Auf dem Weg
 
„Du kannst nichts!“, schreit er.
„Du tust nichts!“, schreit sie.
Was war das für ein Nichts, von dem sie redeten in ihrer erbärmlichen Angst?
Nichts. Nichts. Nichts?
Lasst mich doch in Ruhe. Sollen sie ihre Türen knallen. Ich mach da nicht mit.
Fünf nach Eins – na und? Ich geh da nicht mehr hin. Nie mehr geh ich da hin.
Bin ich ein unbeschriebenes Blatt Papier, ein ungemaltes Bild, eine tonlose Melodie? Bin ich ein ungesagtes Wort, ungelebtes Leben, wie sie es mir vorwerfen?
Ich bin ein Blatt, auf das man unbemerkt, rücksichtslos tritt. Entstanden ist ein Bild in Grautönen. Ich habe es gemalt. Ich bin eine schräge Melodie, die jeder schrill finden würde, wenn ich sie auf der Mundharmonika spielte. Und ich fürchte mich vor den Worten der Menschen, wenn sie auf mich nieder fallen. Meine Worte sind ungesagt, aber insgeheim notiert. Es sind sanfte Verse gegen den Menschenlärm.
Ich schau in den Spiegel.
Ich sehe mich.
Ich werde mein Leben leben.