Wenn man früher per Anhalter von einem LKW-Fahrer mitgenommen wurde, war der fast obligatorische Bestandteil des Bordequipments ein CB-Funkgerät. Als ich vor einigen Monaten anfing, regelmäßig die Strecke Marburg-Berlin zu bereisen, fiel mir irgendwann auf, dass das heutzutage nur noch eingeschränkt der Fall zu sein schien.

Auf meine Nachfrage erzählten man mir, dass seit dem Aufkommen von Handys - und jüngst Navigationsgeräten - sowohl die Bereitschaft, als auch der Anlass für CB-Funk deutlich nachgelassen hat. Früher informierten sich die Fahrer untereinander - neben Smalltalk - über Baustellen, Staus, Ausweichrouten und Ähnliches...wie Polizeikontrollen zum Beispiel. Das entfällt nun überwiegend - eben durch die Popularität und den technischen Fortschritt im Bereich dieser beiden Geräte.

Letzte Woche erst erzählte mir ein selbstständiger Fahrer, der nach eigener Aussage 28 von 30 Tagen eines Monats durch die Weltgeschichte karriolt, um sich über Wasser zu halten - und der tatsächlich noch ein CB-Gerät mit sich führte - dass in diesem Teil des Äthers mittlerweile überwiegend Grabestille herrschen würde.

Darüber hinaus sagte er, dass im Kielwasser dieser technischen Entwicklung auch die frühere Kollegialität und Hilfsbereitschaft - gerade der deutschen Fahrer untereinander - deutlich geschwunden wäre. Dass früher sofort jemand angehalten hätte, wenn ein Kollege eine Panne hatte; Heuzutage nicht mehr. Aber auch da nehme ich einen Zusammenhang mit den allgemeinen Veränderungen im Transportwesen an - zum Beispiel dem gestiegenen Termindruck...