebefall: -aens (statt sonst: –ins)
Akkusativ/Zielfall: -ain (statt sonst: -oin)
Lokativ/Ortsfall: -´-aie (statt sonst: -´-oie)
Instrumental/Mittelgebrauchsfall: -´-aiom (statt sonst: -´-oimy)


Bekanntlich wird auch manchmal statt der regelmähssigen Endungen die eine oder andere Präposition(Verhältniswort), z.B. de, al, en/cze, per - plus Nominativ/Namensfall - verwendet: lediglich das Ziel der Handlung (Akkusativ) geht immer auf -n.


Die Satzteilstellung ist vollkommen frei: Prädikat/Satzaussage steht jedoch bevorzugt am Satzende wie im Lateinischen, im Ungarischen, Sumerischen und manchen anderen grohssen Sprachen. )))


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Das war’s für heute nachmittag. Fortsetzung folgt.
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Und da kommt sie schon die Fortsetzung:

(Es ging um einzelne Wortklüschtigkeiten des Alt-.Esperanto in der etwas seltsamen Übersetzung durch einen Bonner Esperantisten, "Resonoj", für "Nachklänge" von Hubert Weinzierl.)



In LINGUNA ist es besser, nicht mit Gewalt verkürzte Wörter bei Zusammensetzungen zu schmieden, sondern zuzugeben, dass in anderer Sprache zuweilen eine Zeile im Text länger ist, so auch in Linguna.


Also das Esperanto: „id-okuloj“ für ‚Kinderaugen’ besser : infan-okuloj, in Linguna: infantois óculoi {wörtlich: (der) Kinder Augen}.
Oder, da im Griechischen, aus dem das Wort paido (Knabe) stammt, nicht nur männliche Kinder damit gemeint sind, kann man auch in Linguna: paidóculoi sagen, (paidoi nicht eigentlich nur Knaben meinend).


Statt der Ableitung in Esperanto „lageto“ (See-chen) ein eigenes Stammwort in Linguna: estanco - [Hisp.] (Teich)


statt einer zu langen Umschreibung in Esperanto: „humida herbejo c^e akvaj^o en malaltejo“ : (Lingunae): riva (f) (Au) – [Lat.]


statt „falto“ (vizag^-faldo) lieber ein nichtdeutsches Wort, aus dem Griechischen: ryto - [Hell.] (Falte im Gesicht)


statt „faldi“ (falten) in Linguna: patychi [pa’ty:xi] - [Hell.]
Denn die Überdeutschung des Esperanto hat nur geschadet, Esperanto ist seiner Natur nach eine südliche Sprache, lateinisch inspiriert, und da liegt es näher, statt sich in Küchenlatein mit Deutschbrocken zu befrachten, lieber die erste europäische Sprache, das Hellenische, heranzuziehen, wenn ein wenig Auflockerung vom Lateinischen gewünscht war. Zamenhofs Bevorzugung des Deutschen ist in Linguna nicht mehr weiter geschleppt worden.
{- Anmmerkung: 30% des Grundwortschatzes des Esperanto sind deutschtümelnd - und das auch noch bei grohsser Erscheinungshäufigkeit dieser Wörter! Manchmal geht es selbst so weit, dass sogar die spezifisch deutsche Bedeutung von Fremdwörtern ebenfalls übernommen ist, z.B. komodo = Kommode; das englische commodity (Ware, Artikel) wurde links liegen gelassen, sogar das österreichische „kommod“ (im Sinne von bequem), das ja der lateinischen Urbedeutung am nächsten kommt, blieb unbeachtet, dort wird „komforta“, „konvena“, „oportuna“ genommen, (etwa nicht lateinisch?) -}
Also in Linguna ist von zu viel Deutsch des Esperanto Abstand genommen und die Herkunft der Wurzeln/Wörter ist stärker berücksichtigt. Daher auch Verdopplung der Konsonanten/Mitlaute, wo das im Original der Protosprache (Latein, Französisch etc.) ebenso ist, hier also keine spanische Simplifizierung, die die Herkunftserkennung verunmöglicht!


