Eigentlich wäre ich an diesem Abend gern noch in Pamplona geblieben, es war Freitag Abend - die Jugend kam auf die Straßen zum Feiern. Einmal noch Großstadt genießen... Doch ich suchte den Camino, ich hatte ja ein (weit entferntes) Ziel. Zuerst kam ich zur Catedral de Santa Maria und legte ganz oben ein gutes Wort für einen gesunden und erfolgreichen Verlauf des Caminos ein.

In der Altstadt traf ich dann das erste Mal auf den Jakobsweg, gut zu erkennen an den Jakobsmuscheln als Wegmakierung. Meine Erwartungen wurden zum Glück entäuscht, keine Pilgerschlangen weit und breit in die ich mich einreihen mußte, ich war der einzige im lustigen Pilgeroutfit in dieser feierwütigen Metropole. Wußte in diesem Moment nicht ob ich froh oder traurig darüber sein sollte :P Am Flughafen traf ich einen Österreicher, der es aber gar nicht erwarten konnte los zulaufen, so startete er gleich vom Flughafen, ich nahm den Bus zur City für 1 €, winkte ihm als ich an ihm vorbei fuhr und beschloss heute auch noch 5km nach Cizur Menor zu pilgern um mich langsam an das laufen zu gewöhnen und mir meinen ersten Stempel zu verdienen.

Meinen ersten Stempel bekam ich dann auch in der Universität von Navarra in Pamplona beim Nachwächter, es war mittlerweile schon 20.00 Uhr. Er war sehr bemüht und stolz mir den ersten Stempel in meinen Pilgerpass zu drücken und ich war so richtig happy! Was habe ich gestraht, ich hatte das Gefühl, jeder sah mir an das ich mir gerade den ersten Stempel "verdient" hatte! Um 21.00 Uhr kam ich in Cizur Menor an, fand auch gleich die Pilgerherberge und was soll ich sagen? Ich wurde schon wieder überrascht! Tolle Herberge, mit super nettem Service und richtig guten Betten, Schlafräumen mit 6 Betten auch das ist ok! Frühstück aus dem Snackautomaten - gut - werde ich mich wohl dran gewöhnen müssen. Ich richtete mein Nachtlager und genoss noch ein San Miguel im schönen Garten des Refugios. Die Wirtin unterhielt sich angeregt und lautstark mit zwei spanischen Pilgern, ich konnte heraus hören, dass es wohl die letzten 2 Wochen ununterbrochen geregnet hatte und heute der erste schöne Sonnentag wäre. Was für ein Glück!? Das erklärt das intensive, fröhliche Leben auf den Straßen Pamplonas!