Gerlis Zillgens: Coffeeshop 1.02: Der Schlüssel zum Paradies. Lübbe Digital. 2012.

Ich habe Frau Zillgens von vornherein eine weitere Chance gegeben, indem ich die zweite Episode zusammen mit der ersten gekauft habe. Die erste geht fast nahtlos in die zweite über, was bedeutet, dass man ohne Kenntnis der ersten die zweite Episode nicht zu lesen braucht. Die Geschichte hat immer noch nichts mit Berlin oder Berlin-Mitte oder der »Szene« in Berlin zu tun (Sie spielt dort, aber ebenso kann man die Ereignisse nach Köln oder ein Dorf in Hinterbayern verfrachten.) und wird von Satz zu Satz flacher, klischeehafter und abstruser, weshalb ich mich weiterhin tapfer weigere, den Inhalt wiederzugeben. Trotzdem die Stichworte: Urnenkauf, dorische Säulen, Elternbesuch, Asterix.

Eine Fahrt nach Hamburg wird mal so nebenbei in einem Satz abgehandelt, obwohl die Strecke von der Berliner Stadtautobahn durch die langweiligsten Gegenden Ostdeutschlands bei häufig vorgeschriebenem Tempo 130 eine eigene Erzählung Wert wäre. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich Gudow oder auf dem Rückweg Stolpe (Tanken und ein Kaffee) erreiche.

Irgendwie hat die Autorin wohl gemerkt, was sie dort produziert, und weist den Leser darauf hin: »Anmerkung der Autorin: Coffeeshop ist kein schlechter Roman.« Sie meint das sicher satirisch. Das Ende des kleinbürgerlichen Sammelsuriums bleibt offen. Ich habe bereits in "Michaels Bemerkungen" zur ersten Episode das Geschäftsmodell angesprochen, aber der Cliffhänger führt nicht dazu, dass mir noch einen Teil kaufen würde.

Es gibt den zweiten »Daumen nach unten«.

www.amazon.de/Coffeeshop-1-02-Schlüssel-Paradies-ebook/dp/B009VLKS3I