Es gibt natürlich dabei eine Aufnahme von mehr Grundwörtern insgesamt (aus dem Hellenischen, Slawischen, und anderen Sprachen).


Statt „altarbaro“ (Hochwald) in Linguna: tagvo -


n.b.: statt Esperanto „tago“ (Tag) in Linguna: dajo ( indoeurop. Grundwort, siehe Lat.: dies, Engl.: day, Bulgarisch etc.: den )


Statt Esperanto „arbaro“, in Linguna: wulda (f) [Germ.: wald, Niederl.: wuld, Engl.: wood, etc.) für ‚komplexer Wald’ .


Statt „teren bati“ lieber in Linguna: catabatti und trucidi (niederschlagen, niedermachen, niedermähen). (cata- = hinunter, hinab) [Hell.] .


n.b.: cátin, catina = Katze; catiniczo = Kater .




Statt „bunta“ lieber in Linguna: poica - [Hell.]


Statt „imensaj“ - in Linguna: immensai (immense, unermessliche)


Echt schockierend ist bei der Übertragung von Hubert Weinzierls „Nachklänge“ (Resonoj) in Esperanto durch E. Bick, Bonn, auch die zu häufige Abhackung des End—o der Substantive/Hauptwörter bei Wortzusammensetzungen und die rein deutsche Wahl der Wortzusammensetzung, und dazu auch noch mit einer Häufung der Mitlaute bei diesem Vorgang, wovor Zamenhof schon gewarnt hatte. Im Deutschen ist fast immer eine reibungslose und nahtlose Sprechfolge möglich, bei den verklüschtigten Esperantoklumpwörtern dagegen ist man entsetzt über die Holprigkeit der Wortwahl. Manchmal sollte man doch lieber die romanische Auftrennung der Klumpwörter in mehrere Wörter bevorzugen, wie im Lateinischen, im Spanischen, im Französischen etc. durchaus gang und gebe.


Beispiele:
(wörtich so gelesen bei Bick!): „aûts^oseo“ [´aut$oseò], in Linguna: czaussea (f), bzw., wenn gröhsser: autostrada (f)


Schauderhaft: „purecleg^o“ [pu’rets-´led3ò] (Reinheitsgebot)
in Linguna: praescribo de puritato,
oder: purolegjo, purezza postulo


Schauderhaft: „log^veturilo“ [´lod3vetu´rilò] (Wohnwagen), in Linguna: caravaenn.
Auch möglich (erklärend): logji-vecturill [´lod3i-vektu´ril], also mit „i“ dazwischen (Fahrzeug zum Innewohnen).


Schauderhaft: „ludhundeto“ [´lud-hundun´detò] (Schohshündchen),
in Linguna: caress dogetto bzw. qissdogo . In Linguna muss nicht zusammengeschrieben werden bei Wortideebildung durch Zusammensetzung, genauso wenig wie im Englischen.


qiss- ist eine Determinante für: geküsst, umarmt; zart die Lippen berühren; zart umgehen mit, zärtlich sein, verehren, anbeten.


Schauderhaft: „g^ojsensiva“ (freudegefühlfähig, lustfühlig), in Linguna: hedoniga; hedoniva
(hedoni = plaesure contentidsi en gjojplene faciadejn ion)


Schauderhaft: „rajdc^evalo“ (Reitpferd), in Linguna: czevall de raido, eqva raidobesto


Schauderhaft: „vagfreneza“ (irr herumwandernd, umherirrend), in Linguna: palora [Lat.], - auch: vagifrenesa, vibrovaga


Schauderhaft: „lupolg^ardenoj“ , in Linguna: lupolo gerdzoi (Hopfengärten); gerdzo = Garten - [germanisches Urwort]


Schauderhaft: „sudgermana“ , in Linguna: Sulgermana, bzw. Germana de sul; sul, sulo = Süden.


