Ich habe mal auf Lauras Antwort an mich an sie geantwortet, da aber war meine Antwort dann nicht mehr zu entdecken. Ich wiederhole also diese meine Replik an Laura (doppelbelichtet):

Hallo, Laura im strahlenden Lichte!

Zur Kritik des Esperanto hab ich dann noch Mehreres in meinem Bloggo untergebracht, darauf verweise ich auch jetzt (Aton-Amarna zu LINGUNA, la esperanto moderna nostrais vremois) .

Deine Antwort hat mich inzwischen bei Durchsicht früherer Stellungnahmen zu Esperanto-Übertragungen aus dem Deutschen an Hubert Weinzierl erinnert, dessen dichterische "Nachklänge" auch in Alt-Esperanto, unter dem Titel "Resonoj" bekannt geworden sind.

Um das kleine Problem (wenn nicht sogar ganz grohs) der Esperanto-Übertragungen klar werden zu lassen, und warum ich seit 1991/92 von Esperanto abgekommen bin und ein verbessertes, etymologisch umfangreicheres Neuesperanto vorschlage, um die Völkerverständigung der Massen ((um die es hier geht, Professoren haben sich schon immer gut verständigen können, da polyglott, wenn sie die Verständigung nur gewollt hätten)) also die Verständigung der breitesten Massen voranzubringen, ohne die wir auf der Erde letztlich aufgeschmissen sind und uns eher im postatomaren Hades wiederfinden werden, (iranisch gewürzt etc.), als uns alle lieb ist, falls überlebt haben werdend, um dann elendiglich zu verrecken. -

Eine solche Verständigung geht nicht über Nationalsprachen oder Imperialsprachen, alles viel zu einseitig, sich gegenseitig ausschliessend und ZU SCHWIERIG.

Aber deswegen sollte die Verständigungssprache auch nicht gleich haarsträubend stümperhaft sein, Hauptsache einfach? Denn das stöhsst ab, und wieder ist die Völkerverständigung der Massen untergegangen. Das ist die gegenwärtige Lage.

Ich zitiere mal meinen Brief an jenen Dichter Hubert Weinzierl, den ich 21. Juni 1998 geschrieben habe:

""Sehr geehrter Herr Weinzierl, seit langen Jahren liegt uns das zweisprachige Buch "Nachklänge -- Resonoj" aus Ihrer Feder im Regal, dessen deutscher Teil mir - obwohl ich Esperantofreund bin - wesentlich besser gefällt.

Ich habe - wie auch viele andere - immer wieder die Weiterentwcilung des ESPERANTO gefordert. Dies ist unter dem Stichwort LINGUNA, la Esperanto Moderna, auch geschafft.

Erstaunen muss einen, dass zum Zeitpunkt der Übersetzung durch Herrn E. Bick, Bonn, schon längst auch Altesperanto selbst, in dem Ihre Verse übertragen erscheinen, sich bereits gemausert hatte, z.B: ist es seit 1970 durch das P.I.V. aus Paris {dickstes Wörterbuch des Esperanto} aus Quellen von Esperantodichtungen bekannt, dass man die Wörter, die mit "mal-" abgeleitet sind, auch direkt, ohne Ableitung findet. Beispiele folgen hierunter. Danach weitere Beispiele aus der Linguna.

Zunächst hier dreisprachig, Deutsch - Esperanto - Linguna, aus einem Vorwort von Hubert Weinzierl:

Nachklänge -- Resonoj -- Resonoi

(Germane:) Die kalte Wut war oft meine Begleiterin auf dem Weg der Umweltpolitik in den vergangenen Jahren. Was ich aus Gründen der "Verbandsraison" nicht in die Mikrophone sagen durfte, habe ich in meinen Tagenbüchern gebeichtet; zu dieser bitteren Auswahl meinr Ängste habe ich auch ein paar Hoffnungen gelegt. - Hubert Weinzierl

(Esperante:) Senpova kolerego ofte akompanis min laû la vojo de la medipolitiko dum la pasintaj jaroj. Kion mi - obee al "la asoci-racio" - ne rajtis diri mikrofone, tion mi konfesis en miaj taglibroj; al tiu amara elekto da miaj timoj mi almetis ankaû kelkajn esperojn. - Hubert Weinzierl

