Kerstin Wassermann: Sturmflut: Ein Fall für Suna Lürssen. edition elibresca 2013.

Autoren, die lange Bücher schreiben, quälen den Leser mit unendlichen Dialogen und langen Beschreibungen. Kerstin Wassermann erfreut mich mit »230 Normseiten« und bekommt einen ersten Pluspunkt.

Eine junge Unternehmerin auf Sylt hat ihren Freund in Notwehr erstochen, kann sich an nichts erinnern und engagiert die Privatdetektivin Suna Lürssen aus Lübeck, damit diese die tatsächlichen Ereignisse aufdeckt. Daneben wird ein zweiter Handlungsstrang aufgebaut, in dem ein Unternehmer aus der Schweiz einen Hamburger Detektiv beauftragt, das Schicksal seines vor Jahren entführten Bruders aufzuklären.

Bis zur Hälfte plätschert die Geschichte vor sich hin. Detektive fahren hierhin und dorthin, befragen Personen, aber weder der eine noch der andere Fall kommen voran. Es wird »gemenschelt«. Schließlich fährt der Schweizer selbst nach Sylt, die jetzt gut konstruierte Handlung gewinnt an Fahrt und wird außerordentlich spannend.

Die Figuren nutzen Handy und Internet, die Autorin verzichtet weitestgehend auf Klischees, obwohl die Ex-Schwägerin der Lübecker Detektivin blond ist, unendlich lange Beine hat, und natürlich hecheln alle (!) Männer hinter ihr her. Die Auflösung der beiden Handlungsstränge erfolgt erst auf den letzten Seiten des Buchs und ist glaubhaft.

Trotz meiner kleinen Meckereien bin ich der Meinung, dass der Autorin ein sehr guter Krimi gelungen ist: »Daumen hoch!«

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