Schauderhaft: „krizkonsilí“ , in Linguna: criso consílio, bzw. consílio de criso oder: consílio pro criso (Krisenrat).


Schauderhaft: „superbdiantoj“ [su´perbdi´antoj] , in Linguna: dianthai superbai, oder pompo dianthai (f) (Prachtnelken).


Schauderhaft: „medíprotektado“ [me´di:pròtekta:dò] , in Linguna: oicoprotecto .
Esperanto-Zusammenkittung von endbetontem Wort mit anderem Wort ist sehr hässlich.


Schauderhaft: „diskejsonoj“ [dis´ke:j'sonoj] , in Linguna: discotheca sonoi, und: discotheca tonoi (disco ist auch kurz für „Platte“).
(Plattenspielerklänge oder Diskothekenschrummel).


Schauderhaft: „patrujtago“ [pa´truj´ta:gò] (Vaterlandstag, Heimatstag) , in Linguna: haima dajo {haima (f) = Heimat}


Schauderhaft: „hiperíkoleo“ , in Linguna: óleo de hypérica (f)
(Johanneskraut-Öl)


Schauderhaft: „lagetrano“ [la´get´rano] , in Linguna: estanca rano
(Teichfrosch) oder einfach: rano. Denn: bufo = Kröte.


Schauderhaft: „Nigrivero“ (aus: Nigra Rivero) für Schwarzach,
in Linguna: „Shvarcsaqva“ oder: „Nigrudac“ aus nigra = schwarz, und: udac- = Urwort und Determinante für Wasser, Bach etc
. Aber warum muss man überhaupt Namen umändern? Kann man doch einfach lassen, höchstens in die Umschrift bringen, damit auch alle Chinesen und Schwarzafrikaner etc. das lesen und aussprechen können, also: Shwarcsach (in Linguna)
[w = hu]


Schauderhaft: „surbrankardigi“ (auf eine Tragbahre betten) , in Linguna: surlitigi, reposigi (sur brancardo) .


Schauderhaft: „papertuko“ [pa´per´tuko] (Tempotaschentuch) , in Linguna: nasopaper, nasopapero; respective: pannuell, pannuello (Taschentuch) .


Schauderhaft: „frambfolíoj“ (Himbeerblätter) ,
in Linguna: fólioj frambiéres oder: frambiero fólioi . (frambiero = Himbeerstrauch)


Schauderhaft: „vivmedío“ (Umwelt) , in Linguna: oico, bzw.: medío vitaes, oder: vita medío, oder: biomedío; bzw.: envirón, environo
Aber: öffentliche Medien = mediaro pública .


Schauderhaft: „papavfloraj^o“ , in Linguna: papava (f) (= Mohnblume),
auch: antha papava. Und: papavo (=Mohn), auch: crescagjo de papavo


Schauderhaft: „mar^cbetuloj“ (Moorbirken) ,
in Linguna: fadang betuloi [fa’dang be’tu:loj]


Schauderhaft: „drapmantelo“ (Lodenmantel) , in Linguna: glamydo pachydrapa, bzw.: kürzer: glamydo lanera, oder: evelanero
Hierzu in Linguna: eve- = Urwort und Determinante für: (um-)hüllen, (be)decken, einwickeln, Verhüllendes .


Schauderhaft: „arbarmonto“ [ar’ba:r’mòntò] (Waldberg), in Linguna: puco, wulda puco. (puco ist ein mit Vegetation bewachsener Hügel in Linguna). wulda (f) = Wald .


Schauderhaft: „ali“ (?) (darunter mischen, daraufzu gehen) , in Linguna: enmixi, additi .


Das mal bis hierhin. Weitere Fortsetzung folgt noch. Euer Hansdito.