Aaalso: Wenn man von Marburg aus, Richtung Berlin trampen will - gibt es, theoretisch zumindest, mehrere Möglichkeiten, da Marburg bekanntermaßen abseits aller Autobahnen liegt.

Von der Innenstadt aus lohnt es sich am ehesten, sich an der Stadtautobahn-Auffahrt "Marburg-Mitte" hinzustellen - weil da das höchste Verkehrsaufkommen ist; Sowohl in Richtung Süden - als auch in Richtung Norden.

Richtung Süden - mit dem Ziel Berlin, versteht sich - muss man dann entweder das Glück haben, dass jemand am Gießener Nordkreuz östlich Richtung Ertfurt fährt; Was ich für ziemlich ausichtslos halte !

Oder aber - man versucht gleich Richtung Frankfurt/Main zu kommen - da sich gute 30km vor Frankfurt der (erste und einzige) Autobahn-Rasthof "Wetterau" befindet, der stark frequentiert ist - und bei dem sich direkt im Anschluss an das Rasthof-Gelände eine Unterführung befindet, durch die man auf die andere Seite, zum Richtung Norden gelegenen Rasthof wechseln kann. Der Nachteil: Man muss eben erstmal eine Fahrer dorthin finden (was allerdings zumindest morgens, der Pendler wegen, nicht unbedingt das Problem sein dürfte) - und  es sind  eben gute 130km zusätzliche Strecke.

Richtung Norden hat man im Grunde zwei Möglichkeiten: Entweder man versucht (von Marburg Mitte wie gesagt) Richtung "Alsfeld" zu trampen (was erstmal dieselbe Strecke ist, wie Variante 2 - siehe unten) - was anfürsich der direkteste Weg zur A4 Richtung Eisenach - Erfurt - Leipzig - Berlin ist - aber ein paar deutliche Nachteile hat: Z.B. dass ich die Autobahnauffahrt Alsfeld für relativ schlecht geeignet halte, um sich dort hinzustellen; Direkt am Ortsausgang ist eine Ampelkreuzung, wo potentielle Fahrer Richtung Autobahn - egal, von wo kommend - nur schecht anhalten können...und dahinter beginnt direkt Landstraße - wo erstens ohnehin das Trampen verboten ist - und zweitens die Straße so schmal, dass ein anhaltender Wagen den ganzen nachkommenden Verkehr behindern würde; Was man bedenken sollte.

Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass man mitunter auch insgesamt möglicherweise stundenlang warten muss, ohne aus der Innenstadt von Marburg mitgenommen zu werden.

Deshalb nun zu der Variante, die ich mittlerweile standardmäßig praktiziere - wenn es allgemein in Richtung Norden (z.B. Hannover - Hamburg etc.) gehen soll:

Vom Marburger Hauptbahnhof fährt einmal stündlich (bis 19.30 Uhr) - jeweils zur halben Stunde - die Buslinie 72 in Richtung "Josbach" (Rauschenberg). Mit der kann man sich für 1.45€ ein paar Ortschaften weiter bis nach "Cölbe-Bürgeln" mitnehmen lassen. (Es gibt dort nur eine Haltestelle).

Auf dieser Strecke kommt man an zwei dicht aufeinander folgenden Verkehrskreiseln vorbei - zu denen es später zurückzulaufen gilt (5-10 min Fußweg). Denn - an einem der beiden Kreisel befindet sich das Gasthaus "Chausseehaus", das direkt an der B3 gelegen ist, die ihrerseits die kürzeste Verbindung nach Norden - sprich Kassel und darüber hinaus darstellt. Es gibt eine Einfahrt an der man sich gut sichtbar hinstellen kann, an der auch PkW-Fahrer gut halten können - und an der der Verkehr - aus dem Kreisel kommend - ohnehin nur langsam fahren kann. Der Nachteil ist, dass an dieser Stelle kaum LkW´s halten werden - aus Platzmangel. Und abends ab etwa 22 Uhr wird es sehr ruhig auf dieser Strecke. Aber tagsüber sollte man in keinster Weise Probleme haben, mitgenommen zu werden.