Lingunae: Fridda irasco saepe me era accompantina im vojo de la oicopolitico dum la ánnuoi passuvai. Qvion obeante al "raesón de associagjo" en microfonoin mi ne dáeis dizi, tion tamen en la dajarujoin confessis mi; al tiu collecto amara miais timois ancau qelcain esperanzain mi additis. - Hubert Weinzierl

Nun die PIV-registrierten Anti-Mal-Wörter (unabgeleitete, direkte Wurzelwörter aus dem internationalen Weltschatz der bekannter gewordenen Wortstämme), die leider in der Übersetzung zu 'Nachklänge' gar nicht verwendet wurden. Also ohne Ableitung findet man im "Plena Ilustrita Vortaro de Esperanto" (Lingunae: Plena Lexaro Illustrita ...):

statt malnova lieber: olda; arkaika; in Linguna: archaja [Hell.]

statt mallonga lieber: kurta; in Linguna: curta [Fr.]

statt malligi : lozigi; in Linguna: hálaqigi [Urwort: hálaca = lose, locker, nicht gebunden]

statt malalta : basa, altera (niedrig, zur Erde hin); in Linguna: bassa [It.], altérrea

statt duone, duona : semi- [Lat.] (halb); in Linguna: sémi-, sémia

statt malrapida : lanta; in Linguna: lanta (langsam)

statt maldika : minca und dina; in Linguna: mincsa (plattdünn) und denna (langdünn)

statt mallar^ga : streta; in Linguna: stretta [It.] (schmal)

statt malgranda : pita; in Linguna: peqena [Hisp.] (klein) -.- Dagegen: piti = sinken -.-

statt maljuna : olda; in Linguna: olda (alt), vetra (betagt)

statt maljunag^a : oldag^a (hohen Alters); in Linguna: oldaeta [old'ä:tà];
(aeto = Lebensalter) [Lat.: aetas, aetatis; Hisp.: edad]

statt malsana : morba; in Linguna: malada [Fr.] (krank); morba [Lat.] (siech)

statt mallaûte : silenteme, softe, senvoc^e;
in Linguna: ticha ['ti:xa], silenta, senbrua, senvocza für: leise (Adj.);
softa für: mit milder Stimme, einschmeichelnd leise

statt eta : nana, mikra, liliputa; in Linguna: peqena (klein), nana (zwergenhaft),
micra (winzig), lilliputa (däumlinggrohs, däumlinghaft), nanisha (bedeutungslos klein,
nicht ins Gewicht fallend [Jap.])

statt mallevig^i : sinki; in Linguna: piti [cp. Hell.]

statt malsinki, suprenj^etig^i : sori; in Linguna auch: sori, ausserdem: anauidsi [anau'id3i] (hinauftreiben, intr.), anauópteri bzw. anapteri (nach oben schweben/getragen werden) [Hell.];

In Linguna statt flugi : ópteri

statt malalten : teren, albase, suben; in Linguna: albasse, catau [Hell.]
(nieder, nach unten)

statt alten auch supren in Linguna: anau (nach oben, aufwärts) [Hell.]

statt malhela : obscura, morna, tenebra; in Linguna: morna (duster), obscura (dunkel), ténebra (finster)

statt malmultekosta : s^parkosta, c^ipa; in Linguna: czipa ['tSi:pà] (spottbillig)

statt malantaûen : retro, bzw.: en la fonon, fonen; in Linguna: retro; und: arrieren (nach hinten), en la fondalon (in den Hintergrund)

statt antaûen in Linguna: aván- (vorwärts); pross- (nach vorne)

statt malbela : turpa (hässlich)

Soweit der erste Auszug meines Briefes an Hubert Weinzierl von damals. ein zweiter Teil folgt auf dem Fuhsse; dort geht es dann auch um Vermeidung zu langer und zusammengeklemmter Wörter im Altesperanto, Problem in Linguna gelöst. -

Freundliche Grühsse, ---hdito ~*~