Cyril Brosch hat mich auf mehrere falsche, verbesserungswürdige und zu subjektive Formulierungen in dem Ebook hingewiesen. Die folgende Zusammenarbeit zwischen ihm und mir war außerordentlich fruchtbar und hat zu dieser zweiten Ausgabe geführt.

Der Download steht wie bisher auf der Seite Esperanto to Go zur Verfügung (4 Versionen in mobi / epub, Farbe / SW). Für die epub-Versionen empfehle ich die Beibehaltung der eingebetteten Schriftart, anderenfalls können im Text Fragezeichen oder kryptische Zeichen als Platzhalter für Zeichen auftreten, die in der Anwender-Schriftart nicht belegt sind.

Hier das Vorwort:

Es gibt für die inter­natio­nale Spra­che Es­pe­ran­to sehr viele und zum Teil ausge­zeichnete Gram­matiken. Einige wurden in Es­pe­ran­to ge­schrieben und sind deshalb für den Kurs­teil­nehmer be­zie­hungs­wei­se An­fänger unge­eignet. Andere sind ver­griffen und wer­den möglicher­weise nie wieder aufge­legt, einige im Buch­handel außer­halb der Es­peranto-Ver­bände gar nicht er­hält­lich, oder sie sind so teuer, dass nur ei­nige we­nige Es­peran­tisten sie kaufen.
Im All­gemeinen bleibt die Frage un­be­antwortet, warum ei­ner­seits für das Es­pe­ran­to ge­worben wird mit der Fest­stel­lung, dass die Gram­matik in sech­zehn (!) Regeln zu­sam­mengefasst wer­den kann, es an­derer­seits ge­druckte Regel­werke mit fünf­hundert und mehr Seiten gibt – und das sind keines­falls Bücher im Lili­put-For­mat.
Als Dr. Lud­wig La­sar Zamen­hof (eigent­lich Eliezer Levi Samen­hof, 1859-1917) unter dem Pseu­donym »Dr. Es­pe­ran­to« 1887 die Grund­züge seiner neuen Spra­che, die als inter­natio­nale und Zweit­sprache zur Ver­ständi­gung mit Per­sonen anderer Mutter­sprachen vor­ge­sehen war, ver­öffentlichte, wandte er sich vor allem an das ge­bildete Bürger­tum mit ab­ge­schlossenem Abi­tur und möglicher­weise einem Studium, also an einen Per­sonen­kreis, der wenigstens Latein und ein oder zwei moderne Fremd­sprachen be­herrschte. Mit diesen Voraus­setzungen war man (und ist man auch heute noch) tat­sächlich in der Lage, nach einer kurzen Ein­führung mit Hilfe eines Wör­ter­buchs und einer Gram­matik aus sech­zehn Regeln einfache Texte zu lesen.
Für schwie­rige Texte oder das bel­letristische und wis­sen­schaft­liche Schaf­fen rei­chen diese Grund­lagen nicht aus. Des­wegen ent­standen im Laufe der Zeit voll­ständige Gram­matiken in er­heblich größerem Um­fang.

Un­ab­hängig vom Um­fang der Gram­matik ist Es­peran­to im Be­reich der eu­ro­päischen Sprachen die am leich­testen und schnell­sten er­lern­bare Spra­che.
Mit dieser Gram­matik im elektro­nischen For­mat soll eine Lücke geschlossen wer­den. Der An­fänger in der Sprache oder der Kur­sus­teil­nehmer erhält eine all­tags­taug­liche und kosten­günstige (ich will die Kosten der An­schaf­fung eines Ebook-Readers oder TabletPCs nicht unter­schla­gen) Über­sicht über die Sprach­lehre des Es­pe­ranto. Ein Kurs­leiter kann auf die Down­load­mög­lich­keit hin­weisen, die Gram­matik als Datei selbst ver­teilen be­ziehungs­weise Per­sonal­com­puter oder TabletPC und eventuell einen Beamer benutzen, um die In­halte im Unter­richt zu pro­jizieren.
Verges­sen Sie bitte nicht, dass eine Sprache, und damit auch das Es­pe­ran­to, mehr ist als ein Wör­ter­buch und die Re­geln der Gram­matik. Eine Sprache ist eine Kon­vention, eine Über­ein­kunft zwischen denen, die mit­einander sprechen. So, wie sich die Welt um uns herum ver­ändert, ver­ändert sich auch die Kon­vention unserer Ver­stän­digung, die Sprache. Ent­gegen der land­läu­figen Mei­nung ent­hält Es­pe­ranto sehr wohl einige Aus­nahmen gerade im Be­reich der Gram­matik. Eine »le­bende« Sprache, die seit mehr als ein­hun­dert Jahren existiert und viel­fäl­tigen Ein­flüssen und einer stän­digen Ent­wicklung unter­liegt, kann nicht frei von Aus­nahmen sein.
Esperanto ähnelt ein wenig einem LEGO-Bau­kasten, aber man muss mit den vor­han­denen Klötz­chen aus­kommen und darf sich nicht ein­fach neue dazu­schnitzen. Das Haus, das man aus den Klötz­chen baut, muss als Haus er­kenn­bar und be­wohn­bar sein und darf nicht zu­sam­men­fallen.
Diese Ein­führung fasst die Kennt­nisse zur Gram­matik des Es­pe­ran­to ge­ord­net zu­sam­men, die im »Es­pe­ran­to-Lehr­buch« von Theo­dor Wit­ten­ber­ger ver­mittelt wurden, und stützt sich vor allem auf die »Aus­führ­liche Sprach­lehre des Es­pe­ran­to« von H. Göhl.
Zur leich­teren Orien­tie­rung sind wich­tige Aus­sagen num­meriert worden. Die Num­merierung kann in spä­teren Aus­gaben dieses Buches ver­scho­ben oder ver­ändert wer­den oder ganz ent­fallen.
Hin­weise auf Feh­ler und schlecht ver­ständliche Bei­spiele oder For­mu­lie­rungen wie auch Er­wei­terungs­wünsche nehme ich gern ent­gegen.
Ich danke Herrn Theo­dor Witten­berger für die Er­laubnis, aus seinem Lehr­buch zu zi­tieren.
Ein be­son­derer Dank gilt Herrn Cyril Brosch, der die erste Aus­gabe durch­ge­sehen und mit seinen wertvollen Hin­weisen wesent­lich zu dieser zweiten, verbesserten Aus­gabe bei­ge­tragen hat.