Noah Hellinger: Das Zeitloch von Loch Ness. 2013.

Ein mit sich und der Welt unzufriedener deutscher Journalist wird von seinem Redakteur nach Schottland geschickt, um vom Loch Ness zu berichten. Diese Idee ist nicht neu, doch der Autor bringt ein zusätzliches Element ein: Das Ungeheuer von Loch Ness ist ein Urzeitwesen, das durch ein Zeitportal gelegentlich in den See gelangt und dort seinen Hunger stillt. Daraus könnte man einen guten Roman machen, aber in diesem speziellen Fall sehe ich nur eine mittelmäßige Kurzgeschichte, der trotzdem die aufgesetzte Gesellschaftskritik nicht fehlt: »Manche dieser Städter tragen Dämonen in ihren Herzen.« So sprechen’s, die schottischen Indianer.

Mit den wenigen sprachlichen Mängeln der Kurzgeschichte (Satzzeichen, Wortwiederholungen, Füllwörter, eigenartige Gestaltung der direkten Rede) kann ich mich abfinden. Inhaltlich breitet der Autor auf gefühlten fünfundsiebzig Prozent der Erzählung den arroganten Charakter seines Protagonisten vor uns aus, und dafür gibt es ein »Daumen nach unten«.

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