Allerdings: Gerade von dieser Stelle aus sollte man genau nachfragen, bis wohin der jeweilige Fahrer einen mitzunehmen bereit ist; Es sind etwa 100km bis Kassel - 150km bis Göttingen - und im Verlauf dieser Strecke gibt es nicht allzuviele Punkte, zu denen man sich von regional Ansässigen mitnehmen lassen kann - und auch Chancen hat, von jemand Anderem wieder aufgesammelt zu werden.

Grundsätzlich: Auf gar keinen Fall irgendwo außerhalb von Ortschaften absetzen lassen ! Ansonsten: Die Ortschaften Jesberg, Gilserberg und ??? (der letzten Ortschaft vor der A49, Richtung Kassel), haben innerorts Plätze, wo man sich noch gut hinstellen kann und wo eine 50km/h Begrenzung gilt (was nicht überall der Fall ist !). Es hat bei den beiden letztgenannten Ortschaften auch Tankstellen, wo man sein Glück versuchen kann - die allerdings schließen allesamt bereits um 21 Uhr.

Es gibt auch an der A49 - quasi der Verlängerung der B3 - eine Tankstelle "Baunatal", die man tagsüber "notfalls" ansteuern kann - aber die man nachts, wegen dem dann sehr niedrigen Verkehrsaufkommen unbedingt meiden sollte. An der A7 (Richtung Norden) gibt es den Rasthof Kassel - den ich aber noch nie versucht habe - und deshalb mal ausklammere.

Letztendlich also - meine ich - sollte man von dem Startpunkt "Chausseehaus" aus, versuchen, eine Mitfahrgelegenheit direkt bis zum Rasthof "Göttingen", an der A7, oder noch darüber hinaus zu bekommen !

Der nächste Rasthof nach Göttingen heißt "Harz" - und hat gegenüber dem Rasthof Göttingen den deutlichen Vorteil, dass der eigentliche Rasthof und der Tankstellenbetrieb in einem Gebäude untergebracht sind, statt in zwei, weiter auseinander liegenden; Was natürlich die Chance erhöht, einen passenden Fahrer zu erwischen ! Außerdem befindet er sich unmittelbar vor dem "Autobahndreieck Salzgitter", von wo es über die A39/A395 nordöstlich in Richtung Braunschweig - und letztlich Berlin - geht. Man spart sich den Umweg über Hannover !

Aber auch dieser hat einen Nachteil, wie ich schon oft erfahren musste. Das Gros des aufkommenden Verkehrs dort - sowohl Pkw als auch Lkw - fährt weiter Richtung Norden oder Nordwesten; Was mitunter lange Wartezeiten zur Folge haben kann.

Kürzlich allerdings habe ich einen Tipp von einem Lkw-Fahrer bekommen; Nämlich: Kurz vor Braunschweig befindet sich die Autobahn-Tankestelle "Rüningen", die ein zusätzliches Bistro hat. Insgesamt ist dort deutlich weniger Verkehr, als auf dem Rasthof Harz (der viel größer ist) - aber - erstens fahren vom Rasthof Harz aus durchaus einige Fahrer bis Braunschweig oder dem dahinterliegenden Helmstedt - und - es halten dort (neben Privatfahrern) zahlreiche Lkw- und Kurierfahrer auf dem Weg Richtung Berlin (die den Rasthof "Harz" seitlich liegen lassen) um zu tanken und auch weil Nahrungsmittel in Rüningen ein ganzes Stück billiger sind.(was speziell unter Vielfahrern dieser Strecke bekannt ist) Zumindest am Wochenende soll dort allerhand Verkehr sein, wie mir ein Angestellter in "Rüningen" sagte. Und - die Chance, von dort aus einen passenden Fahrer in die weitere Richtung Berlin zu finden, dürfte insgesamt, im Vergleich zum Rasthof Harz, mindestens genauso groß sein. Aber das werde ich bei nächster Gelegenheit noch genauer eruieren !*g*

 

To be continued...