Alles wird hier so bequem und so idiotensicher wie möglich gemacht. Das müsste ich doch nun eigentlich wissen. Aber immer wieder überrascht es mich einfach, wie einfach hierzulande das Thema funktioniert: eine Fähre buchen, drauf fahren und wieder heil runter kommen. Da gibt es keine wilden italienische Gestikulierungen und Beschimpfungen. Schlange Nummer 15 ist jetzt dran und, bitte, rauf auf's Schiff, das uns von Vancouver Island rüber nach Vancouver und die Grenze zur USA bringt.

Da heute Canada-Day gefeiert wird (die Kanadier wollen endlich mal wieder stolz auf sich sein), ist es mehr ein Ausflugs- beziehungsweise Urlaubsverkehr. Auch das Quality Hotel Airport (South) zu finden, ist no problem. Wie auch die Rückgabe meines Wagens. Richmond als Flugplatz-Vorort hat sich herausgeputzt. Kann neben einer großen Einkaufs-Mall auch mit Parks aufwarten.

Hier ziehe ich in aller Ruhe eine erste Bilanz dieses verkürzten Urlaubs. Einiges, was ich mir vorgenommen hatte, konnte ich nicht erledigen: Die Strecke Vancouver - Seattle fehlt mir noch immer in meiner Umrundung des nordamerikanischen Kontinents per Bahn. Es gibt wenige Filmaufnahmen von Menschen und keine vom Alltag (einkaufen, Speisewagen im Zug ...). Und auch mein Besuch der Fitnessräume in den Hotels tendiert gegen null.

Dagegen stehen eine Menge Eindrücke von Landschaften, der Tierwelt und einer relaxten Freiheit, die ich bei meinem letzten USA-Urlaub nicht empfunden habe. Und noch 'ne Erkenntnis: Ich bin kein Shopping-Typ. Auch heute habe ich trotz drastischer Canada-Day-Preisreduzierungen keinen neuen Anorak gefunden. Achtung, ich komme also ohne Regenschutz Heim. Und das, obwohl für den Donnerstag unwetterartige Gewitter vorhergesagt werden. In meinem Notebook läuft nämlich gerade die aktuelle Radiosendung von SWR 1 am Morgen ("umgekippter Getränkelaster auf der A 5).

Es war eine gute Entscheidung, dieses Laptop mitzunehmen (ein kostenloser Internet-Zugang wird sogar in vielen Motels angeboten). Die abendliche Beschäftigung mit dem gerade Erlebten war kein Stress. Im Gegenteil. Mir jedenfalls hat es Spass gemacht - und das gilt auch für diesen Urlaub.