Hallo,

 

Gestern ging ich, wie immer, zum Rauchen vor die Türe (Meine Freundin ist Nichtraucherin und es ist für mich selbstverständlich, nicht ihre Wohnung und ihre Gesundheit zu zerstören). Dabei wurde ich von einem Amselmann angegriffen. Da ich den Herrn Amsel schon kenne, wusste ich, dass wohl ein Nest in der Nähe ist. Allerdings war mir nicht klar, dass das Nest sich an einer sehr exponierten Stelle befand:

 

 

 

 

 

 

Dieser Busch befindet sich direkt neben meiner Haustüre. Er ist, wie man an dem Rad daneben erkennen kann, circa 50 cm hoch. Das große Problem: Hinter der oben rechts erkennbaren Türe sitzt eine ca. 7 Monate alte Katze. Es war ein kleines Wunder, dass das Nest noch nicht endeckt und ausgeräumt war. Nach einem Anruf beim Tierschutzverein Erding beschloß ich zusammen mit 2 Nachbarinnen, das Nest in einen anderen Busch zu verlegen, der TSV gab dieser Sache eine Chance von 50:50. Dazu wählte ich diese freistehende Forsythie aus, die über dünne Äste verfügt, die eine Katze nicht tragen würden:

 

 

 

 

 

 

Leider haben die Altvögel diesen Platz nicht angenommen, obwohl sie sich beim Umsetzen in der Nähe aufhielten. Eine der Nachbarinnen beobachtete das Nest den ganzen Nachmittag, aber vergebens, die Eltern kamen nicht mehr zurück. Nachdem ich mich in einem Vogelforum registriert habe und dort auch alle Bitten, das Nest wieder zurückzusetzen ausschlagen musste, da sich die Katze nun mal nicht einsperren ist (muss hier erwähnen, es handelt sich um ein mehfamilienhaus und das ist nicht meine Katze!), kam es, wie es kommen musste: Der Aussage des Tierschutzes, dass es eben Pech für die Jungen sei, konnte ich nicht folgen. Ich habe die Jungen mitsamt Nest zu mir genommen. Ja, ich weis, beides, umsetzen und mitnehmen ist verboten, aber ich konnte die Tiere nicht im Stich lassen. Hier sind die Piepmätze:

 

 

 

 

 

 

 

 

Schon die Vorhersage, dass nicht alle vier die erste Nacht überleben würden, konnte ich Lügen strafen. Gestern habe ich eine bunte Mischung Rattenfutter eingeweicht und gefüttert. Heute früh bin ich zu einem Anglerladen gefahren und habe Fliegenmaden und Regenwürmer gekauft und Mehlwürmer bestellt. Beide werden gerne genommen. Tagsüber sind die Babys auf meinem Monitor untergebracht, wo es schön warm ist, des Nachts werden sie im Bad untergebracht, da ich dort eine "Fußbodenheizung" habe, es geht eine Warmwasserleitung durch den Boden, auf die ich das Nest stelle. Ich bin heilfroh, dass ich erst im Mai wieder arbeiten muss, denn die Babys nehmen meine ganze Freizeit in Anspruch. Gefüttert muss im Stundentakt werden, das nest, das ich mit Küchenrolle auslege, wird zweistündlich gereinigt.

 

Ich danke hier dem Vogelforum, dass mich mit Informationen und Links zu Ernährung und Pflege versorgt hat. Wenn die Jungen alt genug sind, werden sie selbstverständlich ausgewildert...

 

Fortsetzung folgt...