Trotz der betrüblichen Nachricht von Dieters Tod startet der Tag sonnig. Es wird sogar der wärmste Tag in meinem bisherigen Kanada-Urlaub. Ich habe den Aufenthalt in meinem Hotel in Victoria verlängert, muss deshalb aber das Zimmer wechseln und alles einräumen. Als ich das getan habe, kommt der Anruf, dass ich doch ich meiner seitherigen Suite bleiben kann. Na schön.

In Victoria wird gerade das Tall Ships Festival gefeiert, was ich an Menschenmassen und einer Parade von Schiffen im Inner Harbour bemerke. Wie schon in Vancouver nehme ich ein Ticket für den Big Bus. Aber Victoria, die Hauptstadt von British Columbia, ist anders als Vancouver. Nicht so großstädtisch. Und viel britischer.

Parlament

Zum ersten Mal hoppe ich off dem Bus an der Oak Bay Marina. Auch hier natürlich wieder Schiffe. Und kaum ein Mensch interessiert sich für die mit vielen kleinen Inseln versehene Küste. Eine halbe Stunde später kommt der nächste Big Bus und bringt mich entlang der Küstenstraße zu meinem nächsten Hop-Off-Punkt. Am 0-Meilen-Punkt beginnt (oder endet, ganz wie man es sehen will) der Transkanada-Highway.

Beim nächsten Bus werde ich wieder in der Stadtmitte rausgelassen. Mitten im quirligen Treiben. Shoppen oder Schiffe schauen - was soll man nur als erstes tun? Die Menschen sind also ziemlich aufgedreht. Ich suche mir in dem ganzen Gewühl einen neuen Hop-on-Punkt und warte und warte und warte. Kein Big Bus kommt. Durch das Festival sind auch einige Straßen gesperrt und andere völlig überlastet.

Ich gehe schließlich heim ins Hotel. Ja, es ist wirklich mittlerweile ein Zuhause geworden. Hier kann ich ausruhen. Hier kann ich das Beleidsschreiben aufsetzen. Und wenn ich will, bringt mir der Room Service schwuppdiwupp einen Lamm-Burger mit Salat und Molson Dry (das einheimische Bier).

Ausblick aus dem Hotel

An einen solchen Service und Ausblick könnte man sich glatt gewöhnen.